HL-live.de Leser sehen Frankreich als Weltmeister
Lübeck: Mit dem Anpfiff am Donnerstagabend ist unsere fröhliche Tipprunde zur Weltmeisterschaft natürlich auch vorbei. Neben Einreiseproblemen, Schiedsrichteraussperrung, skandalösen Ticketpreisen und organisatorischem Chaos werden wir daran erinnert, dass ja auch noch Fußball gespielt wird.
Und da schauen wir natürlich zunächst einmal, wen unsere Leser als zukünftigen Weltmeister sehen, und da liegen 'Les Bleus' aus Frankreich mit Erfolgstrainer Didier Deschamps ganz vorn in den Erwartungen. Ein Viertel aller Teilnehmer hat sich dafür ausgesprochen. Nicht weit dahinter allerdings die 'Furia Roja' aus Spanien mit Luis de la Fuente an der Seitenlinie. Der Nagelsmann-Truppe wird immerhin der dritte Rang in den Erwartungen zugesprochen und auch die Engländer sind noch ganz gut dabei.
Alles europäische Mannschaften, erst an fünfter Stelle taucht Brasilien auf, allerdings nur von vier Prozent unserer Leser angewählt. Bevor wir nun lauter Post bekommen, dass die Summe der Zahlen nur 75 Prozent ergibt, sei erläutert, dass die restlichen 25 Prozent sich auf circa 40 weitere Teilnehmer verteilen. Da werden dann auch schon mal Kap Verde, Curaçao oder auch Usbekistan als künftige Weltmeister genannt. Das kann man doch ernsthaft nicht graphisch abbilden.

In einer zweiten Grafik sieht man die Treppe von der Vorrunde zum Weltmeistertitel. Hier wurde gefragt, welche Chancen der DFB-Auswahl im Turnier eingeräumt werden. Wenn man die unteren vier Balken einmal zusammenrechnet, kommt man zu dem Ergebnis, dass rund 70 Prozent der Teilnehmer der Meinung sind, dass spätestens im Viertelfinale Schluss ist für die deutsche Mannschaft. Wenn sie das überstehen, traut man ihnen auch die Meisterschaft zu. Ausscheiden im Halbfinale oder im Finale verlieren kommt für die meisten nicht in Frage.

Fast 80 Prozent der Teilnehmer sind der Meinung, dass es zwei oder drei Tore im Endspiel für den Sieger gibt. Das heißt 2:0 oder 2:1 oder 3:0, 3:1 oder 3:2. Sehr wenige setzen auf Elfmeterschießen. Man erwartet also interessanten Angriffsfußball, nicht so sehr 1:0 und dann Gemauere und reihenweise sogenannte taktische Fouls und Zeitschinderei.
Die letzte spannende Frage galt dem künftigen FIFA–Friedenspreisträger. Da mit diesem Preis nur eine Schleimspur zu Donald Trump gelegt wurde, nimmt ihn daher niemand so richtig ernst. Das schlägt sich natürlich auch in den Antworten nieder, die demzufolge den kabarettartigen Charakter dieser Auszeichnung reflektieren.
Man kann verschiedene Gruppen ausmachen. Viele Teilnehmer sind für "am besten gleich wieder abschaffen." Dann kommt die Politikprominenz von Kim Jong-un, Netanjahu und Putin, aber auch Helmut Schmidt, Angela Merkel und Ursula von der Leyen. Die Abteilung 'Erlöser' wird klar angeführt von Papst Leo XIV. und Mutter Theresa. Überraschenderweise taucht auch Comandante Che Guevara einmal wieder auf. Dann natürlich Abteilung 'Sport.' Da stehen Beckenbauer, 'Loddar' Mattheus, Neuer, Baumann und Lahm auf der Liste, selbst Rainer Calmund wurde nicht vergessen. Horst Schlämmer, Richard David Precht und Homer Simpson betrachten wir mal eher als Außenseiter.
Viele meinen auch, Infantino sollte sich selbst den Preis umhängen, für welche Verdienste auch immer. Nur einer hat eine klare Meinung. Donald Trump wird nicht widersprechen, wenn niemand anders als er selbst für würdig befunden wird, diesen Preis ein zweites Mal zu erhalten. Am besten am 10. Dezember in Oslo, zusammen mit dem anderen Preis, der dort an diesem Tage auch noch verliehen wird.

Frankreich liegt bei der WM nach Meinung unserer Leser vorn. Foto: JW/Archiv, Grafiken: Harald Denckmann
Text-Nummer: 180078 Autor: Harald Denckmann vom 14.06.2026 um 14.10 Uhr
