IG Bau: Reinigungskraft müsste für Durchschnitts-Rente 70 Jahre arbeiten
Lübeck: Archiv: Sie sorgen für saubere Büros, Schulen und Altenheime: Rund 4.710 Gebäudereiniger arbeiten in Lübeck. „Doch bei ihnen ist längst nicht alles im Reinen: Oft fehlt es am Respekt für ihre Arbeit. Und immer hapert es am Geld: Wer schrubbt, saugt und den Müll der anderen wegräumt, hält zwar alles am Laufen, verdient aber meistens nur einen Niedriglohn. Spätestens mit der Rente droht dann Armut im Alter“, sagt Ralf Olschewski von der IG BAU Holstein.
„Wer ein Leben lang dafür sorgt, dass die anderen ein ‚sauberes Leben‘ haben, der darf am Ende nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sein“, so Olschewski. Eine Gebäudereinigerin mit Vollzeit-Job müsse beim heute in der Branche üblichen Lohn – rein rechnerisch – über 70 Jahre lang arbeiten, um auf die Höhe der Durchschnittsrente zu kommen, so der Vorsitzende der IG BAU Holstein. „Reinigung und Rente – das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Armutszeugnis. Krasse Lohnunterschiede sind allerdings ein Risiko für den Zusammenhalt in der Gesellschaft – und Niedriglöhne damit sozialer Sprengstoff“, warnt Ralf Olschewski.
Er appelliert an die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus Lübeck und der Region, bei der anstehenden Rentenreform gegenzusteuern: „Wer ein Berufsleben lang Flure wischt, Fenster putzt und Toiletten sauber hält, hat es verdient, im Alter von der Rente in Würde leben zu können“, fordert der Vorsitzende der IG BAU Holstein.
Außerdem müsse es bei der kommenden Tarifrunde für die Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk ein „kräftiges Lohn-Plus“ geben. „Darauf sollten sich die 102 Gebäudereinigungsunternehmen in Lübeck schon einmal einstellen“, sagt Ralf Olschewski. Er beruft sich bei den Zahlen zu den Beschäftigten und den Betrieben in der Gebäudereinigung auf Angaben der Arbeitsagentur.
Kommentare zu diesem Text (7):
Albert
schrieb am 15.6.2026 21.29 Uhr:
Wie lange wird darüber schon und immer noch diskutiert und geredet und geredet ..
Sämtliche Parteien versprechen jedesmal seit Jahrzehnten im Wahlkampf von Reformen und Entlastungen für die Wähler und jedesmal bleibt es beim blablabla .. das Gegenteil ist der Fall:
Keine Reformen und wenn dann mit Belastungen für die Bürger.
Nur für sich selbst nicht - das
Gegenteil ist der Fall:
BEREICHERUNG und POSTENJAGD!
Micha
schrieb am 16.6.2026 10.13 Uhr:
Moin,
70 Jahre für Mindestrente arbeiten heißt, mit ca.85 Jahren in Rente gehen. Da spart der Staat und die Regierung hat mehr Geld fürs Ausland!! 5 Jahre in der Regierung arbeiten heißt, 1000 € Rente!! So geht das!!
Kurt Wuchtig
schrieb am 16.6.2026 10.24 Uhr:
@ Albert
es geht hier um die Tarifverhandlungen für das Gebäudereinigungsgewerbe und die künftige Altersarmut der Beschäftigten und nicht um Steuerentlastung. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
Albert
schrieb am 16.6.2026 13.08 Uhr:
@Kurt Wuchtig
Das eine steht im Zusammenhang mit dem anderen.
Höhere Bruttolöhne durch Tarifverhanlungen im entsprechenden Bereich heben Arbeitnehmer aus niedrigen Einkommensklassen heraus und dadurch steigen Steuersätze UND Belastungen wiederum durch Sozialabgaben.
Ergo: Es bleibt weniger in der Tasche der Arbeitnehmer übrig, weshalb Steuerentlastungen ein Muss sind, um den Effekt nicht verrauchen zu lassen.
Und BTW: die Rentenhöhe folgt Lohnentwicklungen. Auch höhere Tarifsteigerungen reichen nicht aus, um zufriedenstellende Renten zu erzielen.
Kurt Wuchtig
schrieb am 17.6.2026 5.18 Uhr:
@ Albert
Ihre Argumentation ist völlig falsch:
Das deutsche Steuer- und Abgabensystem ist so aufgebaut, dass ein höheres Bruttoeinkommen niemals zu einem geringeren absoluten Nettoeinkommen führt.
Steuerprogression: Ja, der Steuersatz steigt mit höherem Einkommen (Grenzsteuersatz). Aber dieser höhere Steuersatz gilt immer nur für den Teil des Einkommens, der über der nächsten Schwelle liegt, nicht für das gesamte Gehalt.
Sozialabgaben: Bei den Sozialabgaben (Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung) gilt ein proportionaler Prozentsatz. Wer mehr verdient, zahlt zwar absolut mehr, aber prozentual bleibt der Anteil gleich. Ab einer bestimmten Höhe (Beitragsbemessungsgrenze) steigen die Abgaben sogar überhaupt nicht mehr weiter.
Fazit: Eine Tariferhöhung führt immer dazu, dass der Arbeitnehmer am Monatsende mehr Geld auf dem Konto hat. Der Effekt „verraucht“ nicht, er wird nur gedämpft.
Kurt Wuchtig
schrieb am 17.6.2026 5.22 Uhr:
@ Albert zu Ihrer Rententhese folgendes:
Die Realität: Wer höhere Bruttolöhne durchsetzt, zahlt mehr in die Rentenkasse ein und erwirbt dadurch mehr Rentenpunkte (Entgeltpunkte).
Wenn man, wie im Text gefordert, nur die Steuern senkt, statt die Löhne zu erhöhen, bleibt das Bruttogehalt niedrig. Das führt dazu, dass die Arbeitnehmer im Alter noch weniger Rente bekommen, weil sie keine Ansprüche aufgebaut haben. Steuerentlastungen helfen im Alter nicht gegen Altersarmut, höhere Löhne hingegen schon.
Ich habe Ihnen gerne geholfen 😀
Jan
schrieb am 17.6.2026 22.22 Uhr:
Am besten das keiner mehr Rente bekommt das würde die Regierung begrüßen
wieso schrauben sie das Rentenalter nicht bis 120 Jahren hoch das schafft kaum einer Problem für die gelöst einfach nur witz wenn sie wirklich Geld sparen wollen dann spart mal an euch selbst
lg Jan H