In Moisling heizt jetzt die Sonne
Lübeck - Moisling: Seit Februar läuft in Moisling ein großer Solarthermiepark. Am Freitag haben die Stadtwerke-Ceo Dr. Jens Meier und Björn Ruschepaul, Leiter der Fernwärme bei den Stadtwerken Lübeck, die Anlage vorgestellt. Sie übernimmt rund 11,7 Prozent der Wärmeversorgung im Stadtteil – mit viel weiterem Potential.Der Solarthermiepark Moisling besteht aus 788 großformatigen Sonnenkollektoren, jeweils 6 Meter lang, 2,5 Meter hoch und rund 425 Kilogramm schwer. Die Anlage hat eine thermische Leistung von 8 MW/Peak und liefert einen jährlichen Wärmeertrag von bis zu 3,7 GWh – damit könnten rund 350 Wohneinheiten mit 80 Quadratmetern Fläche versorgt werden. Sie funktioniert besser als erwartet. Der Peak-Wert wurde bereits an einem sonnigen April-Tag überschritten. An sonnigen Tagen übernimmt der Solarthermiepark die Wärmeversorgung komplett. Mit geplanten Verbindungen zu anderen Netzen kann sie noch mehr Haushalte versorgen.
Herzstück des Systems ist ein 3000 Kubikmeter-Wärmespeicher, der die tagsüber gewonnene Sonnenwärme über den Tag hinaus verfügbar macht. Das reicht für einen kalten Wintertag. Am besten wäre es natürlich, wenn die Wärme des Sommers bis in den Winter in einem unterirdischen Großspeicher aufbewahrt werden könnte. Dazu gibt es aktuell ein Forschungsprojekt.
Sonne und Wind schicken zwar keine Rechnung, der Bau der Anlage in Moisling hat allerdings zehn Millionen Euro gekostet. Durch Fördermittel kommen auf die Kunden aber keine höheren Rechnungen zu.
Bis zum Jahr 2030 muss 30 Prozent der Fernwärme aus erneuerbaren Energien stammen. In Planung ist deshalb bereits eine Großwärmepumpe beim Zentralklärwerk, die Wärme aus dem Lübecker Abwasser gewinnt. Auch Flusswärmepumpen an der Trave sind angedacht.
„Als Energieversorger und Mitgestalterin der Wärmewende setzen wir mit dem Solarthermiepark Moisling auf eine Technologie, die die Fernwärmeerzeugung gezielt und dauerhaft vergrünt“, sagt Dr. Jens Meier, CEO der Stadtwerke Lübeck Gruppe. „Die Anlage stärkt unsere regionale, sichere und berechenbare Energieversorgung und reduziert zugleich die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. So zeigen wir, wie moderne Fernwärmeerzeugung in Zukunft funktionieren kann: CO2-neutral und unabhängig.“
Dr. Jens Meier und Björn Ruschepaul stellten die Anlage am Freitag vor. Fotos: VG
Text-Nummer: 178995 Autor: VG vom 17.04.2026 um 16.00 Uhr
