Kammermusikfest Lübeck

Lübeck - St. Jürgen: Archiv - 09.06.2026, 14.17 Uhr: Sehr bald ist es wieder soweit: In wenigen Tagen wird das 34. Kammermusikfest Lübeck (12. bis 14. Juni 2025) gefeiert. Dafür laufen bei der Scharwenka-Gesellschaft die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Konzerte finden wieder im Kolosseum statt. Wie üblich beginnen sie um 19:30 Uhr, also „abends 7 ½ Uhr sehr präcise“, wie man es in der „Kaiserzeit“ (1871–1918) auszudrücken pflegte.

Diese besondere Form der Zeitangabe ist zu einem „Markenzeichen“ des Kammermusikfestes Lübeck geworden, und auch zur unentbehrlichen Pointe in den launigen Moderationen, mit denen wir auch in diesem Jahr wieder das Publikum erfreuen wollen. Während dieses Kammermusikfestes wird man allen Instrumentengruppen begegnen: Tasten-, Streich-, Zupf-, Blas- und Schlaginstrumenten sowie dem Gesang. Zu dieser instrumentalen Buntheit gesellt sich eine stilistische Vielfalt ohnegleichen.

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Das Klavierduo Clara und Marie Becker wird das 34. Kammermusikfest eröffnen. Foto: Jonas Becker

Freitag, 12. Juni: Am ersten Abend wird das Kammermusikfest Lübeck traditionsgemäß zu zweit am Klavier eröffnet. Die Veranstalter freuen sich sehr, in diesem Jahr das junge Klavierduo Clara und Marie Becker vorstellen zu können. Die gefeierten Zwillingsschwestern werden das Publikum mit abwechslungsreichen vierhändigen Piècen u.a. von Bach, Mendelssohn Bartholdy und Amy Beach begeistern.

Die zweite Hälfte des Abends widmet sich dem virtuosen Wohlklang auf Streichinstrumenten: „Carlos Johnson and Friends“, so lautet das Motto des Programms, welches der Konzertmeister des Philharmonischen Orchesters Lübeck zusammen mit einem von ihm zusammengestellten Streichquartett gestaltet. Wir dürfen auf dieses Quintett-Ensemble gespannt sein. Carlos Johnson, Inés Vega, Maria Jesús Talero Andújar, Io Zamalloa und Belén Sánchez Pérez werden mit konzertanten Werke von Vivaldi („Der Sommer“), Mozart, Puccini und Pärt brillieren.

Der zweite Abend, am Sonnabend, 13. Juni, wird von Kayako Bruckmann, Violinistin des Lübecker Orchesters, zusammen mit der Pianistin Annette Töpel eröffnet. Sie stellen die konzertante „Suite“ op. 99 von Philipp Scharwenka vor. In diesem beeindruckenden Meisterwerk hat Philipp beiden Instrumenten faszinierende Aufgaben anvertraut.

Die Veranstalter fördern junge Talente und bieten ihnen ein Forum. Daher freuen sie sich ganz besonders auf den Auftritt des Saxofon-Ensembles der Musikschule der Gemeinnützigen. Das jugendliche Ensemble präsentiert unter Leitung der renommierten Instrumentalpädagogin Lilija Russanowa ein von ihr moderiertes, spannendes Programm mit Überraschungen dies- und auch jenseits der „Klassik“.

Auch die zweite Hälfte des Abends verspricht stilistisch schillernd zu werden, wenn Silke Aichhorn, die Harfen-Koryphäe, das von ihr selbst moderierte Programm „Harfenzauber“ mit Musik aus fünf Jahrhunderten präsentiert. Zusammen mit Kayako Bruckmann wird sie in diesem Programm auch Louis Spohrs lichtvolle und äußerst aparte „Papageno-Variationen“ spielen, die der mit einer virtuosen Harfenistin verheiratete romantische Komponist und berühmte Geiger für gemeinsame Konzerte schrieb.

Eine Reise um die Welt

Am Sonntag, 14. Juni 2026, vormittags um 11:00 Uhr, darf sich das Publikum auf einen weiteren Auftritt der Harfenistin Silke Aichhorn freuen, wenn sie beim Kinder-Mitmachkonzert „Eine Reise um die Welt“ Klein und Groß zu einer klingenden, märchenhaften Tour rings um den Globus einlädt: Wie wäre es, die Welt auf einem fliegenden Teppich zu umrunden? Im Gepäck: eine Harfe, eine Schatzkiste, Musik, Rätsel und jede Menge Überraschungen. Alle Kinder können auf der Bühne mitwirken! Sie werden eine turbulente, unvergessliche Stunde Musik erleben, wie auch die Presse bestätigt: „Die großartige Harfenistin hat es geschafft, die quicklebendige Kinderschar eine Stunde lang zum Zuhören und Mitmachen zu motivieren!“ Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei für alle.

Beim abendlichen Konzert am Sonntag, den 14. Juni 2026, lassen Steffen Kubach, Imke Looft und Kapellmeister Nathan Bas vom Theater Lübeck mit dem Programm „Musikalische Grüße aus der Hölle“ das gleichnamige legendäre Wiener Cabaret und Etablissement „Die Hölle“ wieder aufleben. Moderierend wird Michael P. Schulz durch den von ihm konzipierten Reigen feinster Raritäten von Johann Strauß, Leo Fall, Franz Lehár und anderem geleiten. Überraschung: Die Hölle wird sich – ihrem prekären Klima zum Trotz – als melodiöses Eldorado erweisen.


Die größte Besetzung tritt mit dem NO!Orchestra zum Abschluss auf: Das Ideal dieser Gruppe, die sich mit hörbarer Freude unterschiedlichsten Stilen und Aufführungsformen widmet: „Wir lieben es, mit Leidenschaft zu spielen, und wir möchten, dass auch unser Publikum diese Energie spürt.“ Dieses Kammerorchester präsentiert unter der Leitung von Bernd Ruf, und von ihm moderiert, vier quirlige Stummfilmmusiken zu frühen Walt Disney-Zeichentrickfilmen: kecke Musik von Paul Dessau à la „Dreigroschenoper“, 1920er-Genuss vom Feinsten.

Turbulenter Abschluss: Das No!Orchestra mit Disney-Stummfilmmusiken von Paul Dessau. Foto: No!Orchestra

Turbulenter Abschluss: Das No!Orchestra mit Disney-Stummfilmmusiken von Paul Dessau. Foto: No!Orchestra


Text-Nummer: 179890   Autor: Veranstalter/red.   vom 09.06.2026 um 14.17 Uhr

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