Bilanz: 280.000 Besucher beim Festival in der Altstadt

Lübeck - Innenstadt: Archiv: "Das Hansekulturfestival (HKF), das vom 5. bis 7. Juni 2026 im Seefahrerviertel auf der Lübecker Altstadtinsel gefeiert wurde, war ein Fest der Lebensfreude", zieht die Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM) als Veranstalter Bilanz. Aus der Politik gibt es erste Kritik an der mangelnden Barrierefreiheit und den hohen Preisen der Gastronomie.



"Es war ein gelungenes, fröhliches und ausgelassenes Fest mit einem geschätzten Ergebnis von über 280.000 Besuchern – trotz der Regenschauer am Freitag und Sonntag", so die LTM. "Zehn Jahre nach der ersten Ausgabe verwandelte sich das Quartier rund um St. Jakobi mit über 500 Programmpunkten erneut in eine lebendige Bühne zwischen Untertrave, Koberg und Kanalstraße – mit offenen Höfen, langen Tafeln, Straßenkunst, Kinderaktionen, Theater, Tanz, Live-Musik und ganz viel Gastfreundschaft." Es wurde unter der Federführung der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM) drei Tage lang ein buntes Programm mit rund tausend Akteuren und Anwohnern geboten.



„Das Hansekulturfestival ist viel mehr als nur ein Event. Es verbindet Menschen und zeigt Lübeck in den schönsten Farben. Gemeinsames Feiern und Gestalten stärken unsere Stadtgesellschaft und das Zusammentun ist gerade jetzt wichtig für uns alle. Herzlichen Dank an alle, die diese Vielfalt ermöglicht haben“, erklärt Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau.



„Es war uns ein Fest, und was für ein Fest das war! Drei Tage Hansekulturfestival haben soeben ihren Abschluss gefunden. Vielen Dank an die Possehl-Stiftung, an das Organisationsteam und an alle beteiligten Gewerke, an alle Gastgeber:innen und Mitmachenden, insbesondere auch an die Bürger, die von den Einschränkungen betroffen waren, die aufgrund der aktuellen Auflagen unvermeidlich sind“, erklärt LTM-Geschäftsführer Christian Martin Lukas. „Wo so viele Menschen gemeinsam feiern, braucht es Verständnis von allen für alle. In einer Gesellschaft, in der Konsens ein sehr wertvolles und schützenswertes Gut darstellt, eine wichtige Aufgabe. Aber das Wochenende hat gezeigt: Lübeck kann es.“

Das historische Seefahrerviertel präsentierte sich während des Festivals als lebendige Bühne für Kunst, Kultur und nachbarschaftliches Engagement. Besonders eindrucksvoll zeigte sich einmal mehr die enorme Beteiligung der Bewohner des Altstadtquartiers. Zahlreiche Hinterhöfe, Wohngänge, private Gärten und Innenhöfe öffneten ihre Tore und wurden zu kleinen Festivalorten mit ganz eigenem Charakter. Viele Besucher berichteten, dass sie an diesem Wochenende Ecken Lübecks entdeckt hätten, die sie zuvor noch nie gesehen hatten – und damit eine Seite der Hansestadt erleben konnten, die sonst meist verborgen bleibt.

Das Festival wird auch die Lübecker Politik noch beschäftigen. Die Grünen haben bereits zwei Anträge in die Ausschüsse gegeben. Sie fordern eine Prüfung, wie die Preise für die Bewirtung gesenkt werden könnten. Ein zweiter Antrag fordert eine Verbesserung der Barrierefreiheit.
Die Veranstalter schätzen, dass 280.000 Menschen das Festival in der nördlichen Altstadt besucht haben. Fotos: Harald Denckmann, SG
Die Veranstalter schätzen, dass 280.000 Menschen das Festival in der nördlichen Altstadt besucht haben. Fotos: Harald Denckmann, SG

Text-Nummer: 179961    Autor: LTM/VG    vom 8.6.2026 16.11 Uhr

Kommentare zu diesem Text (21):

Klaus HL

schrieb am 8.6.2026 18.07 Uhr:
Ich beziehe mich ausdrücklich auf die Stellungnahme der Grünen: (...)
Das war ein Bürgerfest der Bewohner im besten Sinne, kein ‚Event‘. Und es gab jede Menge Möglichkeiten, sich zu sehr fairen Preisen zu versorgen. Und: Die Lübecker Altstadt ist nicht behindertenfreundlich, das können die Verantwortlichen für dieses Fest nicht mal eben ändern.

Zwilling

schrieb am 8.6.2026 18.43 Uhr:
. . . LTM-Geschäftsführer Christian Martin Lukas. „Wo so viele Menschen gemeinsam feiern, braucht es Verständnis von allen für alle.

Ich habe kein Verständnis für so viel niveaulose Kultur ...

REALIST

schrieb am 8.6.2026 19.09 Uhr:
Schöne angenehme Stimmung auf dem Fest gewesen, nur die Kultur habe ich vermisst oder gehört ein Vorwerk Koboldstand und Thermomixstand auf ein Kulturfest?!
Na ja und ein Brötchen mit Hirtenkäse 9,80.-... das ist ganz einfach nepp...

Holger Steffen

schrieb am 8.6.2026 19.20 Uhr:
Liebe Bündnis90/Grüne, Stand- und Konzessionsgebühren, Müllabfuhr, Wasser- und Abwassergebühren und der Stromanschluss kosten nun einmal Geld. Mit dem ständig steigendem Mindestlohn bekommt man kaum noch vernünftiges Personal. Das fließt natürlich alles in die Preiskalkulation der Ständebetreiber mit ein. Und wenn ich als Ständebetreiber nicht in der Lage bin, mir selbst einen kalkulatorischen (Unternehmer)Mindestlohn zu zahlen, und mir das Finanzamt hobbymäßige Gewerbeausübung unterstellt, dann sollte man die Reißleine ziehen und sein Gewerbe abmelden. Von einer "Schwarzen Null" bekommt auch ein Gewerbetreibender seine Familie nicht satt. Es muss schon etwas Zählbares hängen bleiben, sonst stehe ich mir nicht hinter dem Tresen die Füße platt und lasse mich von Besoffenen anpöbeln. Für eine Gebühren- und Abgabensenkung ist kein finanzieller Spielraum vorhanden. Das muss solide gegenfinanziert werden und ich frage mich wo noch gestrichen bzw. gekürzt werden soll. Letztendlich sind 280.000 Besucher ein großartiger Erfolg. Das Altstadtfest wird von den Bürgern super gut angenommen. Liebe Grüne, Wirtschaftskompetenz ist nicht so unbedingt Eure ganz große Stärke. Man kann Anträge auch zurückziehen. Der Antrag ist extrem populistisch!

Drilling

schrieb am 8.6.2026 19.57 Uhr:
@Zwilling
Mehr als 1/4 Million Menschen haben gefeiert. Nur Sie haben „kein Verständnis für so viel niveaulose Kultur“. Nun denn, es gibt sicher auch Veranstaltungen für Ihr Niveau geben.

IDEALIST

schrieb am 8.6.2026 20.08 Uhr:
@REALIST
"Brötchen mit Hirtenkäse 9,80" - Nun gut, wenn der Hirtenkäse linksdrehend geklöppelt und das Brötchen aus biologisch abbaubarem Dinkel ist, ist der Preis sicher gerechtfertigt. Wenn's Ihnen nicht passt, gehen Sie doch einfach zum nächsten Stand. Das gleiche gilt für den Thermomix. Gehen Sie einfach vorbei, sagen Sie nichts, denken Sie nichts und versauen Sie nicht sich selbst die Stimmung, indem Sie sich darüber aufregen. Buh.

Altstadtfest

schrieb am 8.6.2026 20.25 Uhr:
Liebe Grüne,

schön, dass Ihr die Politik mal wieder mit sinnfreien Anträgen überflutet. Auch ohne einen solchen Antrag kann ich Euch sagen, wo die Preise herkommen: Bürokratie und Regularien! Es geht beim Mindestlohn los. Jeder, der seine Arbeitskräfte ordnungsgemäß anmeldet (die Meisten Getränke- und Verpflegungsstände sind nun einmal gewerblich) zahlt für jede ungelernte Aushilfskraft rund 14 € pro Stunde. Wer was kann oder besonders hart ran muss, will entsprechend mehr haben. Es geht weiter mit der Bürokratie. Selbst für ehrenamtliche Standbetreiber sind Gesundheitszeugnisse und jede Menge Papierkram notwendig. Schließlich sind es noch öffentliche Auflagen. Keine Frage, Nachhaltigkeit ist wichtig und hat ihren Preis. Ob nun unser Weltklima durch einige Mehrwegverpackungen gerettet wird, sei mal dahingestellt. Es ist eben ein Kostenfaktor. Und alles dies ist nicht zuletzt durch die Grünen über Jahre und Jahrzehnte forciert worden. Wenn Euch nun die Realität auf die Füße fällt, jammert bitte nicht.

Was die Barrierefreiheit anbelangt: so schlecht war das doch nicht. Jedes über die Straße verlegte Kabel verlief in einer Kabelbrücke. Und jede Kabelbrücke hatte eine zusätzliche Rollstuhlrampe. Dass einige Straßen in der Altstadt Kopfsteinpflaster haben, muss man wohl hinnehmen. Genauso wie die Tatsache, dass die Engelsgrube bergan und die Gröpelgrube bergab geht oder dass es generell mit einem Rollstuhl nicht einfach ist, sich durch Menschenmassen zu bewegen. Auch für diese Erkenntnis benötige ich keine Ausschüsse und Anfragen, sondern lediglich einen gesunden Menschenverstand.

Felix

schrieb am 8.6.2026 20.35 Uhr:
Das war ein wunderschönes Fest mit vielen kleinen Entdeckungen, super Stimmung und tollen Menschen. Wie schön die Altstadt doch auch mal aussehen und klingen kann :)
Danke an alle Beteiligten, da freut man sich direkt auf das nächste Fest!

Andreas

schrieb am 8.6.2026 21.45 Uhr:
Ich war an allen 3 Tagen im Viertel unterwegs.
Was für eine schöne Stimmung, jede Menge gut gelaunter Gäste und Budenbetreiber. Man konnte ungestört auf den Straßen flanieren, Musik und Kleinkunst genießen. Obwohl Ur- Lübecker habe ich noch viel Neues gesehen und mitten in der Stadt das Kutschenmuseum bewundert.

Ich freue mich auf 2028.

Markus

schrieb am 9.6.2026 9.29 Uhr:
Mir gefällt die Vorstellung, dass die nächsten Brot und Spiele Veranstaltungen solcher Art in Buntekuh, Moisling, im Hochschulstadtteil oder auf dem Volksfestplatz stattfinden. Oder sollte die Klientel dort soviel Kunst und Kultur nicht aushalten?
Und, wie ist das mit der CO2-Bilanz von solchen Großveranstaltungen?
Ironie, Zynismus, Polemik, Sarkasmus ist nach dem Punkt vorbei.

Quo Vadis Lübeck?

schrieb am 9.6.2026 9.35 Uhr:
Also das Quartierfest, auch Hanse-Kulrurfestival genannt, haben 280000!!! Menschen besucht?

Wer schätzt diese Zahl, denn vom Messen kann hier wohl nicht die Rede sein? Die Postulat der Reliabilität und Validität fand wohl keine Berücksichtigung.

Eine kleine erste Überschlagsrechnung: Lübeck hat ca. 220000, Wismar ca. 44000, Ratzeburg ca. 15000 Einwohner. Zusammen also 279000. Demnach waren - vom Neugeborenen bis zum Ältesten alle auf dem Quartierfest gewesen.

Der Vergleich stimmt so nicht, soll aber in erster Näherung nur sensibilisieren.

Ich behaupte, dass dieses Fest 87000 Menschen besucht haben und diese Zahl hat genau die gleiche "Qualität" wie die 280000!!!

Zahlen werden zu oft für Manipulationen missbraucht.

Albert

schrieb am 9.6.2026 10.54 Uhr:
Ich stimme Realist voll zu.
Auf einem Hansekulturfestival haben Stände mit dem Anbieten von Geräten wie Thermo-Mix sowie Kobold nichts zu suchen.

@Idealist, bitte mal darüber nachdenken!!!!

Lübecker

schrieb am 9.6.2026 10.54 Uhr:
Als jemand der da mitten drin wohnt, bin ich immer froh, wenn das vorbei ist...

Here You Go

schrieb am 9.6.2026 12.05 Uhr:
@Quo Vadis

Sie wollen also sensibilisieren. Für Manipulation. Und Verschwörungstheorien. Scheint nötig. Diese Zahlen sind mit Sicherheit manipuliert. Von ganz oben. Von dieser geheimnisumwobenen Macht, die die Menschheit steuert. Vom großen Manipu erfunden, um irgendwelche für den Normalbürger unergründliche Strategien zu verwirklichen. Wir danken dem Aufklärer.

Micha

schrieb am 9.6.2026 14.04 Uhr:
Moin,

man soll also so wie der Idealist alles hinnehmen. Dran vorbeigehen und nichts sagen. Genau!! So sind die Deutschen. Alles hinnehmen und nichts sagen. Wie in der Politik!! Hauptsache man hat seine Ruhe und kann sein Bier genießen!!
Werdet wach!!!! MAN KANN NICHT ALLES HINNEHMEN!!! Besonders jetzt diese Situation nicht! Lübeck steigt im Glücksgefühl, so HL-Live.de. Da hat man wohl nur Leutze wie den Idealisten befragt!!??

Freiwild

schrieb am 9.6.2026 15.20 Uhr:
"Werdet wach!!!! MAN KANN NICHT ALLES HINNEHMEN!!! Besonders jetzt diese Situation nicht!"

Hast Recht!

NIE WIEDER IST JETZT!

Und Danke für dieses tolle Fest! Miteinander statt Gegeneinander.

Ehepaar Mitte 60

schrieb am 9.6.2026 15.29 Uhr:
Teilweise utopische Preise, Verdacht der GIER !,

Wir sind beide mit dem Fahrrad in die Stadt geradelt und wollten im Rahmen unseren
Besuches des Festivals noch eine Kleinigkeit zu uns nehmen. Aber für eine Portion Pommes mit ca. 250 – 300g Gewicht 4;50 Euro zu verlangen verdarb uns den Appetit auf die Pommes, wenn man weiß, dass Pommes für 1,50 Euro pro Kilo im Kühlregal angeboten werden kommt schnell der Verdacht der Gier des Anbieters auf …. und das war nur eines der negativen Beispiele. Wir sind gerne bereit die Gastronomen zu unterstützen, aber nicht auf diese Art der Subventionierung durch die Kunden. Denkt mal drüber nach was sinnvoller ist : viele zufrieden Kunden anhand moderater Preise, oder deutlich weniger zahlungskräftige Kunden. Es liegt uns fern zu pauschalisieren, aber das fiel uns negativ auf.

Willi Wacker

schrieb am 9.6.2026 16.08 Uhr:
Oh Mann, egal was in Lübeck los ist, es gibt immer eine Handvoll Leute - meistens immer dieselben - die meckern, nörgeln und unzufrieden sind. Man kann den Eindruck gewinnen, dass diese Leute den Lebenssinn darin sehen, überall das Haar in der Suppe zu suchen und zu finden. Wenn ihr eine komplett "heile Welt" haben wollt, dann müsst ihr nach "Lummerland" ziehen!

Boyd Lice

schrieb am 9.6.2026 17.00 Uhr:
Ich war auf dem Fest, es war schön, keine Frage.
Doch KULTUR? Nein, eigentlich war es ein Stadtteil/Strassenfest/Volksfest.
Nur mit weniger saufen als üblich.

Andreas

schrieb am 9.6.2026 17.02 Uhr:
Es war schön. Jeder entscheidet selbst, wie viel er ausgibt. Und wem es zu teuer ist, der kann sich ja etwas mitbringen. Das wurde nicht kontrolliert und auch nicht konfisziert.

Vielen Dank an die nette Wohngemeinschaft in der Engelsgrube, die Ohren Garten geöffnet und kostenlos Kekse und sehr leckere Muffins verteilt hat.

Nicole

schrieb am 10.6.2026 7.58 Uhr:
Ein ganz herzliches Dankeschön!
Es war ein wundervolles Fest. Ich bin gebürtige Lübeckerin und habe so viele tolle neue Ecken gesehen und mit tollen Menschen gesprochen.
Ich freue mich sehr, dass so viele Anwohner die Besucher in Ihre Höfe und Gärten eingeladen haben. Und dann noch so tolle Angebote bereit gestellt haben. Ich war sehr gerne bei euch zu Gast! Ihr habt tolle Momente geschaffen!
Das macht dieses Festival so besonders. Es wird sehr lebendig durch den Einfallsreichtum und das Engagement vieler einzelner Bürger.
Auch das kulinarische Angebot fand ich vielfältig und gut. Und wenn man auf dem Festival nichts passendes gefunden hat, konnte man in die vielen Cafés und Restaurants gehen.
Vielen Dank an alle Beteiligten und natürlich auch an das Organisationsteam. Ich freue mich schon auf das Festival in zwei Jahren!