Mehr als 750 Notfallmediziner treffen sich in Travemünde

Lübeck - Travemünde: Von Donnerstag bis Samstag ist Travemünde der Mittelpunkt der notfallmedizinischen Community in Norddeutschland. Mehr als 750 Notärztinnen, Notärzte, Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter sowie Notfallpflegende haben sich zum Notfallsymposium der Arbeitsgemeinschaft in Norddeutschland tätiger Notärztinnen und Notärzte e. V. (AGNN) in Travemünde, dem „NOSTRA“, angemeldet.

Vom 23. bis 25. April 2026 veranstaltet die AGNN bereits zum 15. Mal diese notfallmedizinische Veranstaltung, zu der die Teilnehmenden aus dem gesamten Bundesgebiet kommen. Eröffnet wird die Veranstaltung am 23. April durch die Ministerin für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein. Kerstin von der Decken nimmt sich anlässlich des 15. Jubiläums die Zeit, die Veranstaltung mit einem Grußwort zu ehren.

Tagtäglich sind Notärzte und Rettungsfachpersonal an den Einsatzstellen mit komplexen Einsatzsituationen konfrontiert. Für eine effiziente Notfallversorgung müssen in kürzester Zeit wegweisende Entscheidungen getroffen und lebensrettende Maßnahmen eingeleitet werden. Eine gute Aus-, Fort- und Weiterbildung des Rettungsfachpersonals und der Notärztinnen und Notärzte ist ein wesentlicher Garant für ein erfolgreiches Arbeiten in der Notfallrettung. In den vergangenen Jahren sind insbesondere in der Fortbildung regional viele erfolgreiche Modelle umgesetzt worden. Unterschiedliche Lehr- und Lernstandards können aber auch die Zusammenarbeit der Rettungsteams erschweren.

Ob „Buchstaben-Kurse“ oder „Standard-Arbeits-Anweisungen“ (SAA) – immer geht es um das gleiche Ziel: die richtige Maßnahme zum richtigen Zeitpunkt richtig durchgeführt. Und das am liebsten nicht in jedem Rettungsdienst-Kreis nach eigenen Regeln. Eine geeinte und gemeinsame Fortbildungskultur soll allen Berufsgruppen helfen, in der Zusammenarbeit die gleichen Standards und Erwartungen im Rettungsdienst interprofessionell erfolgreich umzusetzen und so zu einer flächendeckend hochwertigen Patientenversorgung führen. Die „Travemünder Gespräche“ werden dieses Thema in einer Podiumsdiskussion am 23. April, moderiert durch Martin Müller (Der Spiegel), aufgreifen und mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten.

Travemünde war schon in den 1980er Jahren Ausgangspunkt von bahnbrechenden Entwicklungen in der Notfallversorgung. Dort wurden in den „Passatgesprächen“ wesentliche Impulse gesetzt, die die Notfallversorgung und den Rettungsdienst damals geprägt und professionalisiert haben. Insofern knüpft die AGNN mit den „Travemünder Gesprächen“ an diese Tradition an.

Die Themen Fortbildung, Lösungsansätze, qualitativ hochwertige Versorgung und effiziente interprofessionelle Zusammenarbeit prägen die übrigen drei Tage der Veranstaltung. Sie werden in Vorträgen und praktischen Workshops aufgegriffen und bieten Raum für den kollegialen Austausch und die gemeinsame Arbeit hin zu einer Verbesserung der notfallmedizinischen Versorgung im Rettungsdienst.

Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit notfallmedizinischen Themen ist Gegenstand der Postersitzung, zu der Forschungsgruppen 18 Arbeiten eingereicht haben und die sie dem Publikum sowie einer Jury vorstellen werden. Unter diesen Arbeiten wird am Donnerstag, 24. April, zum 7. Mal der mit 500 Euro dotierte AGNN-Preis für Notfallmedizin verliehen.

In unterschiedlichen Gremiensitzungen am Rande der Tagung beschäftigen sich die Notfallmedizinerinnen und Notfallmediziner auch mit den erwarteten Auswirkungen der Gesundheitsreform. Sowohl die anstehende Krankenhausreform, als auch das Gesetz zur Reform der Notfallversorgung, zu dem die Bundesregierung bereits einen Entwurf vorgelegt hat, werden die Herausforderungen im Rettungsdienst verändern.

Eine große praktische Übung wie im Jahr 2023 ist dieses Jahr nicht geplant. Foto: Karl Erhard Vögele/Archiv

Eine große praktische Übung wie im Jahr 2023 ist dieses Jahr nicht geplant. Foto: Karl Erhard Vögele/Archiv


Text-Nummer: 179060   Autor: AGNN   vom 21.04.2026 um 17.27 Uhr

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