Trotz Wetter: 41.000 Besucher beim Superkunst-Festival
Lübeck - St. Lorenz Nord: Archiv: Das Superkunstfestival der Diakonie Nord Nord Ost hat auch in diesem Jahr Lebensfreude gelebt: 41.000 Menschen kamen vom 12. bis 14. Juni 2026 auf den Campus in der Lübecker Triftstraße, um beim bunten und vor allem inklusiven Fest dabei zu sein. Auf der Bühne standen unter anderem die Sportfreunde Stiller, Deine Cousine und Afrob & Ferris MC. Darüber hinaus gab es Dutzende Darbietungen von Zirkus über Film bis Theater – und viele Mitmachaktionen für die ganze Familie.

„Es ist egal, wie Menschen aussehen und wie sie sind. Man kann zusammen unterwegs sein und Spaß haben. Friedliches Miteinander – das ist die Haltung und die Botschaft der Diakonie Nord Nord Ost. Nicht nur bei unserem Superkunstfestival, sondern dafür stehen wir grundsätzlich ein“, so Lutz Regenberg, Geschäftsführer der Diakonie Nord Nord Ost.


Seit 2018 stellt die Kulturakademie der Diakonie Nord Nord Ost das Superkunstfestival – Deutschlands größtes inklusives Festival – auf die Beine. „41.000 Menschen haben an diesem Wochenende gezeigt, worum es beim Superkunstfestival geht: um Gemeinschaft, Vielfalt und die Lust auf Kultur“, so Michael Schmerschneider, Festivalleitung des Superkunstfestivals. Wie so viele andere, hätte er sich natürlich besseres Wetter gewünscht. „Umso bemerkenswerter ist die Loyalität unseres Publikums. Die Menschen haben Regenjacke gegen schlechte Laune getauscht und mit uns ein fantastisches Festival gefeiert.“


Die Besucher waren – trotz des Wetters – verzaubert von den vielen unterschiedlichen Angeboten für Groß und Klein und der Atmosphäre an den drei Tagen. „Es ist ein so entspanntes Festival und es gibt für alle etwas zu erleben“, sagte Jennifer Runte aus Lübeck. Sie war mit ihrer Familie schon die vergangenen Jahre beim Superkunstfestival. Auch Alex Herbst aus Stockelsdorf ist „Überzeugungstäter“: „Wir sind das vierte Mal in Folge dabei als Familie und schätzen besonders den inklusiven Charakter. Alle, die hierherkommen, haben genau das verinnerlicht.“ Wie Respekt und Vielfalt gelebt wird, schätzen so viele Besucher*innen besonders beim Superkunstfestival.


Dass solch ein großes Festival vor der eigenen Haustür stattfindet, ist für ein Großteil des Publikums auch herausragend. Wie für Malte Gutbrodt aus Bad Oldesloe: „Das ist echt gut, beim Festival jeden Morgen im eigenen Bett aufzuwachen.“ Er hatte das Festivalticket von seiner Ehefrau zum Geburtstag geschenkt bekommen.


Der Dank der Verantwortlichen richtet sich – neben dem Publikum – an die gesamte Crew des Superkunstfestivals, an die vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden sowie an alle Künstler aus Musik, Theater, Film, Kunst und Zirkus. „Sie alle haben gemeinsam ein Festival geschaffen, das weit mehr ist als ein Konzertwochenende“, beschreibt es Michael Schmerschneider.


Der Festivalleiter weist trotz der Freude über die vergangenen drei Tage auf die großen Herausforderungen der Festivalbranche hin. „Die Kosten steigen in nahezu allen Bereichen – von Technik über Sicherheit bis hin zu Personal und Infrastruktur. Dem gegenüber stehen rückläufige Fördermittel der öffentlichen Hand.“ Umso dankbarer sei er der Possehl-Stiftung, die das Superkunstfestival seit Jahren unterstütze.
Kommentare zu diesem Text (5):
Günter Holtfreter
schrieb am 15.6.2026 17.16 Uhr:
Das Superkunst Festival,hat die Diakonie Nordnord Ost gut organisiert.
Toll das so viele Menschen dort waren und so viel Spaß hatten.
(...)
Jana
schrieb am 15.6.2026 17.18 Uhr:
Mir hat es am Sonntag ganz viel Spass gemacht dabei zu sein und es war ein vielfältiges Pogramm.
Nur war es mit dem Bezahlsystem sicher nicht für alle einfach. Was ist mit den Personen, die kein eigenes Konto haben, sich aber gerne was kaufen möchten oder sich nicht online anmelden möchten?
Ich fand es zwar gut, dass man vor Ort auch direkt mit Bargeld den Chip aufladen konnte, aber dass ich mich bei der Rückerstattung des Restguthabens doch online anmelden musste, da vor Ort kein Kleingeld oder teilweise manchmal überhaupt kein Bargeld verfügbar war, fand ich nicht befriedigend. Wozu zahle ich dann Bargeld ein, wenn ich mich dann doch online anmelden musste. Zum Glück habe ich ein Konto, wo man mir das Restguthaben überweisen kann. Das hat aber sicher nicht jeder.
Ansonsten war es wieder ein tolles Fest, nur wünsche ich mir, dass wieder so bezahlt werden kann, wie die letzten Jahre auch.
Chris
schrieb am 16.6.2026 7.10 Uhr:
Wie empfinden die Bewohner vor Ort dieses Spektakel eigentlich, das direkt vor ihrer Haustür stattfindet? In ihrer sonst so vertrauten Umgebung? Gibt es eine Ausgangssperre für drei Tage? Können sie schlafen, während draußen noch gefeiert wird?
mattis vanderhoven
schrieb am 16.6.2026 14.33 Uhr:
In den Artikeln der Presse findet man nur lobende, wohlwollende Worte und Stimmen über das Superkunstfestival. Die Realität sah allerdings, wie in der Jahren zuvor, auch anders aus : Was auch als Festival für ganze Familien gedacht ist, entpuppt sich als megalautes Event, wo man in vielen Bereichen des Festivalgeländes sein eigenes Wort kaum noch versteht - ungeeignet für kleine Kinder trotz zielgerichteter Aktionen für das kleine Publikum, man sah viele verstörte Gesichter- wie soll man hier bei dem Lärm (Bässe, dass einem der Bruskorb zu platzen droht) den ganzen Tag mit der Familie verbringen und die Kosten für die Tickets nutzen ? Ein absolutes Ärgernis: Das Verbot, sich Essen mitbringen zu dürfen, denn die Preise für Snacks an der Foodständen sprengten jedes Budget von Normalverdienern, gerade wenn man mit der ganzen Familie zu Besuch war - wer soll das bezahlen, teilweise Preise bis 15 Euro für eine Portion nichtsattmachendes Fingerfood, harte Zeiten. Gerade da tausende Tickets großzügigerweise von der Festivalleitung über die Lübecker Kulturtafel an einkommensschwache Menschen verschenkt wurden, ist hier nicht bedacht worden, wie diese Menschen mit kleinem Geldbeutel dort stundenlang über die Runden kommen sollen. Auch Fehlanzeige: Trotz erklärtem und immer wieder betontem antifaschistischem Engagement der Festivalmacher waren, wie in den Jahren zuvor, kaum Menschen mit Flüchtlingshintergrund auf dem Festival auszumachen - was sicherlich auch daran lag, dass sich die Vielfalt der Kulturen kaum im Musikprogramm widerspiegelt. Wo sind die Bands und Künstler aus Afrika, Asien, Südamerika ??
Margarethe Honig
schrieb am 17.6.2026 21.17 Uhr:
ch gebe dem Bericht von @mattis vanderhoven recht:
Ich komme jetzt schon öfters auf dieses Festival, aber es wird immer kommerzieller.
Viele Mitmachaktionen für ALLE? Wenn man Kinder hat, dann vielleicht ein paar wenige Aktionen- wenn man gar keine hat, bleibt einem nur die Musik und das Futtern?!
Da gab es selbst auf dem Hansekulturfestival mehr Mitmachaktionen für ALLE. Auch bin ich der Meinung, man sollte viel mehr Vereinen wie dem Kulturverein „Toranj“ die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren, vor allem mit ihrer Gastronomie, dann halten sich die Preise fürs Essen auch im Rahmen- so wie bei „Toranj“!
Wenn man bedenkt, dass sonst den Menschen das Geld nicht so locker in der Tasche sitzt und beim Festival wird dann mal gerne 5€ für die Eiswaffel (hier auf einem Bildern ersichtlich) oder 10€ für einen Burger bezahlt?!
Und was bedeutet Inklusion wirklich? Die Sitzmöglichkeiten auf dem Festival, besonders die Strandstühle waren nur nutzbar für schlanke und nicht-mobilitätseingeschränkte Personen. Die Wege waren mit einem Rollator nicht uneingeschränkt nutzbar. Und Personen, die in einer WfbM 233€ Monatslohn erhalten, überlegten sich dreimal, ob sie wirklich 10€ für ein belegtes Brot bezahlen können. Verständlich, dass alle irgendwie daran verdienen möchten, aber das denn über den Deckmantel der Inklusion, Gegen rechts, Kulturvielfalt etc. zu präsentieren finde ich nicht richtig. Vor einigen Jahren konnte man auch bei der Veranstaltung Kritik äußern, was dieses Jahr auch nicht mehr möglich war- ist das gewollt?