Stabilitätstest: Ist die Passat bereit für die Werft?

Lübeck - Travemünde: Travemündes maritimes Wahrzeichen, der Viermaster „Passat“, stand heute im Mittelpunkt einer aufwendigen technischen Untersuchung. Spezialisten eines beauftragten Ingenieurbüros führten an Bord einen sogenannten Krängungsversuch durch. Das Ziel dieser Aktion: die genaue Überprüfung der Schiffsstabilität, um grünes Licht für die geplante Überführung in eine Reparaturwerft zu erhalten.

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Bei einem Krängungsversuch wird das Schiff gezielt in eine leichte Schräglage (Krängung) versetzt. Dafür wurden 30 Container durch die Feuerwehr mit Wasser gefüllt. Die tonnenschweren Gewichte wurden präzise auf dem Deck von einer Seite zur anderen bewegt. Während sich der stolze Oldtimer minimal zur Seite neigte, zeichneten hochempfindliche Messgeräte jede Bewegung genau auf. Die Bewegungen sind so gering, dass sie von außen nicht sichtbar sind. Die Messung erfolgt mithilfe eines Pendels.

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Aus den gewonnenen Daten – also wie stark sich das Schiff neigt und wie schnell es sich von allein wieder aufrichtet – errechnen die Experten den exakten Schwerpunkt des über 110 Jahre alten Windjammers. Diese mathematische Sicherheitsprüfung ist gesetzlich vorgeschrieben, bevor ein solches Traditionsschiff im Schleppverband überführt werden darf. Es muss zweifelsfrei bewiesen sein, dass die „Passat“ auch bei Wellengang und Wind absolut sicher im Wasser liegt. Ohne das Gutachten gibt es keine behördliche Genehmigung für die Schleppfahrt.

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Die „Passat“, die seit Jahrzehnten fest an ihrem Liegeplatz in Travemünde liegt, muss nach langer Zeit wieder in die Werft (wir berichteten), um den stählernen Rumpf unter der Wasserlinie gründlich zu prüfen, zu reinigen und vor Korrosion zu schützen.

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Die Messprotokolle des heutigen Tests werden nun im Detail ausgewertet. Die ersten Eindrücke vor Ort stimmten die Beteiligten jedoch bereits optimistisch: Die alte Dame der Meere zeigte sich gewohnt robust und stabil. Wenn das finale Gutachten vorliegt, steht der sicheren Reise der „Passat“ zur anstehenden Schönheitskur in der Werft nichts mehr im Wege.

Die Feuerwehr füllte dreißig Container mit Wasser und sorgte so für das erforderliche Gewicht. Der Windjammer neigte sich trotzdem kaum sichtbar. Die Bewegung wurde mit einem Pendel gemessen. Fotos: Karl Erhard Vögele

Die Feuerwehr füllte dreißig Container mit Wasser und sorgte so für das erforderliche Gewicht. Der Windjammer neigte sich trotzdem kaum sichtbar. Die Bewegung wurde mit einem Pendel gemessen. Fotos: Karl Erhard Vögele


Text-Nummer: 179545   Autor: red.   vom 18.05.2026 um 13.03 Uhr

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