Linke und GAL: Gemeinschafts-Schule stärken statt Parallel-Strukturen schaffen

Lübeck - Moisling: Die Fraktion Linke und GAL spricht sich in einer Mitteilung entschieden gegen die Pläne der Verwaltung zur Errichtung eines 8. Gymnasiums aus. Stattdessen setzt sich die Fraktion für eine nachhaltige und bedarfsgerechte Weiterentwicklung der bestehenden Schullandschaft ein. Konkret fordert sie die Erweiterung der Heinrich-Mann-Gemeinschaftsschule in Moisling um zwei zusätzliche Züge sowie die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe.

Wir veröffentlichen die Mitteilung der Fraktion Linke und GAL im Wortlaut:

„Wir sehen keinen pädagogischen oder strukturellen Mehrwert in der Schaffung eines weiteren Gymnasiums, während bestehende Gemeinschaftsschulen mit großem Engagement arbeiten und zugleich ein wachsender Bedarf an Oberstufenplätzen erkennbar ist“, erklärt Juleka Schulte-Ostermann, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion sowie Bürgerschaftsmitglied der GAL. „Grundsätzlich begrüßen wir jedoch sehr, dass die Verwaltung das Angebot schaffen will, im Stadtteil Moisling auch Abitur machen zu können. Seit jeher müssen Kinder und Jugendliche den Stadtteil verlassen, um weiterführende Schulen mit Oberstufe zu besuchen.“

Nach Auffassung von Linke und GAL zeigt insbesondere die Nachfrageentwicklung, dass viele Eltern, Schüler und Schülerinnen gezielt das Angebot von Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe nutzen möchten. „Die vorliegenden Zahlen und Beispiele – etwa aus der Baltic-Gemeinschaftsschule – belegen diesen Trend deutlich. Gleichzeitig würde eine Oberstufe an der Heinrich-Mann-Schule gerade für den Stadtteil Moisling erhebliche Vorteile bringen: Kinder und Jugendliche könnten ihren gesamten Bildungsweg bis zum Abitur wohnortnah absolvieren, ohne den Stadtteil verlassen zu müssen“, so Andreas Müller, schulpolitischer Sprecher der Fraktion und Bürgerschaftsmitglied der Linken.

Die Fraktion kritisiert zudem inhaltliche und verfahrensbezogene Defizite in der Verwaltungsvorlage. Insbesondere wird bemängelt, dass zentrale Alternativen nicht ausreichend geprüft wurden und eine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Vorfeld unterblieben ist.

Vor diesem Hintergrund hat die Fraktion eine umfangreiche Anfrage an die Verwaltung gerichtet. Darin werden unter anderem folgende Punkte thematisiert:

- Warum wurde die Erweiterung der Heinrich-Mann-Gemeinschaftsschule mit Oberstufe nicht als gleichwertige Alternative geprüft?
- Weshalb fand keine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gemäß § 47f GO SH statt?
- Wie haben sich Anmeldezahlen und tatsächliche Übergänge in Oberstufen in den vergangenen Jahren entwickelt?
- Wie stellt sich die Auslastung bestehender Oberstufen an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien dar?
- Wie tragfähig ist die geplante Kooperation zwischen einem neuen Gymnasium und der Heinrich-Mann-Schule in der Oberstufe?
- Welche personellen, räumlichen und finanziellen Voraussetzungen sind für das neue Gymnasium erforderlich – und sind diese realistisch darstellbar?

Kritisch bewertet die Fraktion auch, dass eine politische Grundsatzentscheidung bereits jetzt getroffen werden soll, obwohl wesentliche Planungsgrundlagen – etwa eine detaillierte Kostenkalkulation oder eine abschließende Bewertung der Räumlichkeiten – erst für die Zukunft angekündigt sind.

„Wir erwarten eine transparente und bedarfsorientierte Schulentwicklungsplanung. Dazu gehört zwingend, Alternativen ernsthaft zu prüfen und die Perspektiven von Schülern und Eltern gleichberechtigt zu berücksichtigen“, so die Fraktion abschließend.

Linke und GAL kündigt an, sich weiterhin für eine Stärkung der Gemeinschaftsschulen und für mehr Bildungsgerechtigkeit im gesamten Stadtgebiet einzusetzen.
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Seit jeher müssen Kinder und Jugendliche den Stadtteil verlassen, um weiterführende Schulen mit Oberstufe zu besuchen. Foto: Archiv/HN

Seit jeher müssen Kinder und Jugendliche den Stadtteil verlassen, um weiterführende Schulen mit Oberstufe zu besuchen. Foto: Archiv/HN


Text-Nummer: 179103   Autor: LinkeuGAL/red.   vom 23.04.2026 um 16.09 Uhr

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