Benzinpreisentlastung vor dem Start

Lübeck: In einer Woche soll der "Tankrabatt" starten. Harald Denckmann beobachtet weiterhin die Entwicklung an den Zapfsäulen in Lübeck und kommentiert die Lage.

12 Uhr Mittag am Freitag, den 24. April. Natürlich werden dann die neuen Tagespreise für Kraftstoffe für 24 Stunden festgesetzt. Gleichzeitig tritt aber auch in Berlin der Bundesrat zu einer Sondersitzung zusammen, um das Gesetz zur temporären Absenkung der Energiesteuer für Kraftstoffe passieren zu lassen, besser bekannt als sogenannter 'Tankrabatt'. Vom 1. Mai bis zum 31. Juli soll es gelten und den Verbrauchern eine Reduzierung des Benzinpreises um etwa 17 Cent bescheren.

Auch wenn diesmal alle genau hinsehen, wird es in vollem Maße sicherlich nichts werden, wogegen auch das Kartellamt wie bisher nicht so schrecklich viel ausrichten können wird. Außerdem geht es in diesen Stunden eher wieder in Richtung höhere Preise an den Zapfsäulen, nachdem es in der letzten Zeit eine leichte Entspannung mit Preisen um die 2,10 Euro gegeben hat.

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Der Übersicht halber bleiben wir dabei, unseren Richtwert für den Benzinpreis in Super E5 anzugeben. Der Preis für E10 ist durchgehend immer etwa 6 bis 7 Cent günstiger als E5, der Dieselpreis ist im Moment etwa gleich mit E5.

Richtwert für die allgemeine Entwicklung ist nun einmal immer noch der aktuelle Preis für Rohöl an den internationalen Rohstoffbörsen. Hier orientieren wir uns am Preis für die Nordseesorte 'Brent', jeweils notiert an der Wall Street in New York. Die wurde am Donnerstagabend gegen 19.30 Uhr mit 106 US-Dollar bezahlt, und das verheißt für den Verbraucher nichts Gutes. Die Regierung des Iran hat mittlerweile bemerkt, dass sie durch die Kontrolle über den Eingang zum Persischen Golf die gesamte Weltwirtschaft im Würgegriff hat. Solange dort die Tanker und Versorgungsschiffe nicht mehr fahren, dürfte es keine überschaubare echte Entspannung geben. Die gibt es erst, wenn der Rohölpreis wieder unter 90 US-Dollar fällt.

Immerhin geschieht bei uns auch Erstaunliches. Viele Zeitgenossen, die Wind, Solar, Erdwärme und Biogas für ideologischen Spinnkram hielten, interessieren sich plötzlich für bisher verschmähte Elektroautos oder blättern schon mal in Prospekten für Wärmepumpen oder Solarmodule. Pikanterweise sind das alles Gründe, aus denen die vergangene Regierung abgewählt wurde, weil sie für viele Menschen zu radikal den richtigen Weg gehen wollte. Aber wir wollen nicht nachtreten. Schließlich geht Lübeck den richtigen Weg. Am kommenden Wochenende hat man auf der Messe 'GOGRØØN', der 'Messe für Nachhaltiges und Faires' die Möglichkeit, sich umfassend über das Angebot hiesiger Firmen zum zeitgemäßen Umgang mit Energien, Heizung und Verkehr zu informieren. Führerschein und Personalausweis sollte man mitbringen, dann kann man schon mal elektrisch fahren und das gute Gefühl genießen, sich unabhängig von Scheich und Revolutionsführer zu bewegen. Der Strom zum Antrieb wird nämlich neuerdings in Schleswig-Holstein hergestellt, und so mancher wird bemerken, dass wir zwar immer noch Agrarland sind, aber auch zum Energieexportland mutiert sind. Bei allem Gejammer sind wir so schlecht für die Zukunft also gar nicht aufgestellt.

Aktuell steigen die Preise wieder leicht an. Foto, Grafik: Harald Denckmann

Aktuell steigen die Preise wieder leicht an. Foto, Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 179121   Autor: Harald Denckmann   vom 23.04.2026 um 19.41 Uhr

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