Vorderreihe: Neue Schilder zeigen Wirkung

Lübeck - Travemünde: Zu hoch, zu klein, zu viele: So könnte man die jahrelange Kritik an der Beschilderung in der Travemünder Vorderreihe zusammenfassen. Die Stadt hat jetzt nachgebessert und neue, einheitliche Schilder aufgestellt. Sie sollen dafür sorgen, dass die Verkehrsregeln eingehalten werden. Also vor allem niemand durch die Fußgängerzone fährt. Es scheint zu funktionieren.

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„Zur besseren Einhaltung der Regelungen ist vorgesehen, die Beschilderung im Bereich der Vorderreihe weiter zu optimieren“, hatte die Verwaltung im März angekündigt. Von weiterer Optimierung kann allerdings kaum eine Rede sein, denn die Beschilderung war einfach schlecht, mit der Folge, dass Autofahrer in großer Zahl durch die Fußgängerzone fuhren.

Autofahrer übersahen Schilder
Ortsunkundige müssten vor der Vorderreihe erst einmal eine Pause machen und überlegen, welches Schild wichtig für sie sei, hatte Michael Matthies von der „Travemünder Runde“ schon vor einem Jahr die Situation beschrieben (Wir berichteten). Auf seine Frage an einen Autofahrer, warum das Schild nicht beachtet wurde, hatte er zur Antwort bekommen: „Hab’ ich nicht gesehen.“ Auch Geschäftsleute, mit denen er ins Gespräch gekommen sei, hätten vor allem die Beschilderung für Auto- und Radfahrer in Höhe der Vogtei angesprochen, so Matthies damals.

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Vorher: Noch im April 2026 wurden die Schilder von vielen Autofahrern ignoriert oder übersehen.

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Nachher: Die auffälligen neuen Schilder werden deutlich besser beachtet.

Neue Schilder kaum noch zu übersehen
Zuerst wurden die Schilder an der Einfahrt vom Fährplatz Höhe Alte Vogtei ausgetauscht. Weitere Zufahrten folgten am Mittwoch (06. Mai 2026). Durch den Rahmen wirkt das Schild deutlich auffälliger und klarer. Ganz oben prangt das Symbol „Fußgängerzone“, gefolgt von „Lieferverkehr frei von 5–10 und 19–22 Uhr“, „Fahrräder frei von 19 bis 10 Uhr“ und ganz groß „Taxi frei“. Die großen neuen Schilder springen sofort ins Auge, sodass Verkehrsteilnehmer nicht von weiteren Schildern wie „Einbahnstraße“ und „Zweirichtungsradweg“ oder „Radfahrer Rücksicht nehmen“ irritiert werden. Zum Teil verdecken die neuen Schilder auch die weiteren dahinterliegenden.

Schilder wirken
Musste man sonst nur wenige Minuten warten, um einen Autofahrer in die Fußgängerzone einbiegen zu sehen, verhält es sich nach der Aufstellung der neuen Schilder jetzt anders. Nur noch selten bremst ein Fahrzeug kurz ab, der Fahrer schaut, und fährt dann korrekt weiter, anstatt in die Vorderreihe einzubiegen. Auch deutlich mehr Radfahrer steigen ab. Nur ein Mofa-Fahrer nahm am Mittwoch schwungvoll die Kurve und knatterte, ordentlich Abgase verbreitend, an den Kaffeetischen vorbei durch die Fußgängerzone.

Vorderreihe ganzjährig Fußgängerzone
Die Travemünder Einkaufsstraße Vorderreihe war lange Jahre eine „saisonale Fußgängerzone“, die außerhalb der Saison für den Verkehr freigegeben wurde. Seit Ostern ist sie nun ganzjährig Fußgängerzone. Die Stadt begründete die Maßnahme damit, „die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, die Verkehrssicherheit zu stärken und für alle Verkehrsteilnehmenden klare und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen“. Jetzt wurden, wie angekündigt, die kaum noch zu übersehenden Schilder aufgestellt. „Dann sollten es wirklich alle kapieren“, kommentierte dazu eine Leserin der Facebook-Gruppe „Travemünder Magazin“.

Deutlich mehr Verkehrsteilnehmer halten sich jetzt an die Regeln in der Vorderreihe. Nur ein Motorroller nahm schwungvoll die Kurve, ohne den neuen Schildern Beachtung zu schenken. Fotos: Helge Normann

Deutlich mehr Verkehrsteilnehmer halten sich jetzt an die Regeln in der Vorderreihe. Nur ein Motorroller nahm schwungvoll die Kurve, ohne den neuen Schildern Beachtung zu schenken. Fotos: Helge Normann


Text-Nummer: 179353   Autor: Helge Normann   vom 06.05.2026 um 18.08 Uhr

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