Jusos fordern Investitionen in Freiwillige Feuerwehren
Lübeck: Archiv - 14.05.2026, 10.36 Uhr: Die Jusos Lübeck fordern die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck auf, den Investitionsstau bei den Freiwilligen Feuerwehren schnellstmöglich aufzulösen. Hintergrund ist der aktuelle Bericht zu den Feuerwehrgerätehäusern in Lübeck. Dieser zeigt deutlich: Bei 17 Gerätehäusern besteht dringender Handlungsbedarf. Keines der untersuchten Häuser erfüllt alle rechtlichen Vorgaben (wir berichteten).Für die Jusos Lübeck ist klar: "Die Freiwilligen Feuerwehren sind ein zentraler Bestandteil der Lübecker Sicherheitsstruktur. Rund 800 Menschen engagieren sich ehrenamtlich in den 22 Freiwilligen Feuerwehren der Stadt. Sie übernehmen Verantwortung im Brand- und Katastrophenschutz, unterstützen die Berufsfeuerwehr und leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit der Lübeckerinnen und Lübecker."
"Die Freiwilligen Feuerwehren sind kein nettes Extra, sondern ein unverzichtbarer Teil der Sicherheit unserer Stadt. Wer nachts, am Wochenende und an Feiertagen ausrückt, um Menschen zu helfen, verdient mehr als Dankesworte bei Empfängen. Wertschätzung heißt: sichere Gerätehäuser, moderne Ausstattung und politische Entscheidungen, die dem Ehrenamt endlich gerecht werden", sagt Sascha Beeth, Kreisvorsitzender der Jusos Lübeck.
Der Bericht benennt erhebliche Mängel. Bei allen 17 untersuchten Gerätehäusern fehlt die notwendige Schwarz-Weiß-Trennung. Ebenfalls bei allen Häusern sind die vorhandenen Pkw-Stellplätze nicht ausreichend, die Fahrzeughallen zu klein und es fehlt mindestens ein weiterer Fahrzeugeinstellplatz. Hinzu kommen fehlende Notstromanschlüsse, zu wenige Sanitäranlagen und fehlende oder unzureichende Duschmöglichkeiten.
Aus Sicht der Jusos Lübeck darf die Stadt diese Zustände nicht länger hinnehmen. Die kurzfristig notwendigen Maßnahmen werden mit rund 747.872 Euro beziffert. Für die kommenden zwei bis drei Jahre werden weitere rund 766.809 Euro veranschlagt. Gleichzeitig wird für den Neubau der Feuerwache 2 mit integrierter Leitstelle ein Kostenrahmen von rund 135,85 Millionen Euro genannt, mit zusätzlichen Arbeitsplätzen für den Zivilschutz sogar rund 137,2 Millionen Euro.
Die Jusos Lübeck stellen dabei klar: Die Investitionen in die Berufsfeuerwehr sind richtig und notwendig. "Sie dürfen aber nicht dazu führen, dass die Freiwilligen Feuerwehren weiter hintenangestellt werden. Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehren dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Beide sind tragende Säulen der Gefahrenabwehr in Lübeck."
"Wenn Lübeck bereit ist, richtigerweise dreistellige Millionenbeträge in die Zukunft der Berufsfeuerwehr, des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes zu investieren, dann muss es auch möglich sein, die akuten Mängel bei den Freiwilligen Feuerwehren zügig zu beseitigen. Alles andere wäre ein fatales Signal an die Ehrenamtlichen, auf deren Einsatz sich diese Stadt jeden Tag verlässt", sagt Sascha Beeth.
Neben dem Einsatzdienst betonen die Jusos Lübeck auch die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren. "Sie sind Orte der Ausbildung, der Gemeinschaft und der gelebten Verantwortung. Besonders die Kinder- und Jugendfeuerwehren leisten einen wichtigen Beitrag für Zusammenhalt, demokratisches Miteinander und Nachwuchsgewinnung im Ehrenamt."
"Jugendfeuerwehr ist weit mehr als Nachwuchsgewinnung für den Einsatzdienst. Sie ist gelebte Jugendarbeit. Hier lernen junge Menschen Verantwortung, Zusammenhalt und Solidarität ganz praktisch. Wenn in vielen Gerätehäusern die Räume für Kinder- und Jugendfeuerwehr fehlen, gefährden wir nicht nur die Arbeit von heute, sondern auch das Ehrenamt von morgen", sagt Marie-Madeleine Piep, stellvertretende Kreisvorsitzende der Jusos Lübeck.
Die Jusos Lübeck fordern deshalb einen verbindlichen Zeit- und Maßnahmenplan für die Sanierung, Erweiterung und den Neubau der Feuerwehrgerätehäuser. "Die akuten Mängel müssen kurzfristig beseitigt werden. Gleichzeitig braucht es eine langfristige Strategie, damit die Freiwilligen Feuerwehren in Lübeck dauerhaft gut aufgestellt sind."
"Unsere Stadt verlässt sich jeden Tag auf die Freiwilligen Feuerwehren. Jetzt müssen sich die Freiwilligen auch auf die Stadt verlassen können", so die Jusos Lübeck abschließend.

Die Jusos fordern die Bürgerschaft auf, mit der Sanierung der Gerätehäuser zügig zu beginnen. Foto: Oliver Klink/Archiv
Text-Nummer: 179493 Autor: Jusos/red. vom 14.05.2026 um 10.36 Uhr
