Benzinpreise – Rabatt kaum spürbar

Lübeck: Am Montag war der erste Werktag nach der Einführung der zweimonatigen Spritpreisbremse. Harald Denckmann beobachtet die Entwicklung an den Zapfsäulen seit Beginn des Iran Krieges und zieht eine Bilanz der staatlichen Maßnahmen.

Gut, dass wir den Verlauf der Preise seit Beginn des Iran Krieges am 1. März verfolgen. Am Verlauf wird deutlich, welche Preisentwicklung die Volkswirtschaft seitdem auszuhalten hat. Der Preis ist natürlich nur einer von mehreren Indikatoren für unseren Wohlstand, aber eben bei der derzeitigen Struktur der Märkte ein gewichtiger. Seit dem 1. Mai sollten wir nun alle entlastet werden, aber wie schon bei der Tankentlastung im Jahre 2022 spüren alle davon nicht so viel, wie sie erwartet haben.

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Bei Betrachtung unserer Kurve wird deutlich, dass alles in etwa auf dem hohen Niveau verharrt, was wir seit Beginn der Konflikte gewohnt waren. Der Preis für unseren Leitindex Super E5 hat sich bei etwa 2,10 Euro eingependelt. Das ist in etwa das, was wir in der letzten Aprilwoche auch gezahlt haben. Wenn wir uns jetzt die 17 Cent Rabatt einmal wegdenken, wären wir bei 2,27 Euro, das haben wir Anfang April regulär gezahlt.

An der Wall Street wird 'Brent' zur Stunde mit etwa 115 US-Dollar gehandelt, also wäre durchaus noch ein wenig Luft nach unten, aber diese Lücken werden von den Anbietern immer gekonnt weggeleugnet. Da ist von Phantomtankern die Rede, die nach Asien umgeleitet werden und bei uns für Verknappung sorgen. Natürlich erschallt der Ruf nach dem Kartellamt, das bereits vor vier Jahren so gut wie nichts hat ausrichten können, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Den täglichen Aktionismus, den Konzernen ihre außerordentlichen Gewinne abzujagen, müssen wir eben ertragen.

Halten wir uns also lieber an die konkreten Zahlen. Der teuerste Anbieter in Lübeck verlangte heute Mittag um 12 Uhr doch glatt absurde 2,27 Euro für einen Liter Super E5. So einen Unsinn zur statistischen Grundlage zu machen, hat natürlich überhaupt keinen Zweck, wenn man ein einigermaßen vernünftiges Bild für den Verbraucher haben möchte. Wir werden also im weiteren Verlauf einen Wert zwischen 19 und 20 Uhr notieren. Zu dem Zeitpunkt hat sich nach bisherigen Beobachtungen ein halbwegs vernünftiger Durchschnittswert mit einer geringen Schwankungsbreite gebildet, den wir im Preisverlauf eintragen können.

Empfehlen können wir weiterhin, am Vormittag zu tanken, und dabei nicht auf die letzten ein bis zwei Cent zu gucken. Da kann man überall hinfahren, denn viel mehr Spielraum ist dann in der Regel nicht mehr.

Ganz kurz gab es in Lübeck direkt einmal eine Zapfsäule mit einem Tiefpreis unter 2 Euro. Mal sehen, ob wir diesen Wert im Durchschnitt bald einmal wieder erreichen. Im Moment sieht es nicht danach aus. Donald Trump redet davon, Schiffen den Weg durch die Meerenge zu ebnen, die Iraner behaupten, eine amerikanische Fregatte beschossen zu haben, was die Amerikaner dementieren. Eigentlich reichen solche Nachrichten aus, den Ölpreis weiter in die Höhe zu treiben, und als die Nachrichten durchdrangen, stieg der Ölpreis auch gleich auf 115 US-Dollar. Die Investoren scheinen also nicht so alles zu glauben, was dort momentan so verlautbart wird. Das bedeutet hohe Preise am Dienstagmittag, also schnell morgen früh noch tanken, denn bis 12 Uhr können die momentan bestehenden Preise schließlich nicht steigen.

Der Benzinpreis ist seit Monatsbeginn leicht gesunken. Foto, Grafik: Harald Denckmann

Der Benzinpreis ist seit Monatsbeginn leicht gesunken. Foto, Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 179315   Autor: Harald Denckmann   vom 04.05.2026 um 19.00 Uhr

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