Schwungvolle Eröffnung der Gleichstellungs-Konferenz

Lübeck: Archiv: In den kommenden Tagen steht Lübeck ganz im Zeichen der Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten. Etwa 500 Vertreterinnen haben den Weg in die Hansestadt gefunden, und sie haben es nicht bereut.



Am Eingang der Musik- und Kongresshalle hatte eine fröhliche Schar von Frauen spontan ein Spalier gebildet, sodass jede Teilnehmerin gleich mit Riesenbeifall willkommen geheißen wurde. Das traf auch einige männliche Gäste wie beispielsweise Bürgermeister Jan Lindenau, der die Konferenz mit eröffnete, oder auch Peter Petereit in seiner Eigenschaft als erster stellvertretender Stadtpräsident.



Lübecks Gleichstellungsbeauftragte Elke Sasse hatte die Konferenz nach Lübeck geholt und wurde von den versammelten Damen dafür bereits bei der Begrüßung gefeiert wie ein Pop Star. Man spürte, dass sie gut vernetzt und dass demzufolge die Lübecker Konferenz auch mit inhaltlichen Erwartungen verbunden ist.



Sowohl Bürgermeister Lindenau, als auch Elke Sasse machten dann in ihren Begrüßungsworten deutlich, dass man in der Hansestadt gemeinsam bereits vieles in die richtige Richtung bewegt hat. Dabei hat man etliches erreicht, kann sich aber eine Erweiterung in dem einen oder anderen Bereich durchaus noch vorstellen. In der Bürgerschaft, da war man sich einig, sind viel zu wenig Frauen vertreten. Da hat man sich vorgenommen, weiter geeignete Frauen zu ermutigen, dort Verantwortung zu übernehmen.



Die Schwierigkeiten bei derartigen Bemühungen wurden auch im künstlerischen Teil der Veranstaltung deutlich. Eine Tanzperformance der 'Urban Dance Crew' symbolisierte den Weg von Frauen durch Kindheit, Jugend und im Erwachsenenalter, begleitet von Texten, vorgetragen von Rebecca Indermaur. Ninon Gloger am Piano und Hanna Szperalski mit Gesang erweiterten die Frauenthemen in stimmiger Weise. Für diese gelungene Einstimmung in die Konferenz gab es am Ende Riesenapplaus und Standing Ovations.



Während der Konferenz wollen die Frauen im Stadtbild deutlich sichtbar werden. Für den Montagnachmittag ist eine Demonstration geplant, für die bereits intensive Vorbereitungen getroffen wurden. Der gesellschaftliche 'Roll Back', der sich darin äußert, dass Gleichstellungserrungenschaften in vielen Bereichen wieder zurückgedreht werden, wird einen Schwerpunkt auf der Konferenz bilden. Bundesministerin Karin Prien wollte sich das zunächst direkt anhören, hat dann aber doch letztlich abgesagt, oder absagen müssen.

Elke Sasse war mit dem Auftakt der Veranstaltung hochzufrieden. Nun geht es an die praktische Arbeit. Die verspricht anspruchsvoll zu werden.

Im Original-Ton hören Sie ein Interview von Harald Denckmann mit Lübecks Gleichstellungsbeauftragter Elke Sasse.
Rund 500 Gleichstellungsbeauftragte aus ganz Deutschland nehmen an der Konferenz in Lübeck teil. Fotos, O-Ton: Harald Denckmann
Rund 500 Gleichstellungsbeauftragte aus ganz Deutschland nehmen an der Konferenz in Lübeck teil. Fotos, O-Ton: Harald Denckmann

Text-Nummer: 179534    Autor: Harald Denckmann    vom 17.5.2026 21.25 Uhr

Kommentare zu diesem Text (12):

skagerrak

schrieb am 18.5.2026 6.15 Uhr:
Was wollen die denn nun konkret? Gleichstellung bei weniger Qualifikation in ihnen angenehmen Berufen, also Frauenquote? Oder wollen die jetzt auch im Hoch- und Tiefbau, Müllabfuhr etc. gleichgestellt arbeiten?

Micha

schrieb am 18.5.2026 10.10 Uhr:
Moin,

Deutschland hat wohl andere wichtigere Probleme!!!!!!!!!!!!!!

Peter Polka

schrieb am 18.5.2026 11.11 Uhr:
@skagerrak
Typen wie du sind der Grund, warum Mann sich manchmal schämen muss.
Tja, was wollen Gleichstellungsbeauftragte?
Keine Sorge, es geht nicht darum, das Frauen dir den Job bei der Müllabfuhr, oder im Tiefbau wegnehmen wollen. Das ist natürlich was für "echte Kerle" wie dich.
Nein, es geht darum den Frauenanteils in Chefetagen, Gremien und wissenschaftlichen Spitzenpositionen zu erhöhen - freilich bei geeigneter Qualifikation. Somit geht es um faire Personalauswahl und den Abbau von Vorurteilen.
Es geht um gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit. Also die Schließung der geschlechtsspezifischen Lohnlücke, dem s.g. Gender Pay Gap.
Da du sehr wahrscheinlich nicht weißt was da bedeutet, erkläre ich es dir kurz an einem simplen Beispiel:
Stell dir vor, du arbeitest bei der Müllabfuhr. Und dann kommt eine Kollegin, macht den gleichen Job wie du, ist mindestens genau so gut wie du, bekommt aber weniger Geld für die selbe Tätigkeit.
Das ist doch irgendwie doof, oder?
Also gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder zahlt man dir und deinen männlichen Kollegen einfach auch weniger.
Oder man zahlt der Kollegin das, was alle männlichen Kollegen bekommen.
Für welche Option bist du?
Nimmst du die zweite Option, dann hast du Verstanden, worum es Gleichstellungsbeauftragten u.a. geht - und befürwortest sogar diese Ziele.

Man könnte dir jetzt noch so viel mehr erklären, z.B. zum Thema Präventionsarbeit gegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz (habt ihr bei der Müllabfuhr vermutlich nicht so oft, was nicht bedeutet, dass es sowas nicht gibt), Vertrauliche Beratung bei Diskriminierung, Mobbing oder sogar häuslicher Gewalt, Schutz vulnerabler Gruppen.... der Horizont endet nicht zwischen Müllabfuhr und Tiefbau... bzw. Tapete und Wand.
Einfach mal selbst belesen.
Bildung ist eine echt krasse Erfahrung.


@Micha
Du sagst: "Deutschland hat wohl andere wichtigere Probleme!!!!!!!!!!!!!!".
Eines davon scheint deine klemmende Taste für das "!" auf der Tastatur zu sein?
Vermutlich ist auch gerade die Kiste Bier alle, der Verein hat verloren und Mutti hat die Hemden noch nicht gebügelt.
Da kann man schon mal verzweifeln.

Kattegat

schrieb am 18.5.2026 11.26 Uhr:
Lieber Skagerrak,

wenn du dich ernsthaft für das Thema interessierst, dann höre dir doch einfach mal das Interview an, welches unter dem Artikel verlinkt ist.
Dort kann man durchaus einige Schwerpunkte erfassen, um die es in der Konferenz ganz konkret geht.
Aber um Inhalte geht es dir vermutlich nicht?

Viele Grüße
Kattegat

G. Münther

schrieb am 18.5.2026 12.19 Uhr:
Ich fordere Gleichstellung bei der Lebenserwartung bzw. Nachteilsausgleich.

skagerrak

schrieb am 18.5.2026 14.19 Uhr:
@Petra Polka: Mit meiner Provokation bin ich ja bei Ihnen eine offene Tür eingelaufen. Ich bezog mich auf den Artikel, aus dem außer ein paar Satzbausteinen, inhaltlich nicht viel konkretes hervorging.

Wie Sie sich in Ihrer Ausdrucksweise erheben: "Einfach mal selbst belesen, Bildung ist eine krasse Erfahrung, der Horizont endet nicht zwischen Tapete und Wand, die Kiste Bier ist alle, Mutti hat die Hemden noch nicht gebügelt." Ist für mich eher der Hinweis auf ein Dunning-Kruger-Effekt.

Ich kann mich auch nicht erinnern Ihnen das DU angeboten zu haben, würde ich auch nicht.

Wenn eine Frau qualifiziert ist, braucht sie keine Gleichstellungsbeauftragte sie wird sich dann schon durchsetzen und das ist gut so.

Paul Polka

schrieb am 18.5.2026 15.58 Uhr:
@skagerrak
"Mit meiner Provokation bin ich ja bei Ihnen eine offene Tür eingelaufen. Ich bezog mich auf den Artikel, aus dem außer ein paar Satzbausteinen, inhaltlich nicht viel konkretes hervorging."

Dann höre dir das zum Artikel gehörenden Interview an.
Kann jeder machen, der ein ernsthaftes Interesse an der Thematik hat.
Was soll so eine überflüssige Provokation mit "Müllabfuhr" und "Tiefbau", außer das man eine Abwertung auf Stammtischniveau tätigen will?
Mir gehen solche sinnlosen Provokationen tatsächlich zunehmend auf den Zeiger.
NICHTS beitragen können, nicht einmal eine Kritik auf Sachebene und dann noch nicht einmal den weiterführenden Link zum Interview finden, welches auf deine überflüssige Frage eine konkrete Antwort gibt.
Aber Hauptsache mit Gekicher irgendeine luftleere Provokation in die Tastatur hauen.
Toll! Ganz toll.

"Ist für mich eher der Hinweis auf ein Dunning-Kruger-Effekt."
Oha, jetzt kommt auch noch Sherlock Holmes ins Spiel.
Du sammelst "Hinweise" und wendest Deduktion an.
Pass bitte auf das es nicht in einer kognitiven Dissonanz endet.
Wenn du schon Dunning-Kruger ins Spiel bringst, dann lass uns über mangelnde Selbsterkenntnis sprechen: warum stellst du hier in den Kommentaren ganz klar abwertend konnotierte Fragen, die sich jeder beantworten könnte, wenn man sich das im Artikel eingebettete Interview anhören würde.
Freilich bewegst du dich nach Dunning-Kruger im s.g. "Tal der Demut", da du die Vielschichtigkeit der Thematik in- und auswendig kennst.
Hey.... warte... aber warum fragst du dann so völlig deplatzierte Fragen in abwertenden Tonfall und erzählst irgendwas von Müllabfuhr statt wertvoller Fragen zum Gender-Pay-Gap?


"Ich kann mich auch nicht erinnern Ihnen das DU angeboten zu haben, würde ich auch nicht."

Macht ja nichts, da kann ich gut mit leben, wenn du "Sie" zu mir sagen möchtest.



"Wenn eine Frau qualifiziert ist, braucht sie keine Gleichstellungsbeauftragte sie wird sich dann schon durchsetzen und das ist gut so."

Was für eine unsinnige Stammtischbehauptung.
Schon mal was von unbewussten Vorurteilen gehört?
Dem Mini-Me-Effekt?
Strukturellen Hürden, wie fehlende Kinderbetreuung oder unflexible Arbeitszeiten, welche Karrieren trotz Top-Qualifikation ausbremsen?
Dem Leistungsparadoxon?
Die Rolle von Gleichstellungsbeauftragten soll für faire Spielregeln sorgen:
U.a. transparente Auswahlverfahren, damit Qualifikation überhaupt erst gewertet werden kann. Es geht doch nicht darum den Mangel an Talent zu fördern, sondern den Mangel an Chancengleichheit zu beheben.
Was konkret stört dich daran?
Gib uns allen hier jetzt EIN, nur EIN sachliches Argument abseits von "Frauen können sich anstrengen und alles wird gut, brauchen wir also alles nicht!". Zumal Gleichstellungsbeauftragte (es wird dich überraschen) nicht ausschließlich für Frauen da sind.
Also: Nenne uns EIN SACHLICHES Argument, was dich an einer Beratungsstelle ganz konkret stört, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzt.
Ich bin gespannt, so wie viele andere Leser hier sicherlich auch.

Micha

schrieb am 18.5.2026 16.18 Uhr:
Moin,

@ Skagerrak
Stimmt! Jeder sollte einen Posten bekommen nach Qualifikation und nicht nach Quote! Ich würde mich schämen wenn ich einen Posten bekommen würde, nur weil die Quote es so will!!

skagerrak

schrieb am 18.5.2026 17.51 Uhr:
@Petra Polka: Wieso ist Müllabfuhr und Tiefbau eine Provokation für Sie. Das sind ehrevolle Jobs die gemacht werden müssen, genauso wie Hochseefischrei im Winter vor Alaska oder Tätigkeit auf einer Bohrplattform. Das ist allerdings nichts für Frauen, auch nicht für Gleichgestellte.

Was bitte schön soll mich an einer Beratungsstelle stören? Da kann man hingehen oder es lassen.

Sie schreiben das ich Ihnen auf den Zeiger gehe, das geht mir bei Ihren tiefbegabten Texten ebenfalls so.

W. Siegel

schrieb am 18.5.2026 22.42 Uhr:
Liebe Gleichstellerinnen, bitte geht mal nach Schweden oder Norwegen und schaut, wie die das dort machen - ist weniger peinlich als diese deutschen Veranstaltungen im Stil 1980er Jahre (s. Foto mit PowerPoint-PowerWoman).

Max Foerde

schrieb am 19.5.2026 14.04 Uhr:
Natürlich gibt es keine „antifeministischen Tendenzen“, sondern es geht - wie auch unter dem Regenbogen „ um knallharte linke Ideologien und um politische Forderungen und, selbstverständlich, um öffentliche Gelder. Dabei sind diese linken Berufsfrauen eine Minderheit unter der weiblichen Bevölkerung; die Mehrheit sieht sich nicht als Frauen benachteiligt, sondern sich institutionell als Familie benachteiligt. Ist „Femichismus“ eigentlich verfassungskonform?
luebeckfoto@yahoo.de

Netter Chef

schrieb am 20.5.2026 20.08 Uhr:
Gibt es hier eigendlich "linke, rechte, freie und richtige Rechtschreibung?

Unzufriedene gab es schon immer!
Dass sie auf sich aufmerksam machen wollen auch!

Also lasst sich die friedliche Minderheit doch gerne lauthals austoben!
(...)

Betonung liegt auf "friedlich"!
Andere sind da ja nicht so zurückhaltend!
Und, mal ehrlich: haben diese Frauen nicht in manchem sogar Recht?

Nur den Ruf nach "Quote" sollten sie ein für allemal vergessen, Leistung und Befähigung sind die Maßeinheiten, gleichgestellt für Mann und Frau!
Wenn das endlich überall zum Tragen kommen könnte, wäre wieder Frieden im Arbeitsland!

Also weniger "kommentieren", mehr "machen"!