BfL gegen Aktienrente der CDU
Lübeck: Die Wählergemeinschaft Bürger für Lübeck (BfL) widerspricht den Aussagen des CDU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Dr. Hermann Junghans zur Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung. Darüber berichtet die BfL in einer Mitteilung.Wir veröffentlichen die Mitteilung der CDU im Wortlaut:
(„)Nach Auffassung der BfL liegt die Lösung der Rentenprobleme nicht in einer stärkeren Kapitaldeckung und einer zunehmenden Abhängigkeit von den Finanzmärkten, sondern in einer Verbreiterung der Finanzierungsbasis durch die Einbeziehung aller Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung.
„Wir sollten die Altersvorsorge der Menschen nicht zum Spekulationsobjekt machen“, erklärt BfL-Vorsitzender Lothar Möller, Mitglied der Lübecker Bürgerschaft. „Wer die Renten stärker an die Kapitalmärkte koppeln will, blendet die Risiken aus, die mit Finanzkrisen und Börseneinbrüchen verbunden sind.“
Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte hätten gezeigt, dass Finanzmärkte erheblichen Schwankungen unterliegen. Bei schweren Verwerfungen an den Aktienmärkten drohten nicht nur erhebliche Renditeverluste, sondern auch langfristige Schäden für die Vermögenswerte der Altersvorsorge. Die Finanzkrise 2008 und die Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten hätten deutlich gemacht, dass vermeintlich sichere Renditeerwartungen jederzeit enttäuscht werden können.
Die BfL hält deshalb an ihrer Forderung nach einer Erwerbstätigenversicherung fest, in die künftig alle Erwerbstätigen einzahlen – Arbeitnehmer, Beamte, Selbstständige, Abgeordnete und Minister.
„Wenn alle ihren Beitrag leisten, wird die gesetzliche Rentenversicherung auf eine wesentlich breitere Grundlage gestellt. Das schafft mehr Gerechtigkeit und stärkt die langfristige Stabilität des Systems“, so Möller.
Auch die wiederholt geäußerte Kritik am österreichischen Rentensystem teilt die BfL nicht. Österreich zeige vielmehr, dass ein umlagefinanziertes System mit einer breiten Beteiligung aller Erwerbstätigen höhere Rentenleistungen ermöglichen könne als das deutsche Modell. „Die Herausforderungen des demografischen Wandels lassen sich nicht dadurch lösen, dass man die Altersvorsorge den Schwankungen der Finanzmärkte aussetzt. Notwendig sind strukturelle Reformen, die Solidarität stärken und Altersarmut verhindern“, erklärt Möller.
Die BfL fordert deshalb eine breite gesellschaftliche Debatte über die Zukunft der Alterssicherung. Ziel müsse ein Rentensystem sein, das allen Menschen nach einem langen Arbeitsleben eine würdevolle und verlässliche Absicherung garantiert.(„)

Die BfL widerspricht CDU-Forderung nach stärkerer Kapitaldeckung in der Rentenversicherung. Foto: Archiv
Text-Nummer: 179980 Autor: BfL/red. vom 14.06.2026 um 13.49 Uhr
