A1: Bei jedem siebten Fahrzeug Fehlverhalten festgestellt
Lübeck: Wie sicher gelingt das Einfädeln auf Autobahnen in der Region Lübeck? Dieser Frage sind Ehrenamtler des ACE-Kreises Lübeck Ostholstein Lauenburg im Rahmen der bundesweiten Verkehrssicherheitsaktion „Gefahrenstelle Auffahrt?“ nachgegangen.Gemeinsam beobachteten der Vorsitzende des ACE-Kreises Lübeck Ostholstein Lauenburg, Rüdiger Kleinert, und der ACE-Regionalbeauftragte Nord, Rüdiger Rohlf, das Verhalten der Verkehrsteilnehmenden an der Auffahrt Lübeck-Moisling zur A1 in beide Fahrtrichtungen sowie an der Auffahrt Bad Oldesloe zur A1 in Fahrtrichtung Lübeck.
Das Auffahren auf Autobahnen und Fernstraßen gehört für viele Verkehrsteilnehmer zum Alltag. Doch gerade beim Einfädeln in den fließenden Verkehr entstehen immer wieder gefährliche Situationen. Die Ergebnisse der ACE-Erhebung zeigen, dass auch auf den untersuchten Auffahrten weiterhin Verbesserungspotenzial besteht.
600 Fahrzeuge beobachtet – 86-mal Fehlverhalten festgestellt
Innerhalb von jeweils 30 Minuten wurden an den drei Beobachtungsstandorten insgesamt 600 Fahrzeuge erfasst. Bei 86 Fahrzeugen stellten die ACE-Ehrenamtlichen mindestens einen Regelverstoß oder eine Auffälligkeit fest. Dies entspricht rund 14 Prozent aller beobachteten Fahrzeuge.
Blinken bleibt mit Abstand das größte Problem
Besonders auffällig war das Blinkverhalten. Insgesamt wurden 86 Blinkverstöße dokumentiert. Darüber hinaus beobachteten sie weitere Regelverstöße, darunter direkte Spurwechsel auf die linke Fahrspur sowie sechs konkrete Gefährdungssituationen. Rüdiger Kleinert, Vorsitzender des ACE-Kreises Lübeck Ostholstein Lauenburg, bewertet die Ergebnisse der Erhebung: „Die große Mehrheit der Verkehrsteilnehmer verhält sich regelkonform. Dennoch zeigen unsere Beobachtungen, dass gerade beim Auffahren auf die Autobahn immer wieder Fehler gemacht werden. Dabei handelt es sich um eine alltägliche Verkehrssituation, die besondere Aufmerksamkeit verdient.“
Auffahrt Richtung Neustadt mit den meisten Auffälligkeiten
Die meisten Auffälligkeiten wurden an der Auffahrt Lübeck-Moisling in Fahrtrichtung Neustadt in Holstein festgestellt. Dort fielen innerhalb von 30 Minuten 46 von 297 Fahrzeugen durch Fehlverhalten auf. Dies entspricht rund 15,5 Prozent der beobachteten Fahrzeuge.
Auch Bad Oldesloe zeigt deutliche Probleme beim Einfädeln
An der Auffahrt Bad Oldesloe in Fahrtrichtung Lübeck wurden innerhalb von 30 Minuten 202 Fahrzeuge beobachtet. Bei 28 Fahrzeugen stellten die Ehrenamtlichen Auffälligkeiten oder Regelverstöße fest. Dies entspricht rund 13,9 Prozent der beobachteten Fahrzeuge.
Richtung Hamburg etwas besseres Ergebnis
An der Auffahrt Lübeck-Moisling in Fahrtrichtung Hamburg wurden innerhalb von 30 Minuten 101 Fahrzeuge erfasst. Dabei wurden zwölf Verstöße festgestellt. Dies entspricht knapp 12 Prozent der beobachteten Fahrzeuge.
ACE appelliert: Sicher einfädeln statt riskant drängeln
Der ACE weist darauf hin, dass der Beschleunigungsstreifen möglichst vollständig genutzt werden sollte, um die Geschwindigkeit an den fließenden Verkehr anzupassen. Kommt keine ausreichende Lücke zustande, ist besonnenes und vorausschauendes Handeln gefragt. ACE-Regionalbeauftragter Rüdiger Rohlf ergänzt: „Wer auf die Autobahn auffährt, muss für andere Verkehrsteilnehmer berechenbar sein. Rechtzeitiges Blinken, eine angepasste Geschwindigkeit und die vollständige Nutzung des Beschleunigungsstreifens tragen wesentlich dazu bei, gefährliche Situationen zu vermeiden.“

In 30 Minuten stellte der ACE an der Auffahrt Moisling in Richtung Norden 46 Verstöße fest. Foto: ACE/Rüdiger Rohlf
Text-Nummer: 179766 Autor: ACE/red. vom 30.05.2026 um 17.25 Uhr
