450 Teilnehmer bei Bahn-Demo in Bad Schwartau

Bad Schwartau: Archiv - 08.06.2026, 14.36 Uhr: Am 6. Juni 2026 fand die dritte Demo der BI Kaltenhof gegen die Pläne der Bahn in Bad Schwartau statt. Rund 450 Menschen folgten der Bürgerinitiative zufolge dem Aufruf, „denn die drohende Naturzerstörung und die menschenverachtende Planung der Bahn zum Ausbau der Hinterlandanbindung erregt immer mehr Protest.“ Der einzige Ausweg ist nach Meinung der BI eine Umfahrung Bad Schwartaus (statt des geplanten Ausbaus der Bestandstrasse) nach dem BI-Motto: „Aussen rum statt mittendurch“.

Die Protestveranstaltung startete am Europaplatz, auf dem BI-Aktivist Volker Haverkamp ausführlich die zu erwartenden dramatischen Folgen für Bad Schwartau, Ostholstein und die gesamte Region erläuterte. Sein Fazit: „Bad Schwartau wird sterben.“ Extrem negative Auswirkungen auf die Wirtschaft und ein jahrelanges Verkehrschaos während der Bauzeit (4 Jahre sind bislang durch die DB angepeilt) sind vorprogrammiert. Einen kleinen Vorgeschmack darauf gab es bereits während der Demonstration, die zeitweise den Verkehr im Eutiner Ring mit seinen wichtigen, stark frequentierten Kreuzungen lahmlegte. Bei der Zwischenkundgebung auf Höhe des ZOBs gingen die renommierten Redner Kapitän Stefan Schmidt (ehemals Einwanderungs- und Flüchtlingsbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein) und Lüder Möller (Aktionsbündnis Bartelsholz) auf die besondere Bedeutung des Waldes für jeden Einzelnen und die drohende Waldvernichtung ein. Die teilweise über 250 Jahre alten Bäume haben einen hohen ökologischen Wert. Der ehemalige Förster Karsten Tybussek sprach über die dramatischen Folgen der Waldrodung im waldärmsten Bundesland und malte das apokalyptische Bild einer Wüste wie bei Star Wars. Sein Appell „Kämpft für Euren Wald“ rief lautstarken Beifall hervor.

Bereits zu Beginn der Kundgebung wurde auf die großartige Unterstützung der BI durch den Bund für Umwelt und Naturschutz (B.U.N.D.) hingewiesen und seit Neuestem auch durch die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Bad Schwartau ist Teil der bundesweiten Petition „Finger weg von unserem Stadtwald“ und steht dabei in einer Reihe mit dem Lübecker Bartelsholz und bedrohten Stadtwäldern in Köln und Berlin (mitmachen.duh.de).

Der Protestzug führte durch die Auguststraße und die Markttwiete und erregte viel Aufsehen bei den Passanten sowie Café- und Marktbesuchern. Es ging zur Abschlusskundgebung vor dem Rathaus. Der stellvertretende Bürgermeister Carsten Dyck wies auf die bevorstehende Auslegung der Planfeststellungsunterlagen hin und forderte die Menschen eindringlich auf, unbedingt Einwendungen zu schreiben. Sowohl die Stadt Bad Schwartau als auch die BI werden Mustereinwendungen und Hilfestellung anbieten. Er lud alle zur Informationsveranstaltung der Stadt Bad Schwartau am 01.07. um 18:00 Uhr in die Krummlandhalle ein, mit dem Hinweis, dass jede Einwendung zählt, da sie die Entscheidungsgrundlage beeinflussen kann. Seine Aufforderung: „Wir müssen alles machen, was wir machen können! Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass unser Anliegen gehört wird!“

Im Anschluss lud Volker Haverkamp an den Infostand der BI auf dem Markt ein, ein Angebot, das von zahlreichen Menschen genutzt wurde.

www.bi-kaltenhof.de

Rund 450 Menschen folgten der Bürgerinitiative zufolge dem Aufruf. Foto: Felix Zeep

Rund 450 Menschen folgten der Bürgerinitiative zufolge dem Aufruf. Foto: Felix Zeep


Text-Nummer: 179941   Autor: BI/red.   vom 08.06.2026 um 14.36 Uhr

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