Stadtpräsident: Brauchen einen kostenlosen Fähr-Rundverkehr
Lübeck - Travemünde: Der sogenannte „Promenadenrundlauf“ auf beiden Seiten der Trave ist ein viel beworbener Baustein in der Travemünder Tourismus-Werbung. Doch mit der Autofähre zum Priwall überzusetzen, durch die Ferienanlage „Beach Bay“ zu flanieren und zurück mit der Fußgängerfähre kostet 2,10 Euro für die einfache Fahrt. Stadtpräsident Henning Schumann (CDU) plädierte jetzt für eine kostenfreie Passage, damit Gewerbetreibende auf dem Priwall „überhaupt eine Chance haben, da zu überleben“.
Die Stimmen, die geringere Fährgebühren für Fußgänger fordern, mehren sich: Bereits im Februar hatte der Travemünder Ortsrats-Vorsitzende Karsten Hübner vorsichtig von „deutlichen Bemühungen“ gesprochen, dass die Überfahrt für Menschen „keinerlei Gebühren“ kosten solle (Wir berichteten). Hübner berief sich dabei auf Informationen aus dem Bürgermeisterbüro. „Es ist zwar noch nichts fix, aber jeder weiß darum, dass da drüben das Leben zurückkehren muss“, so Hübner zum Thema Beach-Bay.
Priwallverein: Hoffen auf gute Konzepte
In der April-Sitzung des politischen Gremiums griff nun Christian Wölbeling, Vorsitzender der Gemeinschaft der Priwallbewohner, das Thema erneut auf. Wölbeling sprach von Konzepten, die Fährverbindungen attraktiver zu machen „für alle, die auf dem Priwall Erholung suchen“. Konkret sprach er von Überlegungen, die Überfahrt für Touristen mit der Ostseecard (Nachfolger der Kurkarte) zu verbinden. Oder das Fährticket als Gutschein zu nutzen „wie bei Raststätten an der Autobahn“. Das sei ein Konzept, über das man nachdenken könne. Er sprach auch von den Kosten für zum Beispiel vierköpfige Familien. Man hoffe, dass es noch gute Konzept gäbe.

Stadtpräsident: Brauchen einen kostenlosen Fähr-Rundverkehr
Stadtpräsident Henning Schumann erklärte in Abwandlung eines berühmten Ausspruchs des römischen Staatsmannes Marcus Porcius Cato der Ältere: „Im Übrigen bin ich der Meinung, wir brauchen einen kostenlosen Fähr-Rundverkehr!“ Was ihm viel Applaus im Ortsrat einbrachte. Schumann meinte, es sei zwar schwierig, aber: „Dann können wir diesen Trave-Rundlauf auch beleben. Dann haben Gewerbetreibende überhaupt eine Chance, da zu überleben. Und zwar nicht nur in den drei oder vier Sommermonaten, sondern auch darüber hinaus.“ Als neuer Vorsitzender des Vereins, der die Ostseestation auf dem Priwall trägt, wird man Henning Schumann auf der Travemünder Halbinsel jetzt noch öfter sehen. Auch einer Mitgliedschaft im Verein der Priwallbewohner schien er nicht abgeneigt.
Politik in Bewegung
Neben den Gesprächen, die seit Längerem im Hintergrund zu laufen scheinen, prescht jetzt auch eine der Fraktionen vor. Dem Vernehmen nach ist ein Antrag in Arbeit, dass die Stadt unter anderem eine kostenlose Fährpassage für Fußgänger genauer prüfen solle. Der Antrag könnte schon in Kürze in den politischen Gremien landen.

Bisher nutzen nur Bewohner des Priwalls die Fähre kostenlos, was sie sich vor Jahren mit zahlreichen Demonstrationen erkämpft hatten. Jetzt gibt es Überlegungen, dies auf alle Fußgänger auszuweiten. Foto: Helge Normann
Text-Nummer: 179199 Autor: Helge Normann vom 28.04.2026 um 15.01 Uhr
