Ali Alam: Niemand hat die Absicht, einen Tunnel zu bauen
Lübeck - Travemünde: Unter dem vielsagenden Titel „Niemand hat die Absicht, einen Tunnel zu bauen“ löst Ali Alam (Die Fraktion) jetzt seinen Prüf-Antrag für einen Tunnel zum Priwall von Mitte Mai 2026 auf. Der wurde im Wirtschaftsausschuss natürlich abgelehnt, war aber trotzdem erfolgreich: Der Antrag sei ein „Trojanisches Pferd“ gewesen, damit über eine kostenlose Fährverbindung gesprochen wird, so Ali Alam. „Und genau darüber reden wir jetzt.“Wir veröffentlichen die Mitteilung von Ali Alam (Die Fraktion) im Wortlaut:
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Unser Antrag für einen Fußgängertunnel zum Priwall (wir berichteten) war ein trojanisches Pferd, und die AfD hat es ohne jede Grenzkontrolle passieren lassen und dafür gestimmt. Sonst wird jede Verbindung nach außen kritisch betrachtet, aber bei einer Verbindung unter der Trave hindurch hat plötzlich niemand mehr nach dem Pass gefragt.
Hätte jemand den Antrag bis zum Ende gelesen, wäre die eigentliche Idee aufgefallen: eine kostenfreie Fähre für Fußgänger. Und genau darüber reden wir jetzt.
Also mal Butter bei die Fische: Die Überfahrt ist für eine Familie schlicht zu teuer. Wie soll der Priwall ein attraktives Ausflugsziel sein, wenn eine vierköpfige Familie für Hin- und Rückfahrt schon 16 Euro auf den Tisch legt? Mit dem Auto wird es noch teurer.
Eine Kugel Eis kostet auf dem Priwall rund 2 Euro. Bei mindestens zwei Kugeln pro Kopf (bzw. pro Bauch) sind das bei vier Personen 28 Euro. Und weil wir gerade dabei sind, gibt es für jeden auch noch ein Fischbrötchen! Nochmal 20 Euro!
Um diese 48 Euro überhaupt ausgeben zu dürfen, zahlt die Familie also erstmal 16 Euro und bekommt dafür nichts außer der Überfahrt. Das ist eine hohe Hürde, zumal der Fährbetrieb ohnehin schon subventioniert wird. Warum also sollten die Fußgänger nicht gleich kostenlos fahren können? Das würde die Besucherzahlen und die Umsätze auf dem Priwall spürbar erhöhen.
Der vorgeschlagene Tunnel war für uns nur das Mittel, um genau diese Diskussion in Gang zu bringen. Dass gerade die AfD am Ende sogar mit dafür gestimmt hat, sagt mehr über ihre politische Tiefe aus als jede Machbarkeitsstudie.
Man braucht Visionen, um irgendwo hinzukommen. Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu schaffen. Wer immer nur sagt „das geht nicht“, kommt nicht voran.
Die Idee ist im Übrigen nicht einmal neu und stammt nicht von uns. Als Vorbilder werden seit Jahren der Rendsburger Fußgängertunnel und der Elbtunnel genannt.
Die Fraktion will mit diesem nur beinahe utopischen Vorschlag der Lübecker Politik Inspiration sein und Offenheit schaffen für neue Ideen und Lösungen. Keine Flugtaxis, die sind selbstverständlich Quatsch.
Unsere Bausenatorin sagt zwar: „Menschen fliegen auch zum Mond!“ Wir finden aber: über die Trave kommen reicht.
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„Unser Antrag für einen Fußgängertunnel zum Priwall war ein trojanisches Pferd“, erklärt Ali Alam. Foto: Archiv/HN
Text-Nummer: 179879 Autor: A.Alam/D.Fraktion/red. vom 04.06.2026 um 10.29 Uhr
