Ein Bolzplatz ohne Tore
Lübeck - St. Lorenz Nord: Archiv: „Im Lübecker Stadtteil St. Lorenz Nord ist ein seit vielen Jahren genutzter Bolzplatz an der Schönböckener Straße/Ecke Artlenburger Straße faktisch stillgelegt worden – die Fußballtore wurden bereits im vergangenen Sommer durch die Stadt entfernt“, schreibt Anwohnerin Ina Spiegel. Grund seien Neubau-Wohnungen, deren Bewohner sich gestört fühlen. Für eine Rückkehr der Tore auf den Bolzplatz wurde jetzt eine Petition gestartet.

Familie Spiegel beschreibt die Situation so:
(„)Der Platz war über Jahre hinweg ein zentraler Treffpunkt für zahlreiche Kinder aus der Nachbarschaft und umliegenden Straßen. Entsprechend groß ist das Unverständnis, dass dieser wichtige Bewegungsraum plötzlich nicht mehr zur Verfügung steht.
Auslöser für den Rückbau waren Beschwerden einzelner Anwohner eines neu errichteten Wohnblocks, da Bälle auf angrenzende Terrassen gelangen könnten. Dass der Bolzplatz bereits lange vor dem Neubau existierte, blieb dabei offenbar unberücksichtigt.
Für die Kinder vor Ort ist die Situation kaum nachvollziehbar: Sie stehen heute vor einem leeren Platz, auf dem sie früher selbstverständlich spielen konnten.
Wir halten die vollständige Entfernung der Tore für unverhältnismäßig. Statt praktikable Lösungen wie Ballfangzäune, eine Anpassung der Ausrichtung oder andere Schutzmaßnahmen zu prüfen, wurde der Bolzplatz in seiner Funktion stark eingeschränkt.
Dabei stellt das Bundes-Immissionsschutzgesetz klar, dass Kinderlärm grundsätzlich zu tolerieren ist. Gerade in dicht bebauten Stadtteilen wie St. Lorenz Nord sind wohnortnahe Spielflächen unverzichtbar.
Eine von uns gestartete Petition für die Wiederaufstellung der Tore oder eine kurzfristige alternative Lösung wurde bereits von knapp 100 Anwohnerinnen und Anwohnern unterzeichnet – weitere Unterstützer kommen hinzu.
Wir fordern die Stadt auf, zeitnah eine Lösung zu finden, die sowohl den berechtigten Interessen der Anwohner als auch dem dringenden Bedarf der Kinder nach Bewegungs- und Begegnungsräumen gerecht wird.(„)
Die Petition unter dem Titel „Stellen Sie die Tore auf dem Bolzplatz Schönböckener Straße wieder auf“ wurde auf der Seite Change.org veröffentlicht.
Kommentare zu diesem Text (14):
Tom Behnsen
schrieb am 21.4.2026 15.15 Uhr:
Jetz wierd denn Raßen als Hundeklo genudsen. Fielen Dank Liebe Hundebesitzer und die Stadt auch die die Tohre weg gemachen hat.
Chandler Bing
schrieb am 21.4.2026 16.09 Uhr:
Die Stadt und die Kinder. Alles, außer Kinder- und Jugendfreundlich.
Klugscheißer
schrieb am 21.4.2026 16.27 Uhr:
@Tom Behnsen mit viel Raten bin ich wahrscheinlich dahinter gekommen was sie uns erzählen wollen!
Meine Rechtschreibung ist auch nicht perfekt aber ein kleiner Hinweis, bevor sie das nächste mal etwas abschicken jemanden schauen lassen ob es etwas zu bemängeln gibt.
Übrigens solche ehemaligen Bolzplätze gibt's ein paar mehr in Lübeck. Einer befindet sich am Brink ein anderer an der GGS St. Jürgen. Alle sind mittlerweile irgendwie Hundklo geworden.
M
schrieb am 21.4.2026 18.14 Uhr:
Schon traurig was die Stadt (das Land) mit unseren Kindern macht.
Diesen Bolzplatz und nebenstehenden Spielplatz gibt es schon seit weit mehr als 40 Jahren.
Da haben wir (ich bin BJ.80) schon als Kinder gebolzt und gespielt.
Jetzt gibt's da wieder neue Wohnungen (auch wenn schon ein paar Jahre), zack gehen die Beschwerden derer raus, die selber nie Kind waren.
Und dann beschweren sich alle über die Gen Z.
Kein Wunder wenn den Kindern das kindsein genommen wird.
Fritze Bolle
schrieb am 21.4.2026 18.28 Uhr:
Wenn ich irgendwo hinziehe oder baue, sehe ich mir doch das Umfeld an. Wenn nah ein Sport- oder Bolzplatz vorhanden ist, weiß ich das da "Unruhe" herrschen wird.
Den Bolzplatz anschließend dicht zu machen, ist in meinen Augen grober Unfug.
Ein fast lustiges Beispiel geben Neubaubewohner, die aufs Land ziehen und den Bauern verklagen, weil der Hahn früh am Morgen kräht.
Da reime ich mal etwas anders: Morgens kräht der Hahn auf dem Mist und du bleibst besser wo du bist.
Uwe Zöllner
schrieb am 21.4.2026 18.28 Uhr:
Es sind immer,wieder diese (...) Menschen die in ein Neubaugebiet ziehen sich aber nicht vorher mal schlaumachen was da schon ist wo man Wohnen möchte denke da auch gleich an das Haus der Jugend in Travemünde wo die Jugendlichen angeblich auch Stören sollen da muss man sich doch mal fragen ob diese nicht auch mal jung waren und es Ihnen in Deutschland nicht gefällt sollten diese (...) Menschen Auswandern.
Iris Hübner
schrieb am 21.4.2026 18.35 Uhr:
Anbei meine Email an die Stadt vom 22.09.2025. Habe nie eine Antwort erhalten.
Vor einiger Zeit wurden die Tore des Bolzplatzes entfernt. Die Kinder können dort nicht mehr Fußball spielen. Warum wurden diese entfernt? Was ist ein Bolzplatz ohne Tore? Wann werden die Tore wieder aufgebaut?
Ihre Antwort erwartend verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Iris Hübner
Ina Spiegel
schrieb am 21.4.2026 19.31 Uhr:
Liebe Mitstreiter,
Für einen Zusammenschluss meldet euch gerne persönlich bei mir:
Ina.spiegel86@googlemail.com.
Heute wurde nicht nur die Presse informiert, sondern auch die Bereiche der Hansestadt Lübeck Stadtgrün und Verkehr, Umwelt und Soziales, Jugendarbeit sowie der Ortsbeirat St. Lorenz Nord angeschrieben. Auch wir haben lange auf eine Antwort der Stadt Lübeck gewartet (und nur durch Anschreiben des Bürgermeisters etwas erfahren), die für uns und unsere Kinder allerdings nicht wirklich zufriedenstellend war. Die Mühlen mahlen einfach zu langsam, wir müssen für unsere Kinder kämpfen. Ich freue mich über weitere Unterstützung.
Karl K.
schrieb am 21.4.2026 20.05 Uhr:
Ich kann die Jugendlichen verstehen. Allerdings die Anwohner auch:
Ich wohne in unmittelbarer Nähe zu einem Basketballplatz und werde bis in die Nacht genervt, da der Betonbelag das Aufschlagen des Balles ebenso verstärkt, wie die Metallwand an die geschossen und geworfen wird. Übrigens mit Gröhlen und ******* von Jugendlichen im Frühjahr, Sommer, Herbst und bis 1:00 Uhr nachts(!), anSonntagen und Feiertagen (wo ein Verbot herrscht)
Das Ordungsamt macht genau: NULL, kein Schild, was die Nutzung an Feiertagen , Sonntags und nach 22:00 verbietet, oder sontwas. Der Arbeitnehmer kann sehen, wo er bleibt mit Fenster zu und Ohrenstöpseln bis 4:30 Uhr.
Der Bolzplatz Bergenstr. an der Schula/Kita , der viel weiter entfernt zu den Wohnhäusern ist, bleibt leer.
Grüße aus der Bergenstr. / Brüggestrasse St. Lorenz
Gela
schrieb am 21.4.2026 22.24 Uhr:
Leider finde ich keine passenden Worte die hier gezeigt werden können.
Dieser Bolzplatz hat schon viele Jahrzehnte Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gegeben sich dort zu beschäftigen. Erwachsene haben dort Badminton und Federball gespielt.
Auch ich wohne mit Blick auf diesen Spiel- und Bolzplatz, es nervt nicht wenn dort Lebendigkeit herrscht, es ist das normale Leben.
Augen auf bei der Wahl des Wohnräumen und nicht nach dem Prinzip handeln: Ich komme als letzter und bestimme die Richtung. Einfach nur traurig 😢
Jan Lasecki
schrieb am 21.4.2026 22.46 Uhr:
Das ist aber normaler Zustand bei der Hansestadt Lübeck.
Ich kann Ihnen 3 Bolzplätze in Eichholz nennen, wo die Tore still und heimlich abgebaut wurden, ohne Ersatz.
Wir haben sogar ein Kinderspielplatz ohne Geräte.
Habe schon mehrfach auf diese Missstände hingewiesen und nie eine Antwort bekommen!
Dan wundern sich die GROßEN Politiker der Hansestadt Lübeck warum unsere Kinder sich nicht bewegen, wo???????
jan.lasecki64@gmail.com
OV
schrieb am 21.4.2026 23.18 Uhr:
Wir haben uns unsere Tore früher selber "gebaut". Es gab nichts anderes. Das können die Kinder heutzutage sicher auch. Was hier aber fehlt: die Stadtverwaltung hat beim Abbau der Tore vergessen neue Schilder aufzustellen: "BALL SPIELEN VERBOTEN + ELTERN HAFTEN FÜR IHRE KINDER -Die Anwohner-"
AnPo
schrieb am 22.4.2026 6.35 Uhr:
Mir wurde in einer Email (Juni 25) von der Hansestadt Lübeck zugesagt, dass die Fangzäune dieses Jahr erhöht werden, sobald wieder Fördergelder freigegeben werden.
Ich bin gespannt!
Ina Spiegel
schrieb am 22.4.2026 12.54 Uhr:
@AnPo eine ähnliche Aussage haben auch wir erhalten. Allerdings ob diese Gelder wirklich freigegeben werden und wann dann etwas passiert, steht natürlich auch in den Sternen. Ich will keine drei Jahre warten, dann sind meine Kinder groß. Daher lasst uns gemeinsam dran bleiben und für unsere Kinder und die wenigen öffentlichen Plätze in unserer Stadt kämpfen.
ina.spiegel86@googlemail.com