Grüne ziehen Bilanz und setzen auf Dialog
Lübeck: Großes Interesse an „Sommer, Sonne, Stadtpolitik“: Rund 40 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung des Grünen Kreisverbandes Lübeck und der Bürgerschaftsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen trotz des schlechten Wetters zum politischen Austausch im Altstadtbad am Krähenteich.Unter dem Motto „Sommer, Sonne, Stadtpolitik – Eure Ideen für Lübeck“ standen sowohl die Bilanz der vergangenen zweieinhalb Jahre als auch der Blick nach vorn im Mittelpunkt.
Zu Beginn der Veranstaltung stellte die Grüne Bürgerschaftsfraktion zentrale Erfolge der bisherigen Arbeit in der Rathausmehrheit gemeinsam mit CDU und FDP vor. „Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren als Fraktion viel und sehr gut gearbeitet und konnten wichtige Akzente setzen. Auch die Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern funktionierte stets auf Augenhöhe und gegenseitigem Respekt”, betonen die Fraktionsvorsitzenden Mandy Siegenbrink und Dr. Axel Flasbarth. „So konnten wir bereits viele wichtige Initiativen umsetzen und entscheidende Impulse für die Entwicklung unserer Stadt geben. Zu unseren Highlights gehören die Radfahroffensive mit einem festen Radfahr-Budget im Haushalt und konkreten Projekten wie dem Radschnellweg. Zudem haben wir ein Konzept für die ökologische Sanierung der Wakenitz auf den Weg gebracht, die Einrichtung eines Kinder- und Jugendbeirates ermöglicht und zusätzliche Sanierungen sowie Baumaßnahmen an sechs Schulen – auch für den Ganztagsbetrieb – angestoßen. In der Finanzpolitik ist es gelungen, Sozialkürzungen zu verhindern und das Defizit dennoch deutlich zu verringern, indem die Einnahmen gesteigert und ein weiterer Personalaufbau vermieden wurde. Darüber hinaus haben wir einen eigenständigen Gleichstellungsausschusses erwirkt und die Barrierefreiheit im Strandbad Travemünde verbessert. Zu den weiteren Erfolgen zählen die Rettung des Buddenbrookhauses durch eine denkmalgerechte Sanierung ohne Teilzerstörung des historischen Gewölbes, der Beschluss zur Klimaneutralität bis 2035 sowie die Umsetzung des Housing-First-Konzepts. Wir haben die Entwicklung Lübecks zur Meeresschutzstadt vorangebracht, die seit 800 Jahren ununterbrochen fortbestehende Sozialeinrichtung im Heiligen-Geist-Hospital gerettet und die Skaterbahn in Travemünde sowie den Adrenalinpark in Kücknitz angestoßen. Außerdem konnte erreicht werden, dass das Bundesbankgebäude der Musikhochschule zugutekommt und damit ein Campus rund um das Holstentor geschaffen werden kann. Und nicht zuletzt wurde das Schülerticket auf 43 Euro anstatt 63 Euro vergünstigt.”
Aber natürlich gebe es noch viel zu tun. So zeichnet der aktuelle SKL-Glücksatlas ein ambivalentes Bild von Lübeck: Zwar ist die “Lebenszufriedenheit” der Lübecker gestiegen. Die Hansestadt verbesserte sich im Städteranking von Platz 31 auf Platz 18. Bei der objektiven Lebensqualität allerdings, landet Lübeck nur auf Rang 33 von 40 gemessenen Städten. Als Gründe hierfür werden geringe Krankenhausbettendichte, hohes Durchschnittsalter, wenige Haushalte mit Kindern, lange Pendelwege, hohe Schulabbrecherquote, überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit und hohe Mieten angeführt.
„Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand jedoch der direkte Austausch mit den Bürgern,” so Siegenbrink und Flasbarth weiter. In mehreren Themenworkshops wurde intensiv über die Zukunft Lübecks diskutiert. Dabei entstanden zahlreiche Ideen, Anregungen und konkrete politische Aufträge für die kommenden Jahre. Die Teilnehmer brachten ihre Perspektiven zu Themen wie Mobilität, Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit, Stadtentwicklung und Wirtschaft ein.
Die beiden Fraktionsvorsitzenden ergänzen: “Uns war wichtig, nicht nur über Erreichtes zu sprechen, sondern vor allem zuzuhören. Und das hat sich gelohnt: Die vielen konstruktiven Beiträge zeigen, wie groß das Interesse an einer aktiven Mitgestaltung unserer Stadt ist. In den verbleibenden Jahren der Wahlperiode werden wir sowohl noch offene Punkte des Wahlprogramms angehen, als auch viele der neuen Impulse von heute aus der Stadtgesellschaft aufgreifen.“
Für die Kreisvorsitzenden der Grünen Lübeck, Marilla Meier und Kalle Demmert, war die gemeinsame Veranstaltung mit der Fraktion ein voller Erfolg: “Zum einen waren wir durchaus ein bisschen stolz, zu sehen, welche Themen wir Grüne in den letzten zweieinhalb Jahren schon angepackt haben. Zum anderen sind wir begeistert über das Engagement der Teilnehmer und die vielen Ideen.”
„Für uns bleibt der niedrigschwellige Austausch mit den Menschen in Lübeck ein zentraler Bestandteil der politischen Arbeit. Nur wer gut und regelmäßig zuhört, bleibt am Puls der Stadt. Demokratie lebt vom Austausch unterschiedlicher Meinungen. Als Grüne Lübeck wollen wir Räume schaffen, in denen wieder mehr miteinander statt übereinander gesprochen wird. Die großen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nur gemeinsam lösen – mit Respekt, Toleranz und der Bereitschaft, auch andere Sichtweisen zuzulassen und anzuerkennen, dass die eigene Perspektive nicht unfehlbar ist. Mit unserer “Ansprechbar” sind wir daher regelmäßig präsent an zentralen Orten der Stadt und gehen in den Dialog. Auch unsere neue Kreisgeschäftsstelle in der Mühlenstraße soll ein Ort der Begegnung und des Austauschs sein.”

Marilla Meier und Kalle Demmert, Kreisvorsitzende der Grünen in Lübeck, setzen auf den Dialog mit den Bürgern. Foto: Grüne
Text-Nummer: 180073 Autor: Grüne/red. vom 13.06.2026 um 14.48 Uhr
