Benzinpreise in Lübeck um 1,90 Euro

Lübeck: Archiv - 08.06.2026, 18.36 Uhr: Nach längerer Pause wird es einmal wieder Zeit, einen Blick auf die Entwicklung der Benzinpreise in Lübeck zu werfen. Und da gibt es durchaus eine Überraschung. Harald Denckmann gibt eine Übersicht der Entwicklungen.

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Obwohl sich an der geopolitischen Situation nicht viel geändert hat, haben sich die Preise im Vergleich mit dem Monat Mai seit Anfang Juni doch deutlicher nach unten bewegt, als es zu erwarten war. Der Rohölpreis für die Sorte 'Brent' bewegt sich seit einigen Tagen unter der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Heute wird die Sorte an der Wall Street etwa um 95 Euro herum notiert. Das ist insofern bemerkenswert, weil die Konflikte zwischen Iran und Israel wieder aufgeflammt sind und es gegenseitigen Raketenbeschuss gab. Während solche Ereignisse vor zwei Monaten noch erratische Kurssprünge verursacht hätten, reagieren die Märkte neuerdings so gut wie gar nicht mehr. Auch wenn die Meerenge von Hormus immer noch zu ist, gibt es offenbar auf dem Weltmarkt genug Öl. Angebot und Nachfrage haben sich offenbar neue Wege geschaffen und die überall lahmende Weltkonjunktur tut ihr übriges.

Nach neuesten Meldungen haben die Iraner den Beschuss wieder eingestellt und Israel und der Libanon befinden sich weiterhin in einem Waffenstillstand, der nicht eingehalten wird, denn Hisbollah und Israel halten den Konflikt weiter im Gange. Im Hintergrund verhandelt Trump und äußert dazu jeden Tag etwas anderes. Da hört mittlerweile auch niemand mehr hin.

So langsam wird es daher bei uns interessant, einmal kurz auf das Monatsende zu schauen, denn nachdem sich die Preise maßvoll beruhigt haben, wird es wieder einen spürbaren Sprung nach oben geben. Der wird von viel Geschrei begleitet sein, denn bereits jetzt wird gefordert, dass die Bürger auf andere Weise entlastet werden sollen, und zwar alle, nicht nur die Autofahrer. Allmählich sollten unsere Talkshows alle auf dieses Thema einschwenken, mal sehen, wer damit anfängt.

Wenn sich die Rahmenbedingungen so halten, sollten wir nach Rabattende Anfang Juli Preise haben in etwa wie im Mai. Etwa so bei 2,10 Euro könnte der Durchschnittswert für Super E5 dann liegen. Bisher rechnet niemand damit, dass die Iraner auf ihre Nuklearanreicherung verzichten und die Meerenge wieder öffnen. Sollte das aber doch verhandelt werden können, werden Ölpreis und internationale Frachtraten erst einmal richtig ins Bodenlose plumpsen. Das ist dann auch wieder nicht richtig, werden die Ökonomen sagen. Wir werden sehen. Bei uns müsste frei nach Marktwirtschaft vieles dann wieder billiger werden. Daran zu glauben, fällt bei der vorherrschenden Abgreifmentalität allerdings richtig schwer. Raketenhaft nach oben, federleicht nach unten, sagt der Volksmund. Der Ökonom formuliert das vornehmer. Asymmetrie der Preisbildung heißt das bei den Fachleuten. Am Stammtisch ist man da klarer, da heißt das einfach nur 'Beschiss'.

Harald Denckmann beobachtet weiter die Weltlage und ihre Auswirkungen auf den Benzinpreis in Lübeck. Foto, Grafik: Harald Denckmann

Harald Denckmann beobachtet weiter die Weltlage und ihre Auswirkungen auf den Benzinpreis in Lübeck. Foto, Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 179962   Autor: Harald Denckmann   vom 08.06.2026 um 18.36 Uhr

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