Ausstellung gegen sexualisierte Gewalt: Frauennotruf zieht positive Bilanz

Lübeck - Moisling: Mit der interaktiven Ausstellung „Echt Krass!“ setzte der Frauennotruf Lübeck an der Heinrich-Mann-Schule ein starkes Zeichen gegen sexualisierte Gewalt. Insgesamt 19 Schulklassen nutzten das präventive Angebot, um sich intensiv mit den Themen Grenzverletzungen, Rechte und Schutz auseinanderzusetzen – ein voller Erfolg für alle Beteiligten.

Es gibt Themen, vor denen wir Kinder und Jugendliche schützen wollen, so auch das Thema sexualisierte Gewalt. Doch leider gehört diese bereits in jungen Jahren zum Alltag. Laut „Speak-Studie“ haben bereits 48 % der 14–16-Jährigen nicht-körperliche und fast ¼ körperliche sexualisierte Gewalt erlebt. Die Schule spielt hierbei sowohl als Tatort von 51 % der nicht-körperlichen Übergriffe und 23,5 % der körperlichen Übergriffe sexualisierter Gewalt eine bedeutende Rolle. Hieraus ergibt sich auch die Relevanz für die Prävention solcher Gewalttaten. Bereits seit vielen Jahren arbeitet der Frauennotruf Lübeck präventiv mit Schulklassen zum Themenkomplex (sexualisierte) Gewalt.

Dieses Jahr konnte dies in besonderer Form mit der, vom Petze-Institut für Gewaltprävention in Kiel konzipierten Mitmach-Ausstellung „Echt krass! – Wo hört der Spaß auf?" realisiert werden. Zwischen dem 22. Mai und dem 12. Juni konnten Schulklassen unter Leitung des Frauennotrufs Lübeck in der Heinrich-Mann-Schule die Ausstellung besuchen und sich mit dem Thema sexualisierte Gewalt auseinandersetzen.

Die „Echt Krass!“-Ausstellung sensibilisiert zu den Themenkomplexen sexuelle Grenzverletzungen zwischen Jugendlichen sowie zu Übergriffen und Machtmissbrauch durch Erwachsene. Sie setzt sich aber auch spielerisch und interaktiv mit den Themen Beziehungen, Flirten und Sexualität auseinander. Die Jugendlichen erhalten in den Präventionseinheiten nicht nur Informationen zu ihren Rechten und zum Schutz, sondern setzen sich auch mit ihrer eigenen Haltung auseinander und werden in der Wahrnehmung ihrer Grenzen gestärkt.

Viola Lähndorf, Mitarbeiterin vom Frauennotruf, betont die Relevanz solcher Präventionsangebote: „Wir erleben, dass Themen wie Grenzverletzungen oder sexualisierte Gewalt in der Gesellschaft häufig tabuisiert werden. Die Unsicherheit, wenn etwas passiert und wie damit umzugehen ist, ist oft groß, besonders beim Umfeld. In der Ausstellung sprechen wir die Schüler nicht nur als potenziell Betroffene an, sondern auch als Angehörige, und vermitteln einen offeneren Umgang mit dem Thema sexualisierte Gewalt.“ Anne Heynatzky, ebenfalls Mitarbeiterin im Frauennotruf Lübeck, ergänzt: „Diese Ausstellung bietet die Chance, sich frühzeitig mit Grenzen und Einstellungen auseinanderzusetzen und somit Grenzüberschreitungen nach Möglichkeit früh zu erkennen, sich dagegen zu wehren und selbst zu vermeiden. Gleichzeitig benennen wir regionale Hilfsangebote, die Unterstützung bieten, wenn etwas passiert ist. Der Bedarf von Schulen an Präventionsangeboten, die Übergriffe und Grenzverletzungen thematisieren, ist sehr hoch und wir bekommen viele Anfragen. Mit der ‚Echt-Krass!‘-Ausstellung hatten wir die Möglichkeit, eine größere Anzahl von Schülern zu erreichen.“

Insgesamt haben 19 Klassen methodisch mit und in der Ausstellung zum Thema sexualisierte Gewalt gearbeitet. Gerahmt wurde die Ausstellung mit einer Fortbildung für die Lehrkräfte der teilnehmenden Klassen, einem Elternabend und vertiefenden Workshops für die Schülern.

Durchgeführt wurden die Präventionsveranstaltungen durch Mitarbeiterinnen vom Frauennotruf Lübeck in Unterstützung einer Kollegin der Beratungsstelle biff und zwei männlichen Pädagogen. Der Frauennotruf bedankt sich für die gute Zusammenarbeit. Ein Dankeschön geht ebenfalls an die Heinrich-Mann-Schule für die Kooperation. Finanziell wurde das Projekt durch das Netzwerk Roter Keil und Projektgelder der Schulsozialarbeit der Hansestadt Lübeck ermöglicht – ein Dank für diese Unterstützung und die damit verbundene Anerkennung der Relevanz von Gewaltprävention.

Lilli Rümenapp (Mitarbeiterin der Beratungsstelle biff) mit Viola Lähndorf und Anne Heynatzky (Mitarbeiterinnen des Frauennotruf Lübeck). Foto: Frauennotruf

Lilli Rümenapp (Mitarbeiterin der Beratungsstelle biff) mit Viola Lähndorf und Anne Heynatzky (Mitarbeiterinnen des Frauennotruf Lübeck). Foto: Frauennotruf


Text-Nummer: 180111   Autor: Veranstalter/red.   vom 15.06.2026 um 15.41 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf X (Twitter) +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.

HL-live.de bei Google als Quelle bevorzugen