Ausstellung zur Grenzgeschichte
Lübeck - Schlutup: „Gewachsen. Geteilt. Geeint. Grenzgeschichte(n)“ nennt sich eine neue Ausstellung in der Grenzdokumentationsstätte Schlutup. Die Ausstellung zur deutschen Teilung wurde jetzt offiziell eröffnet. Sie führt vor Augen, wie sehr das Gebiet der Metropolregion Hamburg durch die deutsche Teilung beeinflusst und geprägt wurde.
Einleitende Worte sprach Jakob Richter, Leiter der Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg
Die Ausstellung will die Geschichte, Entwicklung und Prägung der Region mit ihrer rund 300 Kilometer langen ehemaligen innerdeutschen Grenze, die die heutigen Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt trennte, zeigen.
Sie erzählt von der einstigen wirtschaftlichen Verflechtung der Region und den Auswirkungen der Teilung auf Mensch, Wirtschaft und Natur. Sie zeigt das Zusammenwachsen nach der Wiedervereinigung und wagt einen Blick in die Zukunft.

Es geht um das Leben entlang der zunächst noch durchlässigen Grenze nach dem Zweiten Weltkrieg, die dann weiter zu einer fast unüberwindbaren und tödlichen Grenze zwischen den deutschen Staaten ausgebaut wurde. Was bedeutete es, mit und an der innerdeutschen Grenze zu leben? Wie erlebten Menschen ihre Kindheit und ihr weiteres Leben im Zonenrandgebiet und wie im Sperrgebiet?
Die Ausstellung thematisiert die Freude über die überraschende Grenzöffnung, aber auch die Herausforderungen, die das Zusammenwachsen und die Neuordnung der Region an die Menschen stellte.
Im Rahmen des Leitprojekts „Grenzgeschichte(n)“ wurden an und in Erinnerungsorten in der Metropolregion Hamburg vielfältige Materialien gesichtet und Zeitzeugeninterviews erstellt, die in die Ausstellung eingeflossen sind. Auch der Verein der Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup e.V. stellte Material zur Verfügung und lässt Zeitzeugen zu Wort kommen.

Kultursenatorin Monika Frank eröffnete die Ausstellung.
Die Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup
Im vergangenen Jahr wurden in der Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup (GDS) umfangreiche Inventarisierungsarbeiten durchgeführt. Insgesamt wurden mit Hilfe einer finanziellen Förderung durch das Land Schleswig-Holstein rund 3.400 Sammlungsobjekte und Exponate dokumentiert, digitalisiert sowie historisch eingeordnet und fachgerecht eingelagert sowie Zeitzeugeninterviews geführt. Das Ziel dieser Arbeiten ist es, die Grundlagen für eine Neukonzeption einer zukünftigen Ausstellung zum ehemaligen Grenzgebiet zu schaffen. Der gesamte Transformationsprozess des Erinnerungsortes wird von der Possehl-Stiftung unterstützt. Die Hansestadt Lübeck bringt sich mit Personal und Sachmitteln ein. Der Lübecker Ortsteil Schlutup war Deutschlands nördlichster Grenzübergang zur DDR und der einzige auf dem Gebiet einer Großstadt. Die Grenze erstreckte sich von der Ostsee bis zum Ratzeburger See und verlief über weite Strecken entlang der beiden Flüsse Trave und Wakenitz.
Hören Sie im Originalton Harald Denckmann im Gespräch mit Monika Frank, Jakob Richter und Ingrid Schatz.

Projektkoordinatorin Silvia Kannegießer führte durch die mit vielen informativen Stellwänden aufgebaute Ausstellung. Fotos: Harald Denckmann
Hier hören Sie den Originalton:
Text-Nummer: 178991 Autor: Harald Denckmann vom 17.04.2026 um 14.41 Uhr
