Klang der Freiheit: Brahms-Festival lädt zu 30 Konzerten ein

Lübeck: Das 34. Brahms-Festival der Musikhochschule Lübeck (MHL) präsentiert unter dem Motto „Freiheit“ vom 2. bis zum 10. Mai 2026 dreißig Konzerte verschiedenster Formate. Zum Auftakt spielt das MHL-Sinfonieorchester unter Leitung der renommierten Dirigentin Catherine Larsen-Maguire: Am Samstag, 2. Mai, um 19:30 Uhr und am Sonntag, 3. Mai, um 17:00 Uhr erklingen Werke von Brahms, Beethoven und Rodrigo mit Otto Tolonen an der Sologitarre.

Zudem wird das Stück „Ziehen“ uraufgeführt, mit dem MHL-Studentin Sarah Proske den Kompositionswettbewerb für Orchester gewonnen hat.

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Zum Auftakt spielt das MHL-Sinfonieorchester. Foto: Olaf Malzahn

Über 60 Studenten eröffnen mit dem Sinfoniekonzert am 2. Mai und 3. Mai das 34. Brahms-Festival unter dem Motto „Freiheit“. Mit einem „Präludium“ im Kammermusiksaal laden Lehrende und Studierende der MHL am Samstag, 2. Mai um 18:00 Uhr zu einer Einstimmung auf das Festivalmotto. MHL-Präsident Prof. Bernd Redmann sagt dazu: „Das Streben nach Freiheit entspricht der menschlichen Natur, für sie zu kämpfen ist ein Leitmotiv der Menschheitsgeschichte, das sich auch in vielen schöpferischen Arbeiten spiegelt. Unser diesjähriges Festivalprogramm widmet sich musikalischen Ausdrucksformen, in denen die kreative Kraft der Freiheit unmittelbar erlebbar wird.“

Unter Leitung der britischen Gastdirigentin Catherine Larsen-Maguire, die ihre ansteckende Energie und technische Präzision am Dirigierpult international vielfach unter Beweis gestellt hat und bekannt ist für ihre feinfühlige Arbeit mit Jugendlichen und Studierenden, erklingen im Eröffnungskonzert am Samstag, 2. Mai, um 19:30 Uhr sowie am Sonntag, 3. Mai, um 17:00 Uhr die dritte Sinfonie in F-Dur von Johannes Brahms, die „Leonoren-Ouvertüre“ von Ludwig van Beethoven und das berühmte „Concierto de Aranjuez“ von Joaquín Rodrigo mit MHL-Gitarrenprofessor Otto Tolonen als Solist. Zu seinem Auftritt sagt er: „Rodrigos Konzert war für mich ein Schlüsselwerk, weshalb ich als Teenager begann, ernsthaft Gitarre zu spielen.“ Er ist seit 2019 Professor an der MHL und zählt zu den vielseitigsten klassischen Gitarristen seiner Generation.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Uraufführung der Komposition „Ziehen“, mit der Sarah Proske im Februar den MHL-Wettbewerb für Orchesterkomposition gewonnen hat. Die Jury bewertete ihr Werk als „hervorragend instrumentiert, besonders farbenreich, voller interessanter und detailliert ausgeführter Texturen, über weite Strecken fein, fragil, fast irreal, bis sich die Musik überraschend zu einem regelrecht manischen Schluss verdichtet“. Die 26-Jährige hat an der MHL Kirchenmusik mit dem Profil „Improvisation, Komposition, Neue Medien“ sowie den innovativen Master Orgelimprovisation bei Prof. Franz Danksagmüller studiert und beschreibt ihre Inspiration: „Manchmal passiert es im Traum oder in einem tranceartigen Zustand, dass man einen winzigen Faden spürt, der erst sachte, doch dann immer stärker die Seele zu einem Ort unendlicher Freiheit ruft.“

Das MHL-Sinfonieorchester präsentiert das eindrucksvolle Konzertprogramm am Samstag, 2. Mai, um 19.30 Uhr und noch einmal am Sonntag, 3. Mai, um 17 Uhr im Großen Saal der MHL. Ausschnitte aus dem Programm erklingen im Rahmen des Schulkonzerts „Fake News – War Beethoven eine Frau?“ (Montag, 4. Mai, 10:30 Uhr). Karten für das Eröffnungskonzert sind an vielen Vorverkaufsstellen und online über www.mh-luebeck.de erhältlich. Der Eintritt zum Präludium ist frei.


Abendliche Themenkonzerte als Herzstück des Festivals
Die abendlichen Themenkonzerte, in denen über 200 MHL-Mitglieder in immer neuen Kammermusik-Ensembles jeweils um 19:30 Uhr auf der Bühne im Großen Saal zusammenkommen, sind das Herzstück des Festivalprogramms und repräsentieren mit ihren Themen „Indomabile – Freiheitskampf“ (Dienstag, 5. Mai 2026), „May you be forever free!“ (Mittwoch, 6. Mai 2026), „Frei erfunden – Die Kunst der Fantasie“ (Donnerstag, 7. Mai 2026) und „Ich bin eine Engländerin, zur Freiheit geboren“ (Samstag, 9. Mai 2026) besondere Aspekte des Festivalmottos. Der Studierendenabend zeigt gleich drei Performances mit Studierenden aus verschiedenen Fachrichtungen: „Colab I“ (Freitag, 8. Mai 2026, 19:00 Uhr) im Konzertfoyer der MHL, „One Eyed Starfish“ (Freitag, 8. Mai 2026, 19:30 Uhr) über einen einäugigen Seestern in der Kunsttankstelle sowie Colab II (Freitag, 8. Mai 2026, 21:30 Uhr) im Mensa-Innenhof. Zum Abschluss feiert das Abendkonzert „Spiel und Spaß“ (Sonntag, 10. Mai 2026) das musikalische Spiel mit Werken von Mozart, Schumann, Kurtág, Cage und Gubaidulina. Das Festival endet mit einer gemeinsamen Improvisation – der wohl höchsten Form musikalischer Freiheit. Karten für die abendlichen Themenkonzerte sind an vielen Vorverkaufsstellen und online unter www.mh-luebeck.de erhältlich.

Morgenreihe in St. Jakobi, Lunchtime-Concerts im Behnhaus Drägerhaus, Nachmittagskonzerte in der Villa
Erneut eröffnen Studenten der MHL-Orgelklassen die Festivaltage mit einem Morgenkonzert um 8:30 Uhr in St. Jakobi. Es erklingen Orgelwerke aus verschiedenen Epochen und Improvisationen, diesmal unter dem Motto „Stylus phantasticus – Gestern und Morgen“ (Montag, 4. Mai 2026, bis Freitag, 8. Mai 2026). Die mittägliche Reihe „Lunchtime Concert“ (Dienstag, 5. Mai 2026, bis Samstag, 9. Mai 2026) kehrt ins frisch renovierte Museum Behnhaus Drägerhaus zurück mit der beliebten Verbindung aus Hörerlebnis und musikwissenschaftlicher Moderation. Um jeweils 12:30 Uhr stellen fünf junge MHL-Kammermusikensembles Beethovens späte Streichquartette vor, mit denen der Komponist musikalische Konventionen seiner Zeit radikal hinter sich ließ und in die kompositorische Freiheit aufbrach. Drei ebenfalls moderierte Nachmittagskonzerte um 17:00 Uhr in der Villa Brahms nähern sich dem Festivalmotto auf je eigene Weise: „Er war schon längst daran gewöhnt, keinen eigenen Willen zu haben“ (Montag, 4. Mai 2026) heißt ein Konzert mit Lesung aus Tolstois bildgewaltiger Erzählung „Herr und Knecht“ sowie Musik von Brahms. „Frei aber einsam“ (Mittwoch, 6. Mai 2026) zelebriert mit der berühmten „F.A.E.-Sonate“ das persönliche Lebensmotto von Johannes Brahms und „Aus des Knaben Wunderhorn“ (Freitag, 8. Mai 2026) nimmt Vertonungen der berühmten Volksliedsammlung in den Fokus. Karten für diese Konzerte sind an vielen Vorverkaufsstellen und online unter www.mh-luebeck.de erhältlich.

Besondere Spielstätten des Festivals: „Die Freiheit zu singen“ in der JVA, „Das Wispern der Freiheit“ im Heiligen-Geist-Hospital
Das Begegnungskonzert in der JVA „Die Freiheit zu singen“ (Dienstag, 5. Mai 2026, 17:00 Uhr) unter Projektleitung von Prof. Annette Ziegenmeyer mit den Chören der JVA Lübeck und der MHL unter Leitung von Stephan Fleck und Bernd Ruf ist bereits ausgebucht. Ein Wandelkonzert der leisen Töne verspricht das „Das Wispern der Freiheit“ (Donnerstag, 7. Mai 2026, 17:00 Uhr) im Heiligen-Geist-Hospital: MHL-Studierende aus dem „Instant Composing Ensemble“ verwandeln unter Leitung von MHL-Professorin Corinna Eikmeier die historischen Kabäuschen in winzige Konzertorte. Mit verschiedensten Instrumenten werden sie dort Klänge am Rande der Hörbarkeit erzeugen. Anmeldungen sind aufgrund begrenzter Platzzahl unter www.mh-luebeck.de erforderlich bis zum 1. Mai 2026. Der Eintritt ist frei.

Notenbank erstmals öffentlicher Konzertort
Die MHL öffnet im Rahmen des Brahms-Festivals erstmals ihre Tore für ein öffentliches Konzert in der Notenbank: Klassiker der elektroakustischen Musik und Arbeiten gegenwärtiger Komponistinnen und Komponisten sind bei der „Spatial Audio-Performance“ (Sonntag, 10. Mai 2026, 14:00 Uhr) in der Schalterhalle der Notenbank zu hören. Das Publikum kann dabei in die eindrucksvolle Klangwelt des neuen 360-Grad-Lautsprechersystems eintauchen. Aufgrund begrenzter Platzzahl ist hierfür eine Anmeldung über die Website www.mh-luebeck.de bis zum 1. Mai erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Improvisation zum Tagesabschluss in „Brahms Night Lounge“
Zur Tradition geworden ist am Ende des Festivaltages die Brahms Night Lounge (Montag, 4. Mai 2026 im CVJM und Samstag, 9. Mai 2026 in der MHL, jeweils 22:00 Uhr), bei der MHL-Studenten und Dozenten in verschiedensten Formationen und Ensemblegrößen spontan zusammentreffen, um über die Themen des Festivals zu improvisieren. Der Eintritt ist frei.

Das Lübecker Brahms-Festival findet seit 1992 und in diesem Jahr zum 34. Mal statt. Nach und nach wurden Spielstätten und Konzertformate erweitert. Es präsentieren sich jährlich über 200 Musikerinnen und Musiker der MHL. 2006 wurde das Festival mit dem Brahms-Preis der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

Gastdirigentin Catherine Larsen-Maguire. Foto: Miguel Barreto

Gastdirigentin Catherine Larsen-Maguire. Foto: Miguel Barreto


Text-Nummer: 179131   Autor: Veranstalter/red.   vom 26.04.2026 um 11.34 Uhr

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