BfL zur Gesundheitsreform: Die Zeche zahlen Arbeitnehmer und Familien

Lübeck: Archiv: „Die Krise der gesetzlichen Krankenversicherung ist da – und die Bundesregierung präsentiert keine Lösung, sondern eine Rechnung“, schreiben die „Bürger für Lübeck“ (BfL) in einer Mitteilung. „Bis 2030 fehlen rund 40 Milliarden Euro, schon im kommenden Jahr klafft ein Loch von 15 Milliarden. Was Bundesgesundheitsministerin Warken nun als Reform verkauft, ist in Wahrheit ein massiver Griff in die Taschen der Beitragszahler.“

Wir veröffentlichen die Mitteilung der BfL im Wortlaut:

(„)
Drei Viertel der Sparvorschläge sollen umgesetzt werden – und die treffen vor allem diejenigen, die das System tragen: Arbeitnehmer und Familien. Höhere Zuzahlungen für Medikamente, steigende Kosten bei Krankenhausaufenthalten, gekürzte Leistungen. Gleichzeitig werden Honorare gedeckelt und die beitragsfreie Mitversicherung für Ehepartner teilweise abgeschafft. Das ist kein ausgewogenes Konzept – das ist ein Frontalangriff auf die Mitte der Gesellschaft.

Die Botschaft ist klar: Die Versicherten sollen bezahlen, was die Politik über Jahre versäumt hat. Während die Ausgaben weiter steigen, zieht sich der Staat aus der Verantwortung zurück – und legt mit höheren Abgaben wie der Tabaksteuer sogar noch nach. Wer arbeitet, wird stärker belastet. Wer einzahlt, wird zur Kasse gebeten.

Einziger Lichtblick: Künftig sollen die Beiträge für Bürgergeldempfänger nicht mehr dauerhaft von den Beitragszahlern mitfinanziert werden. Doch selbst diese überfällige Korrektur wird auf die lange Bank geschoben. Statt sofort zu entlasten, wird weiter gezögert – zulasten derjenigen, die jeden Monat ihre Beiträge leisten.

Diese sogenannte Reform ist kein Neuanfang. Sie ist ein Belastungspaket mit Ansage. Für Millionen Beschäftigte bedeutet das: weniger Netto, mehr Druck, weniger Sicherheit. Und die Folgen reichen weiter: Wer immer mehr abgeben muss, hat weniger Spielraum für ein gesundes Leben. Das treibt die Probleme im System langfristig weiter an, statt sie zu lösen.

Die Wählergemeinschaft Bürger für Lübeck (BfL) sagt klar: Diese Politik ist der falsche Weg. Was hier als Reform verkauft wird, ist in Wahrheit eine Verschärfung der Krise – auf dem Rücken der Beitragszahler.
(„)
„Höhere Zuzahlungen für Medikamente, steigende Kosten bei Krankenhausaufenthalten, gekürzte Leistungen“. Die BfL kritisiert die Reform als „Belastungspaket“. Foto: Symbolbild
„Höhere Zuzahlungen für Medikamente, steigende Kosten bei Krankenhausaufenthalten, gekürzte Leistungen“. Die BfL kritisiert die Reform als „Belastungspaket“. Foto: Symbolbild

Text-Nummer: 178951    Autor: BfL/red.    vom 16.4.2026 10.57 Uhr

Kommentare zu diesem Text (18):

Dagegen

schrieb am 16.4.2026 11.52 Uhr:
Schön dass das BfL dazu auch etwas von sich gibt. Das BfL fällt in letzter Zeit sehr konsequent durch ausschweifende, nichtssagende Pressemitteilungen zu unterschiedlichen Themen auf. Alle diese Statements - sei es zu Gutachten oder Reformen im Allgemeinen, zu Tempolimit, zur Gesundheitsreform, zu Wohneigentum oder was auch sonst noch so Thema in den letzten Wochen war: Man kann alle diese Mitteilungen kurz zusammenfassen: "Wir sind gegen alles, wir sagen jedem dass er es verkehrt gemacht hat, aber wie es besser geht bleibt unser Geheimnis". Sehr konstruktiv, aber die konsequente Fortsetzung der bisherigen Lokalpolitik auf überregionalem Terrain.

Lothar Möller

schrieb am 16.4.2026 15.37 Uhr:
@Dagegen

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir nehmen Kritik grundsätzlich ernst – auch dann, wenn sie so pauschal formuliert ist wie in Ihrem Fall.

Sie haben recht: Viele der angesprochenen Themen werden auf Landes- oder Bundesebene entschieden. Dennoch betreffen sie ganz konkret die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt – insbesondere dann, wenn es um steigende Kosten, Abgaben oder Einschränkungen im Alltag geht. Genau deshalb äußern wir uns auch zu diesen Entwicklungen.

Ihre Darstellung, wir würden lediglich kritisieren, ohne eigene Vorschläge zu machen, weisen wir jedoch zurück. Zu den von Ihnen genannten Themen haben wir wiederholt konkrete Positionen und Lösungsansätze erarbeitet und veröffentlicht. Dass diese nicht immer Ihrer Wahrnehmung entsprechen, ändert nichts an ihrer Existenz.

Unser Anspruch ist es, politische Entscheidungen nicht nur zu kommentieren, sondern auch Alternativen aufzuzeigen. Dazu gehört es ebenso, Fehlentwicklungen klar zu benennen. Beides halten wir für notwendig – und für ehrlicher als Schweigen.

Mit freundlichen Grüßen

Bürger für Lübeck (BfL)

Peter Paulsen

schrieb am 16.4.2026 16.02 Uhr:
Logisch wäre es, die Tabaksteuer, Alkoholsteuer und eine Steuer auf Zucker drastisch zu erhöhen, ferner Helmpflicht für Radfahrer, eBike- und eRollerfahrer. Aber damit macht man sich natürlich keine Freunde beim Wahlvolk.

gernotM

schrieb am 16.4.2026 16.07 Uhr:
Danke Herr Möller, für die Entgegnung des Beitrages von "@Dagegen" !
Sie ersparen mir einen gezielten Kommentar
"dagegen"...
Überhaupt fällt mir in vielen Kommentaren bei HL-live auf, daß sich hier mehr und mehr Leser äußern, denen der gesunde Menschenverstand scheinbar abhanden gekommen ist.
Plumpe Polemik, woke Ideologien, sachliche Unkenntnis prägen oft den Charakter der Beiträge hier...
Wie erfrischend anders Ihre Kommentare !
Lassen Sie sich bitte nicht von unqualifizierten Äußerungen beeindrucken...
Auch diese sind bedauerlicherweise ein Spiegelbild sozialer Verwahrlosung in
unserem Land...Leider!

Albert

schrieb am 16.4.2026 16.18 Uhr:
Bis jetzt hat die Partei BfL mit ihrer Kritik gegen Alles nichts erreicht, gar nichts. Es bleibt auch so - dafür braucht man keine Glaskugel. Blabla und schnarch ... leider. Null positiven Einfluß für diese Stadt!!

Finn Schneider

schrieb am 16.4.2026 17.16 Uhr:
Menschen wie Dagegen machen mir zunehmend Sorgen.

Immer mehr Menschen, die zurecht Kritik üben, sind in deren Augen das Übel.

In diesem Staate ist man in unteren und zunehmend mittleren Lohnschichten selber Schuld, wenn man noch einer angemeldeten Arbeit nachgeht......

In diesem Staate ist man selber Schuld, wenn man Kinder in die Welt setzt, die in dieser Gesellschaft immer wichtiger sind.

Zunehmend wird systematisch Panik gestreut, es könnte falsch sein, Kinder zu kriegen. Rentensysteme etc. sind nicht darauf ausgelegt, dass Kinder in dieser Gesellschaft wichtig sind. Kinderlose hingegen schwimmen oftmals im geld, können vorsorgen etc. (...)
FinnSchneider9@web.de

Kalle

schrieb am 16.4.2026 17.46 Uhr:
@albert und dagegen

Ist Kritik in Ihren Verständnis verboten. Kritik äußern gehört zur Demokratie und einem gesunden Menschenverstand dazu. Man muß natürlich auch damit umgehen können. Und das fällt vielen Allwissenden heutzutage sehr schwer.

creativmara

schrieb am 16.4.2026 18.11 Uhr:
Moin,

ich bin dafür das alle die durch ungesunde Lebensweise, wie rauchen, zuviel Zucker
zu viel Fleisch, zu viel vorgefertigte Nahrung endlich mal ihren Beitrag leisten.
Solidargemeinschaft nicht gegeben, eher eine Einbahnstrasse! Bisher zahlen die Vernünftigen die Zeche. Warum sie nicht mal belohnen!!!
Ich vermeide mittlerweile jede Diskussion mit den sogenannten armen Süchtigen.
Mein Spruch bei uns im Haus zu dem Thema...Sorry, ich erwarte einen Telefonanruf!
Gegenreaktion du telefonierst wohl gerne, meine Antwort durch meine Dauerschmerzen/Rheuma/Arthrose/entzündlich oft mein Tor(bildlich gesprochen) nach draußen!
Das meine Meinung zu diesem Thema!

creativmara

Bernd Feddern

schrieb am 16.4.2026 19.41 Uhr:
"Liebe" BfL, haben denn jemals Andere als die Arbeitnehmer und Familien, Bürger und Beitragszahler die Zeche bezahlt?
Das wissen wir alle und leiden darunter. Und kennen die Schuldigen!
Doch hat sich denn jemals irgendetwas geändert, wenn ein "politischer Text" in Medien erscheint?
Wir sollen alle sparen - also sparen Sie sich bitte Ihre derartig banalen Worte.
Danke!

Peter Schöttler

schrieb am 16.4.2026 21.05 Uhr:
@"gernotM":
"Polemik"? "Wie erfrischend anders Ihre Kommentare !"? Nun ja, ich schätze mal, abertausende Kommentar-Leser werden sich fragen: "Oh Gott, wer ist bloß dieser Unbekannte, der sich so geschickt hinter einem Nickname versteckt?"
Ähnliches gilt für "Finn Schneider", dessen Semantik mir irgendwie bekannt vor kommt.

Die BfL (also Lothar Möller) jagen doch bloß wieder mal 'ne Sau durch's Dorf, aber Ahnung hat die BfL nun wirklich nicht. Sinngemäß heisst es in der PM, Familien würden das System tragen; das ist Unfug. Mitversicherte Familienmitglieder verursachen Kosten, ohne Beiträge zu zahlen; die tragen das System nicht. Aber das ist auch in Ordnung und nennt sich Solidarität. Und Arbeitnehmer? Ja Hallo? Für wen sind die GKVs denn gemacht?
Dann ist da noch dieser dummsinnige Spruch "Was Bundesgesundheitsministerin Warken nun als Reform verkauft, ist in Wahrheit ein massiver Griff in die Taschen der Beitragszahler.“ Herr Möller, was glauben Sie denn, was eine Reform zu sein hat? Ich unterstelle einfach mal, daß Sie aufgrund mangelnder Bildung einfach nicht wissen, daß eine Reform nicht automatisch eine Verbesserung für alle bedeutet; in diesem konkreten Fall geht es einfach nur darum, das System der gesetzlichen Krankenkassen am Leben zu erhalten. Das kapieren Sie aber nicht und deshalb hetzen Sie gegen "die da oben".
Herr Möller, meine Meinung manifestiert sich: Sie persönlich sind für die Politik nicht geeignet, und wer bei der nächsten Kommunalwahl die BfL wählt muß mit dem Klammerbeutel gepudert sein.

Karl K.

schrieb am 16.4.2026 21.38 Uhr:
@Finn Schneider

Ja, nur sind eigene , gewünschte Kinder eigentlich Privatangelegenheit. Das vergisst man oft. (...)


Das Problem und der der mehr belastet wird , ist immer der gute , alte Bürger, der hier Steuern zahlt, sich an Recht und Gesetz hält und arbeitet und das zwischen 45-50 Jahren und dann in die Altersarmut geht.

Finn Schneider

schrieb am 17.4.2026 2.30 Uhr:
Kinder sind nur so lange Privatangelegenheit, so lange es auch genügend gibt. Gibt es nicht genügend, werden spätestens in 20 Jahren manch Systeme zusammenbrechen.

Da wäre es nur sinnvoll, dass Kinderlose durch höhere Beiträge die Familien entlasten. Denn ohne Familien mit Kindern hätten Kinderlose spöter z.b. keine Rente.

Das der letzte Teil mal wieder zensiert wird ist klar. (...)
FinnSchneider9@web.de

Bernd Feddern

schrieb am 17.4.2026 13.23 Uhr:
@Finn Schneider:
Solange Kinder noch (überwiegend) privat "hergestellt" werden, sind sie klar Privatsache.
Oder heißt Ihr Motto: Hurra, wir zeugen für's System?
Haben Sie einmal daran gedacht, dass manche Menschen gerne Kinder hätten, aber keine bekommen können?
Eventuell nicht zuende gedacht?

Wenn Sie wissen, das Ihr Text teilweise gestrichen wird - ja, warum schreiben Sie ihn denn dann überhaupt?

Albert

schrieb am 17.4.2026 13.54 Uhr:
Die Regierung unterstützt jede Ecke der Welt mit unserem Steuergeld. Zusätzlich kann sie nicht mit Geld umgehen. Auf Kinderlose wird nun wieder eingetreten, unter denen aus unterschiedlichen Gründen auch welche sind, die sich bewußt gegen Kinder entscheiden, um dem System eben nicht zur Last zu fallen. Familien mit Kindern erhalten schon sehr viel an finanziellen Anreizen, Zuwendungen und Erleichterungen.
Nur zufrieden sind diese Mehrheiten immer noch nicht - nur undankbar.

Karl K.

schrieb am 17.4.2026 15.48 Uhr:
@Finn Schneider (eMail: FinnSchneider9@web.de) schrieb am 17.04.2026 um 02.30 Uhr:
Kinder sind nur so lange Privatangelegenheit, so lange es auch genügend gibt...)

Das bestreite ich. Es war und ist immer Privatangelegenheit gewesen, wann, wieviele Kinder ein Paar bekommt/wünscht/haben möchte.

Kinder sind Menschen und keine wirtschaftliche und berechnbare Größe, die der Staat anweist oder vorgibt.

Wenn ein Staat, besser die "Regierenden" ein Land finanziell selbst bei "Rekordsteuereinnahmen an die Wand fahren" und bei "jahrelanger Rekordergebnisse in der Wirtschaft" , keinerlei bilden, haben weder kinderlose , noch kinderreiche Famlien eine Schuld.

Finn Schneider

schrieb am 17.4.2026 16.13 Uhr:
Bernd Feddern,

Würden Sie etwas mehr nachdenken, so könnten Sie feststellen, dass der letzte Absatz auf meinen ersten Kommentar bezogen war. Ich habe absichtlich könnten geschrieben, da das Schicksal es ja nicht mit allen gut meinte.

Kommen wir nochmal zum Thema Schicksal. Was spricht gegen eine Mehrbelastung gegen kinderlose. Dann wäre auch mehr Geld da für Paare, die medizinische Unterstützung beim Kinderwunsch brauchen. Und auch kinderlose leben gut von Familien, da ohne Kinder die Systeme kaputt gehen.

Der Ansatz niemanden zu belasten, der keine Kinder kriegen könnte und damit grundsätzlich kinderlose nicht mehr zu belasten ist in meinen Augen nicht durchdacht.

Aber sind wir wieder bei meiner Eingangsthese. Die kritiker des kranken Systems sind das Übel. Und das macht mir Sorgen....
finnschneider9@web.de

Lübecker Bürger

schrieb am 17.4.2026 17.42 Uhr:
Bfl = Bürger für Lübeck.
Also eine rein kommunale Partei.

Und nun flutet diese BfL das Netz mit Themen die NICHT in der kommunalen Selbstverwaltung liegt.

Anstatt sich um Lübecker Belange zu kümmern, werden hier populistische Frasen gedroschen.
Dieses ist man ja aus einer gewissen Ecke gewöhnt. Oder geht die Bfl politisch auf Reisen???

Kümmert euch darum, wozu euch Lübecker Bürger gewählt haben !!!

Albert

schrieb am 17.4.2026 19.22 Uhr:
@Finn Schneider
Für Sie sind Kinder wohl nur wirtschaftliches Gut. Den Anschein erwecken Sie jedenfalls bei mir mit Ihrer Ansicht.
Die staatlichen Vorteile für Eltern werden von allen Gruppen doch schon mitgetragen.
Die Rente war auch mal sicher - für alle Bürger!! Abgesehen davon wird private Rentenvorsorge seit Jahrzehnten beworben ...