Ver.di lehnt Sonntagsöffnung personalloser Supermärkte ab
Schleswig-Holstein: Archiv - 08.05.2026, 16.40 Uhr: Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) kritisiert die am Freitag vom schleswig-holsteinischen Landtag beschlossene Änderung des Ladenöffnungsgesetzes. Der Gesetzentwurf wurde von der schwarz-grünen Landesregierung eingebracht und ermöglicht künftig die Sonntagsöffnung personalloser Supermärkte in bestimmten Orten des ländlichen Raums.Personallose Supermärkte sind aus Sicht von ver.di Nord ein weiterer Schritt hin zu einem digitalisierungsbedingten Stellenabbau im Handel. Mit der Sonntagsöffnung erhalten diese Märkte ein völlig überflüssiges Privileg. Die schwarz-grüne Landesregierung fördert damit faktisch den Abbau von Arbeitsplätzen im Einzelhandel.
„Die Sonntagsöffnung personalloser Supermärkte ist nur ein weiteres Einfallstor zur Aufweichung des verfassungsmäßigen Sonn- und Feiertagsschutzes und zugleich ein Schritt zur Vernichtung von Arbeitsplätzen im Handel. Wir werden rechtliche Schritte prüfen. Dazu zählt auch die Frage, ob die sogenannte Bäderregelung aufgrund der geänderten Rechtsgrundlage nun angefochten werden kann“, erklärte Bert Stach, Fachbereichsleiter Handel von ver.di Nord.
Der Fachbereich Handel lehnt die Öffnung von Geschäften an Sonntagen grundsätzlich ab. Für ver.di hat der Sonn- und Feiertagsschutz eine besondere gesellschaftliche Bedeutung, weil freie Sonn- und Feiertage insbesondere Familien die Möglichkeit geben, gemeinsame Zeit zu verbringen sowie familiäre und soziale Bindungen zu pflegen.

Die Gewerkschaft lehnt auch die Sonntagsöffnung von Supermärkten ohne Personal ab.
Text-Nummer: 179411 Autor: verdi vom 08.05.2026 um 16.40 Uhr
