Fahrrad-Demo zum Gas-Aktionstag
Lübeck - Innenstadt: Anlässlich des bundesweiten „Gasaktionstages“ am 24. April 2026 haben sich ein Bündnis aus „Fridays for Future Lübeck“ und „Psychologists for Future Lübeck“ zusammengetan, um sich lokal auf der Straße für eine zukunftsfähige Energiepolitik einzusetzen. Unter dem Motto "Runter vom Gas, auf die Pedale!" beginnt um 16 Uhr am Koberg eine Fahrraddemo mit mehreren Kundgebungen.Dazu schreibt „Fridays for Future Lübeck“:
(„)Deutschland hat ein Problem – wir sind als Land in Privathaushalten und in der Industrie abhängig von klimaschädlichem Gas. Das ist schon lange bekannt. Dennoch möchte die aktuelle Bundesregierung das Problem nicht wahrhaben, sondern die Abhängigkeit stattdessen noch verstärken – und das, obwohl es klare Alternativen gibt. Ein ähnliches Verhalten ist auch in der lokalen Politik von Lübeck zu beobachten – in der Politik zu Umwelt und Verkehr werden Entscheidungen getroffen, von denen schon klar ist, dass sie uns in kurzer Zeit wieder auf die Füße fallen werden.
Aufgrund dieser Themen hat sich anlässlich des 24.04., des bundesweiten Gasaktionstags, ein Bündnis aus Fridays for Future Lübeck und Psychologists for Future Lübeck zusammengetan, um sich lokal auf der Straße für eine zukunftsfähige Energiepolitik einzusetzen. Unter dem Motto "Runter vom Gas, auf die Pedale!" beginnt um 16:00 Uhr am Koberg eine Fahrraddemo mit mehreren Kundgebungen.
Die aktuelle Bundesregierung, allen voran Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, treibt weiter Gas als Energieträger für die nächsten Jahrzehnte voran – anstatt das Ziel der Klimaneutralität 2045 durch erneuerbare Energien zu erreichen.
"Gerade letztes Jahr wurde in Reichling in Bayern noch eine Probebohrung für Gas und zudem die Gasförderung vor der Nordseeinsel Borkum, inmitten von Naturschutzgebieten wie dem Wattenmeer, genehmigt.", so Fine Beckfeld von Fridays for Future Lübeck. "Dabei fordert inzwischen auch die Industrie klare Leitlinien für die Etablierung der erneuerbaren Energien – jetzt noch auf alte Technologien wie Erdgas zu setzen, ist purer Unsinn. Was wir für das Erreichen der Klimaneutralität brauchen, ist ein schnellerer Ausbau der erneuerbaren Energien und ein sofortiger Stopp aller Subventionen für die Nutzung fossiler Energieträger."
Fine Beckfeld bezieht sich bei der Industrie vor allem auf das Beispiel der Prozesswärme in der Aluminiumschmelze – hier wurde schon 2023 durch eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung Karlsruhe bestätigt, dass die Umstellung auf Klimaneutralität bis 2045 möglich ist, bei vielen Verfahren ist eine klimaneutrale Umsetzung sogar schon aktuelle Technologie.
"Es werden zu wenige Entscheidungen in der Industrie dafür getroffen, weil die Politik auf Bundesebene keine klaren Signale wie klimafreundliche Förderungen oder Regularien schafft, sondern sich sogar darauf konzentriert, weiter klimaschädliches Gas zu fördern oder zu importieren.", so Cornelius Geppert von den Psychologists for Future Lübeck. "Die aktuelle Gaspolitik ist an Kurzsichtigkeit fast nicht zu beschreiben. Die Bundesregierung muss die Bedingungen für eine klimafreundliche Transformation schaffen.
Die aktuelle Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hält das Bündnis für nicht tragbar. Aktuelle SPIEGEL-Recherchen belegen Lobbyarbeit exklusiv mit Gaskonzernen. In Beratungen zum "Kraftwerkssicherheitsgesetz", also der Energiebereitstellung bei Leistungsproblemen von Wind und Solar, hat sie explizit nur bei EnBW nach Argumenten und Strategien zu deren Vorteilen gefragt.
"Das ist nicht mal Technologieoffenheit. Die erneuerbaren Lösungen sind bedeutend zukunftssicherer für das Problem der kontinuierlichen Energiebereitstellung.", so Jonathan von Werder von Fridays for Future Lübeck. " In ihrer Rolle als Wirtschaftsministerin im Jahr 2026 bei Gaskonzernen anzuklopfen, ist inakzeptabel. Wir fordern aufgrund dieses und vorheriger Skandale den sofortigen Rücktritt von Katherina Reiche."
Für diese Forderungen muss auch auf lokaler Ebene Aufmerksamkeit geschaffen werden. Das Bündnis ruft daher zur Fahrraddemo am 24.04. um 16:00 Uhr am Koberg auf und freut sich sehr auf weitere Menschen, die zusammen für eine bessere Welt und eine zukunftsweisende Politik einstehen wollen – Runter vom Gas, auf die Pedale! („)

„Fridays for Future Lübeck“ und „Psychologists for Future Lübeck“ organisieren anlässlich des bundesweiten „Gasaktionstags“ am 24. April 2026 eine Fahrraddemo mit mehreren Kundgebungen. Foto: Archiv
Text-Nummer: 178988 Autor: FFF/red. vom 18.04.2026 um 13.28 Uhr
