Zwei große Linden an St. Petri gefällt
Lübeck - Innenstadt: Der Kirchhof von St. Petri zu Lübeck verändert derzeit sichtbar sein Gesicht: Zwei große Linden müssen gefällt werden, zwei weitere Bäume werden deutlich zurückgeschnitten. Die umfangreichen Baumarbeiten werden bis zum 4. Juni 2026 dauern.
Jahrzehntelang prägten die rund 90 Jahre alten Bäume die Atmosphäre des Innenhofs – als Schattenspender bei Sommerkonzerten, Treffpunkt nach Lesungen oder stiller Ort mitten in der Altstadt. Nun haben Gutachter erhebliche Schäden festgestellt.
Ein Sachverständigenbüro für Baumbegutachtung und Baumbewertung hatte die vier Großbäume im Petrikirchhof untersucht. Dabei wurde bei einer rund 24 Meter hohen Winterlinde intensive Fäule und Verholung festgestellt. Eine zweite Linde weist massive Wurzelfäule auf. In beiden Fällen sei eine Fällung aus Sicherheitsgründen notwendig geworden.
Auch bei einer dritten Linde wurden erste Fäulniserscheinungen entdeckt. Um die Standfestigkeit langfristig zu sichern, soll ihre Krone um etwa 50 Prozent eingekürzt werden. Bei einem etwa 20 Meter hohen Bergahorn ist eine Kroneneinkürzung von rund 25 Prozent vorgesehen.
Der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg hatte die Maßnahmen beim Fachbereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz der Hansestadt Lübeck beantragt. „Es betrübt uns alle sehr, zu diesen gravierenden Maßnahmen greifen zu müssen“, sagt Liane Kreuzer, Leiterin der Bauabteilung des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. „Viele Menschen verbinden persönliche Erinnerungen mit diesen Bäumen. Wir alle haben schon unter ihnen gesessen – bei Konzerten und Lesungen, bei einem Stück Kuchen oder mit einem Getränk. Gerade im Sommer prägen sie die besondere Atmosphäre des Petrikirchhofs. Aber so traurig es auch ist: Sicherheit geht vor, deshalb bleibt uns leider keine andere Wahl.“
Die Bäume waren bereits in den vergangenen Jahren bei regelmäßigen Kontrollen auffällig geworden. Alle zwei Jahre werden die Bäume routinemäßig überprüft. Zuletzt waren unter anderem Totholz aus den Kronen entfernt und zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen vorgenommen worden.

Liane Kreuzer, Leiterin der Bauabteilung des Kirchenkreises, auf der Baustelle. Fotos: Modrow
Text-Nummer: 179842 Autor: KK LL vom 02.06.2026 um 16.19 Uhr

Kommentare zu diesem Text:
Neugieriger Picknickgast
schrieb am 02.06.2026 um 20.05 Uhr:
Schade aber in manchen Fällen aus Sicherheitsgründen nicht vermeidbar.Vielleicht wird wieder "aufgeforstet"....
Michael M,
schrieb am 03.06.2026 um 06.16 Uhr:
Was ist denn aus den Lindenrettern geworden ? Nach tollen Aktion für die Linden an der Untertrave ....
Sind wohl nicht alle Linden gleich
Boyd Lice
schrieb am 03.06.2026 um 09.32 Uhr:
Michael M : was bitte hätte hätte man da retten sollen? Die Fäulnis wegzaubern?