Benzinpreise etwa bei 2 Euro pro Liter

Lübeck: Knapp einen Monat genießen wir jetzt bereits den Tankrabatt von rund 17 Cent pro Liter. Fachleute kommentieren, dass immer etwa 15 Cent pro Liter davon auch tatsächlich an die Verbraucher weitergegeben werden. Überprüfen lässt sich das schwer. Harald Denckmann hat sich daher die Entwicklung an den Lübecker Tankstellen etwas genauer angeschaut.

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Unsere überarbeitete Grafik zeigt, dass vor dem Rabatt bis auf kurze Ausreißer zumeist Preise zwischen 2,10 und 2,20 Euro aufgerufen wurden. Dabei handelt es sich um die Durchschnittswerte von etwa 35 Lübecker Tankstellen, die wir in den Abendstunden der jeweiligen Tage abgerufen haben. Dann hatten sich zum Teil absurde 12-Uhr Spitzenwerte bereits wieder halbwegs normalisiert.

Nach Einführung des Tankrabatts bewegte sich der Wert dann weitgehend zwischen den Marken 2,00 und 2,10 Euro. Einen Durchschnittswert unter 2 Euro haben wir seit Beginn unserer Aufzeichnungen bei unserem Leitmedium Super E5 nicht feststellen können. Super E10 war durchgehend ca. 5 bis 6 Cent günstiger als E5, Diesel im April deutlich teurer, mittlerweile aber wieder etwa bei den Preisen von E10. Beide Preise liegen derzeit auch etwa bei 2 Euro pro Liter.

Die folgenden Tage dürften aufgrund internationaler Entwicklungen spannend werden. Regelmäßig schickt Donald Trump die Märkte auf Achterbahnfahrt. Einmal verkündet er neue Angriffe, dann wieder sinniert er über ein unmittelbar bevorstehendes Friedensabkommen. Daran glauben die Märkte im Moment, denn seit längerer Zeit ist der Ölpreis einmal wieder unter die 100 Dollar Marke gefallen. Davon merken wir natürlich noch nichts, was unter Umständen daran liegt, dass in den nächsten Minuten bereits alles wieder ganz anders sein kann. Warten wir also ab. Einige dicke Tanker sollen mittlerweile ja auch die Straße von Hormus passiert haben, zu iranischen Bedingungen, wie es heißt. Es wird vermutet, dass dafür kräftig gezahlt wurde, was natürlich internationalen Seerechtsbestimmungen widerspricht. Auch da bleibt die Lage weiter unklar, genau wie im Libanon, wo die Konfliktparteien sich trotz Waffenstillstandsabkommen heftig beschießen. Insgesamt keine besonders gute Bilanz für die internationale Krisendiplomatie.

Die Folgen erleben wir auf allen Ebenen. Versorgungsengpässe zeichnen sich ab, besonders in der Landwirtschaft und in Industriezweigen, die bei der Herstellung ihrer Produkte auf Erdöl angewiesen sind. Solange die Rahmenbedingungen so bleiben, werden wir uns wohl an noch weiter steigende Preise gewöhnen müssen.

Harald Denckmann beobachtet weiterhin die Auswirkungen der Weltlage auf die Zapfsäulen in Lübeck. Foto, Grafik: Harald Denckmann

Harald Denckmann beobachtet weiterhin die Auswirkungen der Weltlage auf die Zapfsäulen in Lübeck. Foto, Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 179695   Autor: Harald Denckmann   vom 26.05.2026 um 21.28 Uhr

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