Linke wollen, dass Mieten-Notstand in Lübeck anerkannt wird

Lübeck: Archiv: Der Kreisverband Die Linke Lübeck hat einer Mitteilung zufolge am 1. Mai offiziell seinen Einwohnerantrag zum Thema Mietennotstand gestartet. Bereits kurz nach Beginn der Sammlung hätten über 300 Lübecker unterschrieben, so Die Linke. „Ziel ist es, rund 5.000 Unterschriften zu erreichen, um die Bürgerschaft zu verpflichten, sich mit der Situation auseinanderzusetzen und konkrete Maßnahmen zu beschließen.“

Wir veröffentlichen die Mitteilung von „Die Linke“ im Wortlaut:

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Im Zentrum des Antrags steht die Forderung, den Mietennotstand in Lübeck offiziell anzuerkennen. Für viele Menschen in der Stadt haben die Mieten inzwischen ein kaum noch tragbares Niveau erreicht. Die Folge: Verdrängung, Existenzängste und die zunehmende Schwierigkeit, überhaupt noch angemessenen Wohnraum zu finden.

„Mieterinnen und Mieter in Lübeck haben die Nase voll. Immer mehr Menschen wissen nicht mehr, wie sie ihre Miete bezahlen sollen, während gleichzeitig bezahlbarer Wohnraum fehlt“, erklärt Kreissprecher Andreas Müller. „Uns fehlen nicht einfach Wohnungen – uns fehlen bezahlbare Wohnungen. Wenn überwiegend hochpreisige Projekte entstehen, verschärft das die soziale Schieflage weiter.“

Die Linke fordert daher ein umfassendes Maßnahmenpaket, das von der Verwaltung erarbeitet und der Bürgerschaft zur Entscheidung vorgelegt werden soll. Ein Schwerpunkt liegt auf der konsequenten Umsetzung des Wohnraumschutzgesetzes: Meldungen zu Mietwucher, Leerstand und Wohnungsmissständen sollen niedrigschwellig möglich sein und zügig bearbeitet werden. Bestehende Mängel müssen konsequent beseitigt und Verstöße wirksam verfolgt werden.

Ein weiterer zentraler Punkt ist der Ausbau des sozialen Wohnungsbaus. Dieser soll bedarfsdeckend erfolgen und dauerhaft gesichert werden – mit einer Quote von mindestens 50 Prozent.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Die Linke in der Haushaltssitzung eine zusätzliche Personalstelle zur Umsetzung des Wohnraumschutzgesetzes beantragt. Dieser Antrag wurde jedoch von der Rathausmehrheit abgelehnt. Nach den derzeitigen Beschlüssen hat die Hansestadt Lübeck keine Möglichkeit, zusätzliches Personal für diesen Bereich einzustellen, ohne an anderer Stelle Stellen zu streichen.

„Das führt zu einer absurden Situation: Eine soziale Notlage wird gegen eine andere aufgerechnet. Genau das darf nicht passieren“, so Kreissprecherin Bianca Szygula. „Wenn wir wollen, dass Gesetze wie das Wohnraumschutzgesetz wirken, müssen wir auch die personellen Voraussetzungen schaffen.“

In den kommenden Wochen wird der Kreisverband mit Haustürgesprächen, Infoständen und Aktionen im gesamten Stadtgebiet unterwegs sein, um weitere Unterstützer zu gewinnen. Parallel sind Mieterveranstaltungen geplant, bei denen unter anderem Betriebskostenabrechnungen geprüft und Unterstützung bei überhöhten Heizkosten angeboten wird.

Der Einwohnerantrag kann auch unter www.die-linke-luebeck.de online heruntergeladen, im offenen Büro dienstags zwischen 17:00 und 19:00 Uhr abgegeben oder per Post eingereicht werden.
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Wenn das Geld nicht mehr reicht: Im Zentrum des Antrags steht die Forderung, den Mietennotstand in Lübeck offiziell anzuerkennen. Foto: Archiv
Wenn das Geld nicht mehr reicht: Im Zentrum des Antrags steht die Forderung, den Mietennotstand in Lübeck offiziell anzuerkennen. Foto: Archiv

Text-Nummer: 179325    Autor: Linke/red.    vom 5.5.2026 12.27 Uhr

Kommentare zu diesem Text (7):

Angelika Kawen

schrieb am 5.5.2026 12.35 Uhr:
Hallo, liebe Linke, warum ist das keine Online Petition? Nicht jede/r hat einen Drucker und/oder kann wärend der zeitl. begrenzten Öffnungszeit bei euch vorbei kommen.

Hans Hansen

schrieb am 5.5.2026 15.12 Uhr:
Ich bin ja kein großer Fan der Linkspartei, aber warum sind das die Einzigen die soetwas wie eine Priorisierung von politischen Themen nach gesellschaftlicher Relevanz vornehmen? Warum sind es die einzigen, die ihre Konzepte nachhaltig aufstellen?

Schon bei der Bundestagswahl gab es nur EIN EINZIGES Haushaltskonzept, dass nachhaltig aufgestellt war. Laut Bund der Steuerzahler. Und das war das der Linksaprtei. KEINE EINZIGE andere Partei, konnte ihr politisches Programm auch nur in der Theorie finanzieren.

Ich habe das Gefühl einer verdrehten Realität... man wirft den Linken Populismus vor, aber tatsächlich sind es die Einzigen die anscheinend über ihr Programm nachdenken. Und Akteure wie die Union, denen man Wirtschaftskompetenz unterstellt, sind in der Praxis einfach Traumtänzer. Es ist einfach verkehrte Welt mittlerweile.

Mischa

schrieb am 5.5.2026 16.15 Uhr:
Liebe Frau Kawen!

Leider ist es nicht per Onlinepetition möglich. In § 16f der Gemeindeordnung für Schleswig-Holstein steht: "Einwohner*innen ab 14 Jahren können schriftlich beantragen, dass die Gemeindevertretung über bestimmte Selbstverwaltungsangelegenheiten berät und entscheidet."

Es ist also tatsächlich nur schriftlich möglich. Ob das noch zeitgemäß ist, ist allerdings eine andere Frage.

Vielleicht haben Sie ja Glück und treffen die Linken bei einem ihrer Infotische und direkt vor Ihrer Haustür. So wie es im Artikel steht, soll da wohl noch einiges kommen.

Misanthrop

schrieb am 5.5.2026 17.12 Uhr:
@Hans Hansen

Versuche ich auch hier immer zu vermitteln. Leider sind einige User hier sehr darauf versessen, ihr blaues Herz an die falsche Alternative zu verschenken.

Normal

schrieb am 5.5.2026 19.46 Uhr:
(...)
"Kleinere" Vermieter müssen erhalten, Steuern zahlen und ihre Krankenversicherung leisten auf ihre Einnahmen. Steigende Versicherungsprämien, auch für Schornsteinfeger, Hausmeisterdienste, Wartung für Heizung und Rauchmelder spiegeln sich in der zweiten Miete als Nebenkosten wider. Energie wird künstlich durch das CO2 Narrativ, Energie- und Mehrwertsteuer verteuert. Zudem schwatzt die Regierung bereits davon, dass Vermieter einen Teil der von Stasts wegen erhobenen CO2 Steuer für die Mieter tragen sollten. Brandstifter und Feuerwehr zugleich spielt hier ebenfalls die Regierung.
(...)

Holger Steffen

schrieb am 5.5.2026 21.29 Uhr:
Mit ihrer Empörungsrhetorik, dem schüren von Wut und Stimmungen anstatt sachorientierter Lösungsbereitschaft, unterscheidet sich die Linke kaum noch von der AfD. Nazis und Kommunisten waren die Totengräber der demokratischen Weimarer Republik. Geht das schon wieder los?

Man kann nicht Antifaschist sein, ohne die historische Schuld die Deutschland mit dem Holocaust auf sich geladen hat anzuerkennen, den Opfern zu gedenken und jüdischen Mitbürgern die Hand zur Versöhnung auszustrecken. Die Linke sollte sich mal um ihre Jugendorganisation kümmern, bevor der Verfassungsschutz sich darum kümmert.

https://www.mopo.de/im-norden/schleswig-holstein/offener-antisemitismus-entsetzen-ueber-die-linksjugend-in-schleswig-holstein/

Misanthrop

schrieb am 6.5.2026 8.42 Uhr:
@Normal

Oh je oh je... Die ARMEN Vermieter. Da muss man natürlich Mitleid haben. Haben sie es doch SOOO schwer im Leben. Bekommen Geld ohne großen Aufwand.

Mimimi... Wenn es dir als Vermieter alles doch so schwer fällt, kannst du ja immer noch verkaufen.

Das Leben ist schon hart, wenn man reich ist.