Fanny Hensel, der verhinderte Weltstar
Lübeck - Innenstadt: Archiv: Fanny Hensel, die große Schwester von Felix Mendelssohn konnte ebenso gut komponieren wie er. Aber ihr Vater erlaubte ihr nicht, dies öffentlich zu zeigen. So sind Fanny Hensels Werke über viele Jahrzehnte unbekannt geblieben. Das kann sich jetzt in Lübeck ändern: Die Walddörfer Kantorei aus Hamburg-Volksdorf führt am Samstag, 13. Juni 2026, um 15 Uhr in der Aegidienkirche in der Altstadt alle drei Oratorien der 1805 in Hamburg geborenen Komponistin auf.
Das größte der drei Werke, das den Opfern der Cholera-Epidemie in Berlin gewidmet ist, wurde 1984 das erste Mal öffentlich aufgeführt – 137 Jahre nach Fanny Hensels plötzlichem Tod. „Lobgesang“ und „Hiob“ wurden noch später als Noten herausgebracht und werden hin und wieder gesungen. Ein Konzert mit allen drei Oratorien Fanny Hensels ist aber eine musikalische Rarität für Lübeck und auch für Hamburg, wo das Programm am Sonntag, 14. Juni, 18 Uhr, zu erleben ist. Tickets für beide Konzerte gibt es online unter www.walddoerfer-kantorei.de.
Begleitet wird der Chor in St. Aegidien (Samstag, 13. Juni 2026, 15:00 Uhr) und in der Kirche am Rockenhof in Hamburg-Volksdorf (Sonntag, 14. Juni 2026, 18:00 Uhr) von Mitgliedern der Lübecker Philharmoniker. Die Solopartien singen Amelie Gorzellik (Sopran), Nicole Dellabona (Alt), Timo Rößner (Tenor) und Konstantin Heintel (Bass). Die Orgel spielt der Aegidien-Kirchenmusiker Eckhard Bürger.
Die Walddörfer Kantorei ist ein Konzertchor aus Hamburg-Volksdorf und feiert 2027 ihr 40-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass will der Chor das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) aufführen – und sucht dafür motivierte Sängerinnen und besonders Sänger im Alter von 15 bis 55, die sich für dieses Projekt der Kantorei anschließen. Wer Interesse an einer im Herbst 2026 beginnenden Projektmitgliedschaft hat, kann sich per Mail unter vorstand@walddoerfer-kantorei.de melden. „Singen macht glücklich“, sagt Lars Fetköter, 1. Vorsitzender der Walddörfer Kantorei. „Es ist verblüffend, wie auch Menschen ohne große musikalische Vorbildung durch regelmäßige Proben das Wunder eines gemeinsamen Chorklangs erleben.“