Kredite gekürzt: Hier spart Lübeck 7,3 Millionen Euro

Lübeck: Archiv: Die Kommunalaufsicht hat den städtischen Haushalt genehmigt, die Kreditaufnahme aber um 7,266 Millionen Euro gekürzt. Ende Mai entscheidet die Bürgerschaft, welche Projekte von den Kürzungen betroffen sind.

Ein Vorschlag der Verwaltung ist, im Projekt "Soziale Stadt Moisling" nur 1,5 Millionen Euro statt zwei Millionen Euro zu nutzen. Bei der geplanten Flächenanhebung am Skandinavienkai stehen in diesem Jahr nur drei statt vier Millionen Euro zur Verfügung. Der Rest wird bei Schulsanierungen eingespart. Das ist aber kein Problem. "Sämtliche Maßnahmen mit Ausnahme der Grundsanierung der Domschule werden durch diese Mittelreduzierung nicht im Maßnahmenfortschritt eingeschränkt", so die Verwaltung. "Vielmehr ergibt sich aus der aktualisierten Mittelabflussplanung ein geringerer Liquiditätsbedarf in 2026 als ursprünglich geplant." Die Sanierung der Domschule kann in diesem Jahr ohnehin nicht beginnen. Das Projekt werde aber nicht gestrichen, betont die Verwaltung.

Viel mehr Probleme als bei den Investitionen hat Lübeck mit dem laufenden Haushalt. "Lübeck ist aktuell nicht dauerhaft leistungsfähig", merkt die Kommunalaufsicht an. Die Kassenkredite, die man mit Kontoüberziehungen bei Privatleuten vergleichen kann, steigen bis Ende 2029 auf 865 Millionen Euro. Das Eigenkapital liegt dann bei minus 532 Millionen Euro.

In diesem Jahr steigt die Verschuldung der Stadt von 1,79 Milliarden Euro auf 2,07 Milliarden Euro. Umgerechnet auf jeden Einwohner sind das zum Jahresende 9551 Euro.

"Erste Konsolidierungsmaßnahmen sind positiv, reichen aber nicht aus", so die Bewertung der Kommunalaufsicht. "Es braucht deutlich stärkere Einsparungen, insbesondere bei Aufwendungen. Personalaufbau und Kostensteigerungen sollten begrenzt werden."

Im Sommer wird der Haushalt für das kommende Jahr aufgestellt. Die Vorlage für die Bürgerschaft ist unter www.luebeck.de veröffentlicht,
Das Eigenkapital der Stadt ist negativ, die Schulden steigen in Lübeck aber weiter an.
Das Eigenkapital der Stadt ist negativ, die Schulden steigen in Lübeck aber weiter an.

Text-Nummer: 179606    Autor: VG    vom 20.5.2026 18.15 Uhr

Kommentare zu diesem Text (15):

Helmut Winter

schrieb am 20.5.2026 19.03 Uhr:
Bis vor ein paar Jahren hat sich Lindenau zum Haushalt jedes Jahr mit einem Sparschwein fotografieren lassen.

Heute wissen wir, die guten Finanzen lagen an seinem Vorgänger während er den Haushalt hoffnungslos in die Miesen gewirtschaftet hat. Von Sparschwein keine Spur mehr. (...)

Privatrevisor

schrieb am 20.5.2026 19.14 Uhr:
Nur 2,07 Milliarden Schulden, aber die Straßensanierungskosten (allein bei nur einer(!) Straße!) um weit mehr als 1 Million Euro überziehen!
Und die liebe, so oft geschmähte, Landesregierung kürzt nur die Kreditaufname um 7,266 Millionen!
Ich wollte, ich könnte auch fremdes Geld derart verschleudern! Scheint ja sehr leicht zu sein?

Aber auf die "Lübsche Kürzung" bin ich mal gespannt!
Vielleicht sollte Lübeck einmal einen Bankfachmann fragen?

Sebulba

schrieb am 20.5.2026 22.14 Uhr:
Es gibt kaum etwas Dümmeres und Gefährlicheres als wichtige Entscheidungen in die Hände von Leuten zu legen,die keinen Preis dafür bezahlen müssen,wenn sie daneben liegen !!!

Otto Schneider

schrieb am 20.5.2026 23.06 Uhr:
@ Herr Winter

Mit Ihrer Aussage verdrehen Sie hier die Tatsachen.

Zur Zeit von BM Saxe war die Haushaltslage und die Finanzen eine einzige Katastrophe, sodass das Land (oder die Kommunalaufsicht) strenge Maßnahmen zur Konsolidierung anordnete.

Schon vergessen?!

Zudem hatte Herr Saxe sich niemals rechtzeitig und gründlich mit dem kommenden Haushalt befasst,
sondern kurz vorher irgendwelche Projekte willkürlich streichen wollen, was jedes Mal auf breiter Ebene Empörung auslöste,
und Herr Saxe zurückrudern musste und stets verspätet den neuen Haushalts-Plan einreichte,
oft erneut mit Mängeln,
die wiederum zurückgewiesen wurden.

Erst Herr Lindenau aber,
man kann Vieles an seiner Arbeit berechtigt kritisieren, hat die ersten Jahre eine großartige und konsequente Haushalts-Sanierung (als Bankfachnann) pünktlich abgeliefert,
sodass das Land von den Sanktionen bereits nach kurzer Zeit Abstand nahm.

Dann kamen die Poly-Krisen, die nirgends im Land ohne Einschnitte und Einschränkungen bis hin zur Neuverschuldung vor sich gingen.

Auch Fehl-Entscheidungen waren dabei...

Aber im Großen und Ganzen hat Herr Lindenau finanziell mit Augenmaß und Fachlichkeit den Haushalt geführt.

Über andere politische und verwaltungstechnische Entscheidungen und Maßnahmen von Seiten Herrn Lindenaus darf man berechtigt streiten:

Demokratie ist Mitbestimmung, Herr Lindenau!

Da ist noch Einiges an Luft nach oben...

Highlander65@gmx.de

schrieb am 21.5.2026 7.14 Uhr:
@Sebulba:

Das ist z. B. Auch In vielen privatwirtschaftlich geführten Konzernen der Fall.

Wieviele Manager kennen sie, die für ihre Fehlentscheidungen persönliche Einschränkungen hinnehmen mussten?

Dort wird das Missmanagement auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen und mit einem goldenen Handschlag versehen.

Helmut Winter

schrieb am 21.5.2026 10.06 Uhr:
@ Otto Schneider:

Da sind sie auf die von Herrn Lindenau und der SPD gestreuten Legende hereingefallen.

Die Finanzen haben sich in den ersten Jahren unter den Lindenau in der Tat sehr stark verbessert. Das lag aber zum einen an sprudelnden Steuereinnahmen und an den enormen Sanierungsanstrengungen von Herrn Saxe, die in diesen Jahren ihre Wirkung entfaltet haben.

Leider ist Herr Lindenau dann ganz und gar nicht vernünftig mit dieser glücklichen Lage umgegangen sondern hat schlecht gewirtschaftet und sehr viel für Prestigeprojekte verschwendet. Das überteuerte Buddenbrookhaus ist das beste Beispiel.

Und jetzt fliessen die Steuereinnahmen nicht mehr so dolle, die schlechte Haushaltsführung von Herrn Lindenau wirkt sich voll aus und wir sind so richtig dramatisch in die Miesen gerutscht.

Und fängt auch Herr Lindenau jetzt endlich an zu sparen? Leider nicht mal das, das muss die Bürgerschaft machen, die ihn inzwischen regelmäßig zurechtstutzt.

Mitarbeiter

schrieb am 21.5.2026 11.40 Uhr:
Und ist mein Gehalt noch gesichert, bzw deren regelmäßige Auszahlung??

Verunsicherte Grüße
Der Mitarbeiter

Jon Dohe

schrieb am 21.5.2026 12.38 Uhr:
Wenn der "Radschnellweg" und andere ideologische Projekte erst fertiggestellt sind, dann wird der Rubel schon schnell wieder rollen, und alles wird gut... 🙈

creativmara

schrieb am 21.5.2026 12.53 Uhr:
Moin,

mit Entsetzen muß ich feststellen das mal wieder die jungen Familien, junge Menschen und Kinder die Leidtragenden sind! Sie sind doch schon rassant voranschreitenden Klimawandel betroffene, den sie voll mit bekommen,oder?
Ich rate allen sich einmal vor Ort in den Schulen umzusehen!
Und so viel wir mir bekannt ist, hat der Bürgermeister vorrangig repräsentive Aufgaben, oder!
Wir haben in Lübeck einen an sich gut funktionierenden Stadtbusverkehr, der leidet stark unter den Autofahrern (kein zügiges vorankommen) und dem was leider seid der Wiedervereinigung nicht,überprüft und gemacht wurde, wie die maroden Lübeckerbrücken in die Innenstadt! Aufbau Ostdeutschland!!! Das sind reale
Probleme, oder!
Schönen Tag Euch allen!

creativmara

Privatrevisor

schrieb am 21.5.2026 14.44 Uhr:
Falsch!

Nicht Lübeck spart, sondern:

Die Kommunalaufsicht hat gekürzt und erst dann "genehmigt"!

Schönreden bringt nichts!

Das alte Leid

schrieb am 21.5.2026 20.06 Uhr:
Wen wunderts,es ist wie es ist,es ändert sich nur zum schlimmeren. Seit Jahrzehnten wird Egoistische Politik betrieben,das Volk meckert,egal..weiter geht's..Hauptsache ich ich ich....

Wittmann

schrieb am 21.5.2026 20.12 Uhr:
@creativmara - Wenn man sich mit einem Leserbrief zu wichtigen Themen in Lübeck zu Wort meldet, sollte man zumindest die Grundlagen der Stadtpolitik kennen und Sätze formulieren, die man auch versteht.Dass der Bürgermeister „vorrangig repräsentative Aufgaben“ haben soll, ist schlichtweg falsch. Unser Bürgermeister ist der Chef der Verwaltung mit tausenden Angestellten, er leitet das operative Geschäft und trägt die Verantwortung für die Umsetzung von Beschlüssen. Er ist kein reiner „Grüßaugust“ – dafür haben wir in Lübeck das Amt des Stadtpräsidenten. Wer hier also falsche Kompetenzen unterstellt, kritisiert an der völlig falschen Adresse.Auch der sprachliche und logische Schlenker im hinteren Teil des Briefes lässt mich ratlos zurück. Was genau haben die maroden Lübecker Brücken mit dem „Aufbau Ostdeutschland“ nach der Wiedervereinigung zu tun? Das ist nicht nur grammatikalisch kein vollständiger Satz, sondern auch inhaltlich völlig wirr. Die Sanierung unserer Infrastruktur scheitert nicht am Osten, sondern an jahrzehntelanger kommunaler Fehlplanung und bürokratischen Hürden direkt vor unserer Haustür.Dass der Busverkehr unter dem Autostau leidet und junge Familien unter dem Klimawandel, ist ein reales Problem. Aber wer konstruktiv mitreden will, sollte bei den Fakten bleiben und verständliche Argumente liefern, statt halbgare Parolen in den Raum zu werfen.

creativmara

schrieb am 21.5.2026 23.56 Uhr:
Sehr geehrter Herr Wittmann!
Ich weiß besagte Anrede ist heute nicht mehr modern, überholt, grins!
Ich war zur Zeiten der von Bürgermeister Saxe geführten Stadtverwaltung bei einem SPD-Frühstück. habe mich dem Bürgermeister unterhalten. Seine damalige Aussage:
Ich behalte mein Projekt von vor der Wahl zusätzlich zu meinem Amt um überhaupt noch etwas zu machen was für mich gut ist. Frage, warum wohl! Vieles was in der damaligen Amtszeit beschlossen wurde kommt heute zum Tragen!So viel zum heutigen Bürgermeister und seinen teilweisen Erfolgen geplant vor seinem Amtsbeginn!!! Ein amtierender Bürgermeister kann nicht überall gleichzeitig sein und damit sind seinem aktiven Wirken Grenzen gesetzt, oder? Er muß für alles gerade stehen, ob gut oder schlecht,das nennt man Verantwortung, ist so!
Durch die Wiedervereinigung ist das meiste Geld in den Wiederaufbau-OST geflossen!
Es fehlt heute für zum Beispiel für, marode Brücken, desolate Lernstätten für unsere Nachkommen, in den Kindergärten, die oft von privaten Organisationen betrieben werden, wie das Kinderhaus in der Schwartauer-Allee, an sich fast überall, das alles zu erwähnen würde viele überfordern!!!
Als Dank ist dort heute leider die AFD im kommen
Wir im Westen haben erst ihn aufgebaut.Durch die Wiedervereinigung ein 2:Mal Ostdeutschland! Besagte Hilfe der Siegermächte war gut für die Wirtschaft, Arbeitsplätze aber nicht für den einzelnen Arbeitnehmer,da war Eigeniniaktive und Arbeitsbereitschaft gefordert um Westdeutschland voran zu bringen!

Für Sie Herr Wittman ein frohes Pfingsten, ebenso für Macher von HL-live. PS Humor ist wenn man nicht alles so Ernst nimmt,lernt zwischen den Zeilen zu lesen! Danke für die nette Bewertung/Beurteilung!!!


creativmara

Oliver

schrieb am 22.5.2026 6.50 Uhr:
@Privatrevisor
schrieb am 20.05.2026 um 19.14 Uhr:
"Nur 2,07 Milliarden Schulden, aber die Straßensanierungskosten (allein bei nur einer(!) Straße!) um weit mehr als 1 Million Euro überziehen! (...)"

Wenn man keine Ahnung hat.....

Erstens wird mal wieder vollkommen ignoriert, dass für Projekte wie die Beckergrube Fördergelder anfallen und damit ein Teil der Kosten nicht mal von der Stadt selbst getragen wird.
Zum Zweiten, wenn man mal ein BISSCHEN nachdenkt, wird man sich vermutlich dran erinnern, dass innerhalb des letzten Jahres so vieles teurer geworden ist, was man vor einem Jahr noch nicht auf dem Schirm hatte. Dass da nun so ein Bauprojekt auch teurer wird, was man vorher nicht ahnen konnte, liegt da nahe, aber wie gesagt, da müsste man erstmal anfangen darüber nachzudenken und das tun die Dauernörgler ja anscheinened nicht.
Zu guter Letzt sind immernoch locker 64% der Kosten nicht von der Stadt selbst verursacht worden. Die 600.000€ für die Archäologie hat sich die Stadt nicht ausgesucht und wenn die sich dazwischenschalten, da darf die Stadt auch nicht sagen "ne, ist nicht". Da bleibt der Stadt keine andere Wahl. Diese Kosten hat die Stadt nicht verursacht. Ebenso wenig wie die Kosten für das Räumungskommando, auch das Entschärfen und Beseitigen von Blindgängern ist nun mal unvermeidbar und kaum etwas, womit man vorher rechnen kann, denn niemand weiß wo noch Blindgänger verbuddelt sind.

Jetzt aber es so darzustellen die Stadt hätte mutwillig die Kosten um 1 Million überzogen ist zu kurz gedacht und einfach nur wieder niederstes Stammtischgenörgel.

Wittmann

schrieb am 22.5.2026 9.37 Uhr:
Moin „creativmara“,nur eine kurze Klarstellung zum Schluss, da Sie hier fälschlicherweise an einen „Herrn Wittmann“ schreiben, ohne zu wissen, wer am anderen Ende sitzt.Ihre Argumentation rettet die Falschaussagen leider nicht. Erst reduzieren Sie das Bürgermeisteramt auf reine Repräsentation, nur um im nächsten Satz zu betonen, dass er die Gesamtverantwortung für alles trägt. Was denn nun? Auch die marode Lübecker Infrastruktur im Jahr 2026 auf den „Aufbau Ost“ von vor über 30 Jahren zu schieben, bleibt billige Sündenbock-Politik. Das ist kein „Humor zwischen den Zeilen“, sondern schlichtweg ein Ablenken von jahrzehntelangen kommunalen Fehlplanungen hier vor Ort.Da sich die Diskussion hier im Kreis dreht und die Fakten auf dem Tisch liegen, werde ich mich zu diesem Thema auch nicht weiter äußern.Ihnen ebenfalls ein schönes und erholsames Pfingstwochenende!