Forum für Migranten im Dialog mit Religionsgemeinschaften
Lübeck: Das Forum für Migranten in der Hansestadt Lübeck führt seinen Dialog mit Religionsgemeinschaften fort. Sie dienen einem friedlichen und respektvollen Zusammenleben. In den vergangenen Tagen war das Forum bei der Alevitischen Gemeinde, der Neuapostolischen Kirche und der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu Gast.Das Forum versteht sich als unabhängige Interessenvertretung der rund 67.000 Menschen mit Migrationsgeschichte aus etwa 170 Ländern, die in Lübeck leben.
„Sich zu treffen, miteinander zu sprechen und Verständnis für den ‚Anderen‘ zu entwickeln, all das ist von zentraler Bedeutung für ein friedliches Zusammenleben in Lübeck“, betont der Vorsitzende des Forums, Aydin Candan.
Der Beauftragte für interkulturelles und interreligiöses Zusammenleben, Spyridon Aslanidis, sucht gezielt den Austausch mit unterschiedlichen Gemeinschaften: "Unser Anliegen ist nicht die Theologie, sondern der Dialog über kulturelle und gesellschaftliche Themen. Wir möchten unterschiedliche Weltanschauungen besser verstehen und zugleich das Forum vorstellen, und uns für Kooperation und Projekte anbieten.“
In jüngster Zeit fanden mehrere Begegnungen statt:
Im Rahmen des Besuchs mit dem interreligiösen Kreis Lübeck bei der Alevitischen Gemeinde Lübeck wurde deutlich, dass im alevitischen Glauben die Vernunft (türkisch: akıl) als zentrale Gabe Gottes und wichtigste Quelle zur Erkenntnis des Göttlichen gilt. Ein wichtiger Aspekt der Lebenseinstellung der Glaubensmitglieder ist, dem Mitmenschen immer zu helfen.
Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Neuapostolischen Kirche in Lübeck nahm das Forum an einer Feierstunde mit anschließender Begegnung teil. Nach der Feierstunde, in der der Stadtpräsident Henning Schumann Glückwünsche im Namen der Bürgerschaft überbrachte, folgte ein Get-together. Im Austausch mit dem Vorsteher der Gemeinde und der Priesterin wurde deutlich, dass ihre Kirche den Mitgliedern Beheimatung, Orientierung und Sicherheit bietet.
Ein weiteres Treffen führte in das Gemeindehaus der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Der Beauftragte Spyridon Aslanidis wurde dort offen und herzlich empfangen. Im Gespräch mit dem stellvertretenden Bischof wurde insbesondere der hohe Stellenwert der Familie in der Glaubensgemeinde hervorgehoben. Zudem wurde das sogenannte „Wort der Weisheit“ erläutert, das unter anderem den Verzicht auf Alkohol, Koffein, schwarzen Tee, Tabak und illegale Drogen beinhaltet. "In Lübeck – wie auch überall auf der Welt – sind junge Mitglieder der verfassungstreuen Religionsgemeinschaft auf der Straße oder im Bus zu sehen: Modern gekleidet, höflich und sympathisch sind sie auf Mission, um Fortschritt im Erdenleben zu fördern", berichtet das Forum.
Das Forum versteht sich ausdrücklich weder als religiöse Gemeinschaft noch als Institution für dogmatische Fragestellungen: „Im Mittelpunkt stehen die Menschen, ihre Kulturen und Lebensweisen – und vor allem das friedliche Zusammenleben auf Grundlage des Grundgesetzes und der Menschenrechte“, erklären Candan und Aslanidis.
Auch künftig wird das Forum "weitere Begegnungen haben, um den Austausch zwischen den Gemeinschaften zu stärken und gegenseitiges Verständnis, Respekt sowie gesellschaftlichen Zusammenhalt in Lübeck weiter zu fördern. Das Forum bedankt sich für den offenen Austausch und die sehr freundlichen Treffen."

Das Forum für Migranten nahm an der Feierstunde zum 125. Jubiläum der Neuapostolischen Kirche in Lübeck teil. Foto: Forum
Text-Nummer: 179177 Autor: Forum/red. vom 27.04.2026 um 16.54 Uhr
