Bürgerschaft: Mühlentorteller wird Kreuzung
Lübeck: Archiv: Am Donnerstag tagt die Bürgerschaft. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Änderungen im Linienverkehr ab Januar und die Umgestaltung des Mühlentorplatzes. Bei den Planungen zu dem Kreisverkehr gab es eine Überraschung.
Photovoltaik
Einstimmig hat die Bürgerschaft einen Bericht zur Kenntnis genommen, dass Photovoltaik und Solarthermie auf Dächern außerhalb des Weltkulturerbes nicht mehr durch antiquierte Bauvorschriften verhindert werden sollen. Der Bericht der Verwaltung: Die entsprechenden Vorschriften gibt es nicht mehr.
Busfahrplan
Ebenfalls einstimmig wurde der neue Fahrplan für den städtischen Busverkehr ab Januar 2027 angenommen (wir berichteten am 15. Mai).
Mühlentorteller
Umfassend diskutiert wurde der Umbau des Kreisverkehrs Mühlentor. Der Bauausschuss forderte auch ein Konzept für einen regelkonformen, zweispurigen Kreisverkehr. Die meisten Fraktionen entschieden sich zur Bürgerschaftssitzung um. Sie teilen die Befürchtung der Verwaltung, dass der Umbau noch länger andauern wird, als die Sanierung der Mühlentorbrücke (wir berichteten). Bausenatorin Joanna Hagen verwies darauf, dass es keine Variante ohne Nachteile gebe. Das Herz sei für den Kreisverkehr, der Verstand für die Kreuzung. Die Mehrheit folgte der Vorlage der Verwaltung mit einer Ampel-Kreuzung. Grüne, Linke und GAL, die FRAKTION und zwei fraktionslose Mitglieder der Bürgerschaft lehnten die Entscheidung ab.
Gymnasium in Moisling
Die Bürgerschaft hat sich für ein achtes Gymnasium in Lübeck ausgesprochen. Die Stadt kann jetzt einen entsprechenden Antrag bei der Landesregierung stellen.
Einstimmig hat die Bürgerschaft einen Bericht zur Kenntnis genommen, dass Photovoltaik und Solarthermie auf Dächern außerhalb des Weltkulturerbes nicht mehr durch antiquierte Bauvorschriften verhindert werden sollen. Der Bericht der Verwaltung: Die entsprechenden Vorschriften gibt es nicht mehr.
Busfahrplan
Ebenfalls einstimmig wurde der neue Fahrplan für den städtischen Busverkehr ab Januar 2027 angenommen (wir berichteten am 15. Mai).
Mühlentorteller
Umfassend diskutiert wurde der Umbau des Kreisverkehrs Mühlentor. Der Bauausschuss forderte auch ein Konzept für einen regelkonformen, zweispurigen Kreisverkehr. Die meisten Fraktionen entschieden sich zur Bürgerschaftssitzung um. Sie teilen die Befürchtung der Verwaltung, dass der Umbau noch länger andauern wird, als die Sanierung der Mühlentorbrücke (wir berichteten). Bausenatorin Joanna Hagen verwies darauf, dass es keine Variante ohne Nachteile gebe. Das Herz sei für den Kreisverkehr, der Verstand für die Kreuzung. Die Mehrheit folgte der Vorlage der Verwaltung mit einer Ampel-Kreuzung. Grüne, Linke und GAL, die FRAKTION und zwei fraktionslose Mitglieder der Bürgerschaft lehnten die Entscheidung ab.
Gymnasium in Moisling
Die Bürgerschaft hat sich für ein achtes Gymnasium in Lübeck ausgesprochen. Die Stadt kann jetzt einen entsprechenden Antrag bei der Landesregierung stellen.
Kommentare zu diesem Text (22):
Hans Dampf
schrieb am 28.5.2026 17.44 Uhr:
Ich freue mich auf den neuen Kreisverkehr. Das wird super, wenn Brücke, Teller und die neue Ratze fertig sind!
Is egwl
schrieb am 28.5.2026 17.45 Uhr:
Seit wann sind diese Kreisverkehre so heilig?
Weil durch die Sperrung der Brücke und die Baustelle auf der Ratzeburger grade eine einigermaßen annehmbare Auslastung vorhanden ist, fassen wir besser nix an?
Nicht, dass wir irgendwie noch vorankommen?
Besser nur nicht in zukunftsfähige Infrastruktur investieren. Oder Bildung oder Kunst oder sowas. Könnte ja Oebensqualität für alle bei rumkommen...
Chandler Bing
schrieb am 28.5.2026 17.49 Uhr:
Cool. Endlich mal wieder was positives
Armin Ginstervogel
schrieb am 28.5.2026 17.59 Uhr:
...und wann wird die Kreuzung fertig sein?
Schmalz locke
schrieb am 28.5.2026 18.40 Uhr:
Ja schön wäre es gewesen eine Kreuzung nur für Fahrräder 🤪🤪Pkw und alles andere. Über die Waldersee str das wäre ein Gaudi 👍
Olaf
schrieb am 28.5.2026 19.03 Uhr:
8(!) Gymnasien in HL?
Kann mir jemand erklären, warum das notwendig sein soll? Platzen die vorhandenen aus allen Nähten?
Was ist mit den anderen Schulzweigen?
baumannl
schrieb am 28.5.2026 20.15 Uhr:
Diese Entscheidung ist eine Katastrophe. Kreisverkehre funktionieren in allen Ländern und werden neu gebaut - mit schmaleren Querschnitten als beim Mühhlentorteller und sogar mehr Verkehr. Es gibt dafür auch Beispiele aus unserem Land. Na ja, dann ist "Mühlentorkreis", leider bald "wech"!!!
Albert
schrieb am 28.5.2026 20.25 Uhr:
Die Mehrheit der Kfz-Fahrer kapiert den Kreisverkehr sowieso nicht.
Ergo: Alle Kreisverkehre hier abschaffen.
MilkyWay
schrieb am 28.5.2026 20.56 Uhr:
Ja. Und aus Raider wurde Twixx ! Sonst ändert sich nix ! Ähh, doch.
Martin S.
schrieb am 28.5.2026 22.10 Uhr:
Tatsächlich nur gute Entscheidungen.
Inkl. des Kreiselumbaus, denn so gut Kreisel auch sein mögen, wenn das Verkehrsaufkommen zu groß ist, ist eine Ampelkreuzung effizienter um den Verkehr abfließen zu lassen.
Kalukai
schrieb am 29.5.2026 7.28 Uhr:
@Olaf
Ja. Sie platzen. Knapp 30 Kinder pro Klasse sprechen für sich. Ebenso Containerbauten auf Parkplätzen und Wiesen für zusätzliche Räume.
Sollte man eigentlich mitbekommen haben.....
Kalukai
schrieb am 29.5.2026 7.31 Uhr:
Gottseidank ein Kreisel weniger. Sind noch zwei Problemkreisel.
Im Prinzip sind Kreisel super. Allerdings kapieren viele Auto- _und_ Radfahrer die Regeln einfach nicht, und sind daher in Lübeck eine Katastrophe.
Da ist eine Ampel besser. Rot und Grün ist für Lübecker Verkehrsteilnehmer sicherlich einfacher zu handeln. Wobei...
Simone Kulitsch
schrieb am 29.5.2026 7.57 Uhr:
@Olaf:
Die OzD hatte letztes Jahr fünf 5. Klassen, jeder andere Jahrgang läuft bereits vierspurig. In den anderen Gymnasien sieht es nicht anders aus.
Abgänge sind kaum zu verzeichnen. Trotzdem müssen immer wieder Schüler abgewiesen werden weil nicht genug Plätze da sind.
Also ja, ein achtes Gymnasium ist notwendig.
Was die anderen Schulformen angeht: In Lübeck ist es schwer möglich die Hochschulreife über den zweiten Bildungsweg zu erreichen. Die Berufsgymnasien platzen aus allen Nähten.
Da man ab er für sehr viele Berufe in der Zwischenzeit Abitur benötigt um überhaupt in die Auswahl zu kommen, ist es nicht verwunderlich, dass Eltern ihr Kind lieber den direkten Weg gehen lassen wollen.
Tobias
schrieb am 29.5.2026 8.13 Uhr:
Vernunft vor Emotionen
Bei geringem Verkehrsaufkommen sind Kreisverkehre eindeutig der Goldstandard.
Bei hohem Verkehrsaufkommen ist das Gegenteil der Fall. Die Kreisverkehre in Lübeck zeigen diese tagtäglich. Exemplarisch.
Oliver
schrieb am 29.5.2026 8.51 Uhr:
@Is egwl
schrieb am 28.05.2026 um 17.45 Uhr:
"Seit wann sind diese Kreisverkehre so heilig? (...)"
Verglichen mit einer normalen Straßenkreuzung sind Kreisverkehre in der Regel und in der Theorie besser für den Verkehrsfluss. Keine langen Wartezeiten an der Ampel und wenn alles funktioniert, ein ständiger Fluss aus allen Richtungen.
Leider sind hier nur der Großteil der Verkehrsteilnehmer einfach zu blöd für Kreisverkehre oder es werden bewusst ständig einfachste Regeln missachtet. Für manche Leute scheint ja das Anhalten quasi verpöhnt zu sein, hauptsache "ICH ICH ICH". Dann wird auch mal gerne in ein Fahrzeug der äußeren Spur oder in den nächsten Fahrradfahrer reingebrettert, weil anscheinend auch noch keiner was von Toter Winkel und vorrausschauendes Fahren gehört hat. Beim Rausfahren vom Kreisverkehr hat man normalerweise immer nochmal kurz vom Gas zu gehen und sich zu vergewissern, dass tatsächlich keiner von rechts noch angebrettert kommt. Das ist wie am Abbiegen in einer herkömmlichen Kreuzung, auch da brettert man nicht einfach um die Kurve, sondern hält kurz an und bewegt den Kopf nach rechts.
Aber wie gesagt, es ist einfach traurig, dass der Großteil der Verkehrsteilnehmer schlichtweg einfach geistig nicht in der Lage dazu ist einen verdammten Kreisverkehr zu beherrschen.
H. Regen
schrieb am 29.5.2026 9.50 Uhr:
Es werden zu viele Kinder für ein Gymnasium "zugelassen", die noch nicht annähernd das Niveau haben. Dadurch ist das Abitur zur Massenware geworden. Wir haben ausreichend Gymnasien, nur nicht sinnvoll verteilt
gernotM
schrieb am 29.5.2026 10.20 Uhr:
Zum Thema "Gymnasien" sollte deutlich gemacht werden, weshalb sie aus allen Nähten platzen:
Dem heutigen Zeit(un)geist folgend soll ja jeder "Depp" sein Abitur in der Tasche haben..., ob nun geeignet oder nicht!
Lagen die Schüler-Quoten beim Wechsel zum Gymnasium in früheren Jahrzehnten noch zwischen 15 bis 17%,
liegt diese heute zwischen 35 bis 40% !
Und das auch noch bei inzwischen reduziertem Bildungsniveau !!
Übrigens auch ein wesentlicher Grund für den sog. "Fachkräftemangel" !
REALIST
schrieb am 29.5.2026 12.39 Uhr:
...so ein Schwachsinn, alles nur, weil die Menschheit zunehmend verblödet und nicht mehr im Kreisverkehr die Regeln beherrscht und sich entsprechend verhält, Auto sowie Fahrradfahrer ( besonders die mit Kopfhörer)....vom Blinken ganz zu schweigen...
jako
schrieb am 29.5.2026 13.03 Uhr:
Die Erscheinung der Teller hat eine starke Ausstrahlung und wid damit unserer Altstadt gerecht. Die Vernichtung dieser Grünflächen wird Lübeck stark schaden.
Jon Dohe
schrieb am 29.5.2026 14.08 Uhr:
So schwer diese Umbaumaßnahme nachzuvollziehen ist, so schön ist , das bei einer Kreuzung nun auch die Radler anhalten müssen. Derzeit stauen sich die Kfz in den Spitzenzeiten ja lange, weil es kaum eine ausreichende Lücke zum einfahren für sie gibt...
Was wir ja täglich am Berliner Platz bewundern können. 🫣
Albert
schrieb am 29.5.2026 15.40 Uhr:
Nochmal:
Verkehrsteilnehmer mit und ohne höheren Bildungsabschluß verstehen einen Kreisverkehr nicht.
Fakt:
Eine Kreuzung ist für die restlichen wenigen intelligenten Verkehrsteilnehmer dadurch sicherer.
Gero Markus, Lübeck
schrieb am 29.5.2026 20.35 Uhr:
Zu blöd für einen Kreisverkehr?
Ich verstehe nicht, was an den Tellern in Lübeck so gefährlich sein soll. Man kann sie gut einsehen und entsprechend reagieren und fahren.
Ziehen wir einen Vergleich zwischen dem Mühlentorteller in Lübeck und dem Ludgeriplatz in Münster.
Den Ludgeriplatz frequentieren etwa 38.000 Autos sowie 12.000 Radfahrer täglich, den Mühlentorteller 34.000 Autos und 7.500 Räder.
Der Ludgeriplatz hat zwei Spuren, der Mühlentorteller ist einspurig.
Im Ludgeriplatz haben Radfahrer keinen Radweg, sondern fahren auf der rechten Fahrspur. Im Mühlentorteller fahren sie auf eigenem Radweg.
In Münster treffen 4 Hauptverkehrsstraßen plus 1 kleinere aber gut frequentierte sowie eine kleine Anliegerstraße aufeinander. In Lübeck sind es 3 Hauptverkehrsstraßen und die Mühlenstraße.
Während in Münster 15 Buslinien über den Ludgeriplatz fahren, tun dies am Mühlentorteller 7 Buslinien.
Alle in den Ludgeriplatz einmündenden Straßen haben einen Fußgängerüberweg und ein Stoppschild. In Lübeck hat man "Vorfahrt gewählen"-Schilder aufgestellt.
In beide Kreisverkehre münden zwei- und einspurige Straßen.
Warum kann man in Münster problemlos dort kreiseln, in Lübeck aber nicht?
Vielleicht liegt der Grund darin, dass in Münster die Radfahrer auf der rechten Fahrspur fahren, in Lübeck aber auf den Radweg nicht verzichtet wird?
Die Verkehrsregeln sind sonnenklar und unmissverständlich.
Der Umbau zur Kreuzung ist unsinnig. Ein Kreisverkehr ist immer sinnvoller, denn der Verkehr läuft besser und damit abgasärmer, und man ist aufmerksamer, weil einem das Denken nicht von einer Ampel abgenommen wird.
Sind die Lübecker echt zu doof für einen Kreisel? Peinlich...
geromarkus@hotmail.com