Frauendemo gegen Gewalt und Antifeminismus
Lübeck - Innenstadt: Mehrere Hundert kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte und Lübecker Unterstützer haben am Montag ihre Empörung über Angriffe auf Gleichstellung und fehlende Geschlechtergerechtigkeit, Gewalt gegen Frauen, Sexismus und jede Form der Benachteiligung von Mädchen und Frauen lautstark vor das Holstentor in Lübeck gebracht.
„Wir sind wütend!“, so die Botschaft der Demonstrantinnen. „Wütend, weil im Jahre 2026 Geschlechtergerechtigkeit noch immer nicht erreicht ist“, sagt Elke Sasse, Gleichstellungsbeauftragte, der Hansestadt Lübeck und Gastgeberin der 29. Bundeskonferenz, „weil Männergewalt weiterhin den Alltag vieler Frauen bestimmt: zu Hause, im Netz, auf der Straße und auf der Arbeit, und Mädchen und Frauen dadurch massiv bedroht und eingeschränkt werden.“
"Wütend, weil Frauen immer noch weniger ‚verdienen‘ als Männer, weil Alleinerziehende massiv benachteiligt werden, weil Frauen auch weiterhin die Hauptlast der (unbezahlten) Care-Arbeit tragen, und weil Frauen u. a. dadurch zu einem überproportionalen Anteil von Altersarmut betroffen sind", so die Teilnehmerinnen. So zu lesen auf einem Plakat: „Wir sind wütend, da Care-Arbeit wie das Wattenmeer ist – unsichtbar, bis alles trockenfällt.“
„Wir brauchen Feminismus für mehr Geschlechtergerechtigkeit, weil das Patriarchat kein Naturgesetz ist, weil Feminismus notwendig für die Demokratie ist, für eine gerechte Welt für alle“, sagte Petra Steffan, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Wismar und LAG-Sprecherin in Mecklenburg-Vorpommern, in ihrer Rede. So steht es auch auf einem der Demo-Plakate.

„Antifeminismus ist kein Randphänomen und zieht sich quer durch alle Bereiche der Gesellschaft. Antifeminismus hat eine große Basis bei religiösen Fundamentalisten, völkischen Bewegungen und Rechtsextremisten und fungiert als gefährliche Brückenideologie für verfassungsfeindliche Ansichten bis in die bürgerliche Mitte“, heißt es in der Lübecker Erklärung, der 29. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten. „Ziel ist: Frauenrechte zu beschneiden und tradierte Rollenbilder wieder aufleben zu lassen. Frauen werden diffamiert, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen und Frauen in der Öffentlichkeit beschädigt, Lehrinhalte von Schulen und Universitäten bekämpft oder es wird gefordert, die Pflicht zur Bestellung kommunaler Gleichstellungsbeauftragter abzuschaffen. „Antifeminismus bedroht die Grundsätze unserer Verfassung“, so BAG-Bundessprecherin Tinka Frahm, und so steht es auch in der Lübecker Erklärung, die von BAG-Bundessprecherin Tinka Frahm vorgestellt wurde.
Darin werden unter anderem der Schutz und die Förderung zivilgesellschaftlicher gleichstellungspolitischer Organisationen, gezielte Aufklärung zu frauenverachtenden Rollenklischees und eine konsequente Bekämpfung jeglicher Form von Antifeminismus gefordert: www.gleichberechtigt.org.
Die feministische Demonstration war eine Aktion im Rahmen der 29. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Deutschlands mit mehr als 500 Teilnehmerinnen mit dem Schwerpunkt Antifeminismus.

Die Demo begleitete die Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten. Fotos: BAG/Susanne Hübner
Text-Nummer: 179557 Autor: BAG/red. vom 18.05.2026 um 18.36 Uhr
