Rund 100 Leselernhelfer trafen sich in Lübeck

Lübeck - Innenstadt: Rund 100 Engagierte aus ganz Deutschland sind am Wochenende ins Katharineum nach Lübeck gekommen, in das traditionsreiche Gymnasium, das schon Thomas Mann besuchte. Anlass war die bundesweite Fachtagung des Lesementor Bundesverbands, die in diesem Jahr mit einem besonderen Jubiläum verbunden war: Der Mitgliedsverein "Mentor – Die Leselernhelfer Lübeck e.V." wird 20 Jahre alt.

Im Mittelpunkt der Tagung stand die Frage, wie Kinder heute lesen lernen und wie sich Leseförderung daran anpassen muss. Denn die Voraussetzungen haben sich verändert: Texte stehen längst nicht mehr allein, sondern begegnen Kindern zusammen mit Bildern, kurzen Nachrichten, Videos oder digitalen Anwendungen. Entsprechend vielfältig sind die Ansätze, die in Lübeck diskutiert wurden.

In Workshops ging es um kreative Lesespiele, um neue Möglichkeiten, digitale Werkzeuge in der Lesestunde einzusetzen, bis zu Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz, sowie die Arbeit mit Kindern, die Deutsch als Zweitsprache lernen. Auch andere Lübecker Initiativen waren beteiligt: So zeigten die Bücherpiraten, wie Kinder eigene Comics und kleine Magazine entwickeln können und dabei spielerisch Lesen und Schreiben lernen.

Die Atmosphäre sei „sehr offen und inspirierend“ gewesen, sagt Martina Brunk. 1. Vorsitzende von Mentor – Die Leselernhelfer Lübeck e. V. Viele Teilnehmende hätten konkrete Ideen mitgenommen, die sich direkt in der Praxis umsetzen lassen. Gleichzeitig wurde in Lübeck deutlich, wie groß der Bedarf ist: Studien zeigen seit Jahren, dass viele Kinder Schwierigkeiten beim Lesen haben – mit Folgen für ihre gesamte Schullaufbahn.

„Lesen ist die Grundlage für alle weiteren Lernprozesse. Wenn Kinder hier nicht mitkommen, wirkt sich das auf alle Fächer aus“, sagt Huguette Morin-Hauser, 1. Vorsitzende des LesementorBundesverbands. Bundesweit engagieren sich derzeit rund 17.500 Lesementoren für mehr als 23.500 Kinder und Jugendliche. Auch in Lübeck ist daraus ein starkes Netzwerk entstanden: 224 Ehrenamtliche arbeiten eng mit Schulen und lokalen Partnern zusammen und unterstützen Kinder individuell beim Lesenlernen.

Das Prinzip ist einfach und bleibt trotz aller neuen Methoden zentral: Ein Lesementor trifft sich einmal pro Woche mit einem Kind zu einer festen Lesestunde. Gerade in einer Zeit, in der Kinder mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Medien aufwachsen, gilt diese persönliche Begleitung als entscheidender Faktor.

Für den Lübecker Verein und den Bundesverband ist die Tagung auch ein Blick nach vorn. Nach mehr als 20 Jahren Leseförderung in der Stadt geht es weiterhin darum, neue Engagierte zu gewinnen, damit noch mehr Kinder die Chance bekommen, Lesen als Schlüssel für ihre Bildung zu entdecken.

Rund 100 Leselernhelfer trafen sich am Wochenende im Katharineum. Foto: Alexander Hagmann

Rund 100 Leselernhelfer trafen sich am Wochenende im Katharineum. Foto: Alexander Hagmann


Text-Nummer: 179158   Autor: Lesementor Bundesverband   vom 26.04.2026 um 16.36 Uhr

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