Hubbrücken: Sanierung startet noch in diesem Jahr

Lübeck - Innenstadt: Archiv: Seit dem 9. Februar 2023 ist die Hubbrücke über den Elbe-Lübeck-Kanal für Autos gesperrt. Später folgte auch die Gehwegbrücke. Inzwischen sind die Planungen für die Sanierungen fertig. Mit dem Aushub der Straßen- und der Eisenbahnbrücke sollen die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen.


Die Gehwegbrücke wurde bereits im November 2024 ausgehoben. Noch in diesem sollen die beiden anderen Brücken folgen.

Die Planungen für die Brücken, die seit dem Jahr 1900 in Betrieb waren, sind nicht einfach. Im Jahr 2015 lehnte die Bürgerschaft einen Nachbau der Brücke aus Bedenken zum Denkmalschutz ab. Der Bund hatte das Geld bereits im Haushalt eingeplant und konnte es für andere Ausgaben verwenden.

Inzwischen sind sich alle Seiten einig. Die Brücken werden saniert, die Technik wird ausgetauscht. Dazu entstehen ein Anbau und ein unterirdischer Technikraum. Die Kosten werden auf 40 Millionen Euro geschätzt.

"Der momentane Zeitplan sieht vor, mit dem Aushub der Brücken – und damit auch mit dem Beginn der Arbeiten – 2026 zu beginnen", sagt Janett Hoff, Sprecherin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Ostsee. "Der Entwurf zur Ausführungsunterlage wurde bei der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt zur Genehmigung eingereicht."

Wenn die Direktion grünes Licht gibt, besteht noch ein Hindernis. Nach dem Aushub von Straßen- und Eisenbahnbrücke kann mit der Hauptbaumaßnahme "je nach zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln" begonnen werden. Je nach Kassenlage des Bundes kann es also Verzögerungen geben.

Die Lübecker Hubbrücken

Die Brückenanlage mit der Eisenbahnhubbrücke, der Straßenhubbrücke und der Fußgängerbrücke wurde in den Jahren 1896 bis 1900 errichtet. Seit Eröffnung des Elbe-Trave-Kanals am 16. Juni 1900 in Gegenwart seiner Majestät des Kaisers haben die Hubbrücken an der Einmündung des Kanals in die Trave unzählige Male der Schifffahrt den Weg freigegeben. Die Eisenbahnbrücke diente bis 2012 der Überführung der Hafenbahn und die Straßenhubbrücke der Überführung der Hafenstraße über den Elbe-Lübeck-Kanal.
Ende des Jahres werden auch die Straßen- und die Eisenbahnbrücke ausgehängt. Die Sanierung erfolgt nach Haushaltslage des Bundes. Fotos: VG
Ende des Jahres werden auch die Straßen- und die Eisenbahnbrücke ausgehängt. Die Sanierung erfolgt nach Haushaltslage des Bundes. Fotos: VG

Text-Nummer: 179669    Autor: VG    vom 25.5.2026 18.02 Uhr

Kommentare zu diesem Text (18):

Klaus

schrieb am 26.5.2026 1.21 Uhr:
Also wegen des Denkmalschutz fahren wir Jahrelang Umwege.

Sjaelland

schrieb am 26.5.2026 5.59 Uhr:
Also realistisch 70 Millionen. Fertigstellung 2035 😪

Kai Luers

schrieb am 26.5.2026 7.54 Uhr:
Hm, naja, da fehlen aber zwei wichtige Dinge im Artikel:
- Wie sind die Kosten schlussendlich aufgeteilt? Zahlt der Bund wirklich alles, oder zahlt Lübeck für den Denkmalschutz?
- Wie lange soll es dauern?

Alles andere ist ja irgendwo bekannt.... es soll was passieren; wenn Geld da ist und noch irgendwo irgendwas abgesegnet wird....

Hans Hansen

schrieb am 26.5.2026 8.22 Uhr:
Wir wissen jetzt schon, dass es wohl mindestens doppelt so viel werden soll.

Wer auch nur rudimentäre Technikkenntnisse hat weiß, dass es sowohl finanziell, als auch hinsichtlich technischer Betriebssicherheit, Wartungs- und Reparaturfreundlichkeit und hinsichtlich Energieeffizienz besser wäre, das System von 1900 zu erneuern, anstatt einen unerprobten, ungeeigneten, stromfressenden modernen Antrieb einzubauen. Zudem ist die originale Hydraulik mit Wasser gefüllt, eine Moderne mit Öl. Die Umweltauflagen für eine so voluminöse Hydraulikführung über den Kanal dürften vollkommen ausufern.

Zahnräder können gefräst und auf Lager gelegt werden. Wenn Ersatzteile auf Lager Lagen, konnte der WSA Bauhof die Brücke stets binnen kürzester Zeit reparieren. Erst wenn Ersatzteile aufgrund fehlender Lagerhaltung erst angefertigt werden mussten, kam es zu Verzögerungen.

Außerdem ist der originale Antrieb an allen vitalen Stellen mit Redundanzen ausgestattet die es ermöglichen fehlerhafte Technikabschnitte per Hebelzug zu überbrücken und so binnen Minuten den Betrieb wieder herzustellen.

Alles in allem kann man feststellen:

Für Steuerzahler, Stadtverkehr und WSA wäre eigentlich die bessere Lösung den Antrieb zu erhalten. Es müssten keine weiteren Großbaustellen aufgerissen werden, weniger Geld, einfachere Wartung und Rrparatur, einfachere Umweltauflagen, zuverlässigerer und schnellerer Betrieb... Eine Modernisierung des Antriebs ist als blanker Wahnsinn zu bezeichnen.

Martin

schrieb am 26.5.2026 8.38 Uhr:
40 Mio EUR und eine nicht näher bezifferte Anzahl von Jahren Bauzeit (inkl. drei verstrichenen Jahren Abwartezeit...) dafür, dass nicht einmal 8m Flussbreite überspannt werden - das kannste echt keinem mehr erklären. Denkmalschutz hin oder her. Das richtige Wort wäre Missmanagement oder politische Dysfunktionalität.

Oli Klein

schrieb am 26.5.2026 8.52 Uhr:
Moin Moin,

ich sag mal so: Wenn Jan L.aus HL es schafft die Brücke vor seiner nächsten Bürgermeisterwahl, fertig stellen zu lassen,koste es was es wolle, so werde ich ihn wieder wählen. Wenn nicht, dann werde ich ihn nicht wieder wählen.

Beste Grüße an Jan L. Von
Oli Klein

Normal

schrieb am 26.5.2026 9.21 Uhr:
Technik und Brückenkonstruktionsteile sind bereits erfasst worden. Englische Gießereien zur Fertigung der Gussteile (Zahnräder, Lagerböcke etc. ) datenmäßig hinterlegt. Ein An- und Umbau der alten Technik unnötig weil Bauteile nur ausgetauscht werden könnten.
Ein Abkehren von der alten zuverlässigen Fahrtechnik ist hinsichtlich Denkmalschutz abwägig und zudem wird neue geänderte Technik aufgrund der heutigen Erfahrungen mit Planern zum Desaster führen. Die Eisenbahnbrücke muss als Fahrspur von der Hafenstraßenseite kommend ertüchtigt werden.
Bitte alles noch einmal im Sinne von Logik und Bedarf überdenken!

Waldemar Wagner

schrieb am 26.5.2026 9.34 Uhr:
Leute, lest doch den Artikel mal richtig!

Es geht doch noch gar nicht um Kosten, Bauzeit oder technische Einzelheiten.

Der Artikel sagt doch nur, dass der „schwarze Peter“ jetzt bei einem anderen Akteur in unserem dysfunktionalen Staatsgebilde liegt.

Nur weil die alten Brücken ausgehoben werden, ist doch noch nichts angefangen.

Ex Lübecker

schrieb am 26.5.2026 9.52 Uhr:
@ Martin
Ich weiß ja nicht von welcher Brücke Sie sprechen aber der Elbe Lübeck Kanal ist wie im Name enthalten ein Kanal und kein Fluss und ich messe da ca. 36m Kanalbreite.
Aber Hauptsache einen Kommentar abgeben und kräftig meckern. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal ......... ach lassen wir das.

Martin Stein

schrieb am 26.5.2026 10.15 Uhr:
@Oli Klein :

"Wer lesen kann, ist klar im Vorteil"

Die Brücke - und was auch immer mit ihr geschehen mag- ist Angelegenheit des Wasser-Und Schiffahrtamtes.

Und wenn Herr L. sich einen Werkzeugkasten leiht unt tätig werden wollte :
Es geht ihn schlicht nicht an !!

Micha

schrieb am 26.5.2026 10.43 Uhr:
Moin,

warum sollten die hier fähiger sein als in Berlin???

Lars Antrieb

schrieb am 26.5.2026 10.56 Uhr:
Weiter geht’s. Kaum ist eine Entscheidung gefallen, kommen die Verbesserungsvorschläge unbeteiligter Experten.
So geht das seit Jahren und weil die dann aufgegriffen und geprüft werden ist es so wie es ist.
Schuldige finden und Jammern klappt auch .

der einzig wahre Dissident

schrieb am 26.5.2026 14.07 Uhr:
Baubeginn noch in diesem Jahr? Ja, wohl am 30. Dezember 2026 - und Fertigstellung dann in 2040 bei mindestens verdreifachten Baukosten?
Kaliber45@yahoo.com

Zwilling

schrieb am 26.5.2026 14.25 Uhr:
Lübeck kriegt das Brücken"ding" hoch - aber nicht wieder runter.

Verkehrstechnisch und CO2-Abdruck-mäßig momentan sehr sanierungsbedürftig.

gesucht werden dringend "zur Verfügung stehende Haushaltsmittel" ...


... um das Loch zu stopfen

Dirk Schulz

schrieb am 26.5.2026 14.27 Uhr:
Politik nach Kassenlage und dazu kommt dann die Selbstgefälligkeit der Ministerien und der Minister und die Lobbyisten, die alles sabotieren...

Genau deshalb kommen wir nicht zurande... die Investitionen sind in fortlaufende Prioritätenlisten einzustufen und nacheinander abzuarbeiten... in den Haushalten werden Investitionen eingeplant, die sowieso nicht gemacht werden... das was jetzt gemacht wird, soll nur Aktivität vortäuschen... jetzt wird zwei, drei Wochen gearbeitet und dann ist wieder vier Jahre Stillstand... wahrscheinlich tritt dann Wasser in die Brückenpfähle ein und die Brücke kann dann in zwei Jahren doch nicht denkmalgerecht aufgearbeitet werden..

Die Stadt kann ja dann gleichzeitig schon mal die Burgtorbrücke abreißen, wird dann billiger und die fällt ja auch bald runter... (soll Ironie sein,, ist aber leider auch bald aktuell...)

LordiLordi

schrieb am 26.5.2026 15.24 Uhr:
Na, wenn die Instandsetzung von der Haushaltslage des Bundes abhängt, ist ja alles geritzt ...NICHT!!!!
Da is genau so wenig Geld über wie im Land- oder Stadtsäckel. Und wenn dann - bitte nicht- vielleicht auch noch die Archäologen ihre Finger reinstecken, wird das nix mehr.
Da kann drr Bund im übrigen froh sein, daß die Brücke oben steckengeblieben ist. Wäre das unten gewesen, wäre das Problem vielleicht heute schon gelöst. ABER ... hätte, hätte Bierpalette

Hans Dampf

schrieb am 26.5.2026 15.38 Uhr:
Ich verstehe die ganzen Kommentare hier nicht. Ist doch toll, dass es endlich in Angriff genommen wird. Als ob Herumätzen und Schlechtreden irgendwie helfen würden. Man kann ja viel kritisieren in diesem Land und dieser Stadt, aber wenn was losgeht ist es gleich auch schon wieder nicht recht. Was für eine Logik.

Hans-Georg Kloetzen

schrieb am 27.5.2026 11.39 Uhr:
Der Lübsche Bürger wird selbst bei positiven Nachrichten zum Lübschen Nörgler und Besserwisser statt sich einfach mal zu freuen, dass es endlich weitergeht.