Grüne Welle: Datenerfassung beginnt

Lübeck: Archiv: Lübecks neues Ampelmanagement geht in die nächste Runde: An vier Kreuzungen werden diese Woche Erfassungsgeräte angebracht, die den Verkehr auswerten. Ab Herbst können dann Auto- und Radfahrer von der neuen Technik profitieren.


Marcus Selke und seine Kollegen von "Yunex Traffic" montieren die Geräte an vier großen Kreuzungen.

Wie bereits berichtet, werden zunächst vier Strecken getestet: Fackenburger Allee von der Schönböckener Straße bis zum Lindenteller, Bei der Lohmühle und Karlstraße, an der Eric-Warburg-Brücke von der Einsiedelstraße bis zur Neuen Hafenstraße sowie auf einem Abschnitt der Moislinger Allee. Die Ampeln sind bereits umgerüstet, bei den weiteren Arbeiten gab es durch den strengen Frost eine Verzögerung von zwei Monaten.

Die neuen Messgeräte erfassen Fahrzeuge in acht Kategorien, vom Fahrrad bis zum Sattelzug. Dabei wird unter anderem auch das Beschleunigungsverhalten gemessen. Alle Daten werden zentral erfasst. Die Technik erstellt dann automatisch eine optimierte Ampelschaltung.

Bis zum Herbst werden die Daten gesammelt und ausgewertet. Dann geht es an die Praxis: Mit der App "Traffic Pilot", die bereits in mehreren Städten eingesetzt wird, können sich Radfahrer und Autofahrer ihre optimale Geschwindigkeit anzeigen oder ansagen lassen.

Bereits 47 Ampelanlagen wurden erfolgreich an den Verkehrsrechner angeschlossen. Bis zum Jahresende sollen die 80 wichtigsten Anlagen im Stadtgebiet integriert sein. Insgesamt hat Lübeck 243 Lichtsignalanlagen. Die Kosten liegen bei fünf Millionen Euro, 65 Prozent davon übernimmt der Bund.
Am Dienstag wurden die Erfassungsgeräte an der Kreuzung Fackenburger Allee/Werner-Kock-Straße montiert. Fotos: JW
Am Dienstag wurden die Erfassungsgeräte an der Kreuzung Fackenburger Allee/Werner-Kock-Straße montiert. Fotos: JW

Text-Nummer: 179089    Autor: VG    vom 22.4.2026 15.25 Uhr

Kommentare zu diesem Text (14):

Oha

schrieb am 22.4.2026 15.38 Uhr:
Es wurde bislang alles dafür getan, die Kraftfahrzeuge auszubremsen, so daß man mit erlaubten 50 Kmh von einer roten Ampel zur nächsten roten Ampel fahren musste.

Grüne Welle gibt es nur für sehr sportliche Fahrer.

Und das soll jetzt besser werden?

Da bin ich aber mal gespannt.

S. Fechtel

schrieb am 22.4.2026 15.42 Uhr:
In welchen Wettbüro werden Wetten entgegengenommen, dass für die Fahrradfahrenden keine Verbesserung eintreten wird?

Es gibt nur an wenigen Kreuzungen separate Lichtsignale für Radfahrende; Vermutlich gibt es sogar mehr Bettelampeln, gerne auch mit Tastern, die man vom Radweg aus überhaupt nicht erreichen kann, als Kreuzungen mit separaten Lichtzeichen.

Diese strukturelle Benachteiligung will man jetzt dadurch ausgleichen, dass man jetzt offiziell messen kann, dass der Verkehr jetzt (und sicher auch in Zukunft) den MIV priorisiert.

Michael

schrieb am 22.4.2026 17.11 Uhr:
Niemand wird davon profitieren: Nicht Radfahrer, nicht Autofahrer.

Wieder ein weiteres, zum Scheitern verurteilt es, regelrecht hilfloses Unterfangen.

Das Einzige, was definitiv passiert: Steuergelder werden verschwendet.

Hans Dampf

schrieb am 22.4.2026 18.03 Uhr:
@Michael
Haben Sie sich hier zum neuen Meckerpapst erkoren? Ist ja schon beinahe beeindruckend, wie Sie jede Aktion der Hansestadt Lübeck miesreden können.
Ist doch schön, wenn alle Seiten profitieren oder etwa nicht? Der Verkehr in der Stadt geht alle was an.

Toni

schrieb am 22.4.2026 18.26 Uhr:
Das ist doch mal eine fortschrittliche Sache.
So kann man Feinstaub vermeiden.

Hat München schon seit min. 30 Jahren.
Ich freue mich darüber.

Bea

schrieb am 22.4.2026 19.42 Uhr:
Manchmal hat man gute Ampelschaltungen dann geht es eine Weile gut und nach ein paar Wochen oder Monaten ist alles entgegen gesetzt geschaltet. Da frag ich mich was da los ist oder wird das bewusst gemacht.

Normal

schrieb am 22.4.2026 21.05 Uhr:
In den 70ern hatte Lübeck bereits Grüne Welle. Diese leichtfüßige Systematik fiel der linksrotgrünen Ideologie zum Opfer. Dann 2017 wieder rein in die Kartoffeln, es sollte da bereits ein Verkehrsrechner neuester Generation imstalliert werden. Fehlanzeige.
In Izmir (Türkei) sind alle Ampeln mit Verkehrssensoren ausgestattet. Der Verkehr rollt in der 5 Mio. Stadt fast perfekt.
İzmir setzt im Rahmen seiner Modernisierung als "Smart City" auf ein umfangreiches intelligentes Verkehrssystem. Die Stadt hat über 800 Ampelsteuerungen der neuen Generation installiert, um den Verkehrsfluss zu verbessern.
Die dort eingesetzten Verkehrskontrollsysteme nutzen fortschrittliche Algorithmen, künstliche Intelligenz und Echtzeitanalysen sowie in die Fahrbahnen eingelaseme Sensoren.
Durch die adaptiven Systeme, die auf die aktuelle Verkehrssituation reagieren, konnten die Fahrzeiten erheblich reduziert werden.
Verkehrszentrale: Mehr als 5.000 intelligente Geräte sind mit einer zentralen Verkehrszentrale verbunden, die den Verkehr überwacht und steuert.
Den Verkehr habe ich in der liberalen Stadt mit Bewunderung erfahren.
Warum tun sich deutsche Planer so schwer?
Flugticket kaufen und vor Ort Erfahrungen und Tipps sammeln. Es ginge alles so einfach und lösungsnah. Abflug!
stefanerichwilhelm@googlemail.com

Justin_Time

schrieb am 22.4.2026 22.25 Uhr:
Hab ich was verpasst?
Wenn ich die App mit der richtigen Geschwindigkeit nutze, der Vordermann aber nicht, wie soll man von der grünen Welle profitieren, wenn nicht alle Verkehrsteilnehmer mitmachen?

Barny

schrieb am 22.4.2026 23.34 Uhr:
@ Bea

Das wird absichtlich so geschaltet, es ist gewollt das der Verkehr nicht fließt.

So auch die Ampel am Sandberg, wenn man aus der Hafenstraße kommt, das lief der Verwaltung zu gut und wurde mehrfach angepasst , also verschlechtert.

Ebenso die Kreuzung Arnim Straße/ Heiligen Geist Kamp, das lief anfangs prima, nach div. Verschlimmerungen fährt der Abbiegeverkehr wieder durch die kleinen Straßen, weil es einfach schneller geht.

Auch stadtauswärts, hinter der Eric Warburg Brücke springt die Ampel ständig grundlos auf rot , auch von der Verwaltung so gewollt.

Quo Vadis Lübeck?

schrieb am 23.4.2026 8.18 Uhr:
Als Radfahrer mil dem Handy in der Hand und auf die Speziall-App schauend, um auf der "grünen Welle" zu reiten, wie soll das gehen?

Wenn das die Polizei sieht, kostet es € 55,00 bis € 100,00.

Damit es klappt sind notwendige Hilfsmittel nötig: Handy mit eingeschalteter Freisprechung, bzw. Kopfhörer.

Langsam wird es sinnfrei, über diesen "Fortschritt" nachzudenken.

Hans Dampf

schrieb am 23.4.2026 9.48 Uhr:
@Barny
Genau, die lübsche Verwaltung ist angetreten, um Ihnen und etwa 220.000 weiteren Bürgern das Leben schwer zu machen. So und nicht anders!

@Quo vadis
Was wollen Sie mit Ihrem Kommentar sagen? Dass man eine App braucht, um in Lübeck Fahrrad zu fahren? Oder dass Sie nicht wissen, was eine Handyhalterung fürs Fahrrad ist?
Wenn Ihnen das Denken über den Fortschritt Mühe bereitet, nehmen Sie sich doch den hiesigen Kommentarbereich zum Vorbild. Voller verbitterter, auch nur die kleinsten Veränderungen ablehnender Kommentatoren, viele, die sich die autogerechte Stadt der 60er und 70er Jahre zurück wünschen und dergleichen mehr. Ich persönlich finde ja meckern viel anstrengender als positiv zu denken, aber was weiß ich schon :⁠-⁠)

Manfred Vandersee

schrieb am 23.4.2026 11.16 Uhr:
Gerade in Lübeck sind wir jetzt besonders gespannt, ob es bei der Umsetzung einer guten Idee bleibt, oder wieder nur Geld kostet.

Die Hoffnung stirbt zuletzt;)

Justin_Time

schrieb am 23.4.2026 12.57 Uhr:
Eine öffentlich sichtbare Geschwindigkeitsempfehlung für die Ampeln wäre sicherlich sinnvoller gewesen als eine App. Ich wette, daran wird's scheitern.

Oha

schrieb am 24.4.2026 9.22 Uhr:
@ Hans Dampf

Auch wenn Sie sich lustig machen, sie haben es perfekt erkannt.

Ein grüner Politiker hat erst vor kurzem ganz frei sinniert, das es nicht schadet, wenn die Autofahrer auf der Hauptachse Hafenstraße/ Sandberg/ Heiligengeistkamp im Stau stehen.

Ebenso die Ampel hinter der Eric Warburg Brücke, die selbst morgens um 3 Uhr alle paar Minuten grundlos auf rot schaltet.

Das bekommt man natürlich mit wenn man zur Arbeit fährt.

Da dieses sogar die damalige Baustelle der Straßenerneuerung überlebt hat, ist es doch gewollt das der Verkehr ausgebremst wird.

Und dann wundert sich der Bürger, das die Verkehrsteilnehmer immer " Gnadenloser Egoistisch " Verhalten.