Mühlentor-Initiative: Stellungnahme der Stadt bringt keine neuen Erkenntnisse

Lübeck: Die Stadtverwaltung hat in einer umfangreichen Pressemitteilung die Entscheidung der Bürgerschaft zum Umbau des Mühlentortellers zu einer Kreuzung begründet (wir berichteten). Dazu wiederum gibt jetzt die Initiative „Ja zum Mühlentorteller“ eine Erklärung ab. Die Stellungnahme der Stadt bringe „keine neuen Erkenntnisse“, so die Initiative.

Wir veröffentlichen die Mitteilung der Initiative „Ja zum Mühlentorteller“ im Wortlaut:

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„In der Begründung der Stadtverwaltung werden die Argumente aus der Beratung in den politischen Gremien wiederholt. Überzeugend ist das nicht. Die allgemeinen Phrasen lösen Verunsicherung und Sorgen aus. Das ist nicht hilfreich, um verantwortlich zu entscheiden. Zu den einzelnen Punkten der Stellungnahme der Stadt hat die Initiative eine Gegenüberstellung der Fakten erarbeitet, die auf der Internetseite der Initiative www.ja-zum-muehlentorteller.de unter dem Punkt „Weitergehende Informationen“ nachgelesen werden kann.

Nachfolgend die Kurzfassung der Gegendarstellung der Initiative:

Unfallhäufungspunkt erfordert Handeln
Fakt ist, dass es in Lübeck zahlreiche Unfallhäufungspunkte gibt, wo die Stadt nicht handelt. Lindenplatz und Berliner Platz entsprechen nicht den Regelanforderungen für den Straßen- und Radwegebau. Dort ereigneten sich im Jahr 2025 jeweils mehr als doppelt so viele Unfälle wie auf dem Mühlentorteller.

Sicherheitsverbesserung im Kreisverkehr bereits erprobt
Fakt ist, dass die Umgestaltung des Mühlentorkreisverkehrs vor zwei Jahren nur als Zwischenlösung geplant war. Der Kreisverkehr sollte in einem zweiten Schritt regelkonform umgebaut werden. Dies steht noch aus.

Kreuzung bietet höchste Verkehrssicherheit
Fakt ist, dass es keine absolute Sicherheit gibt. Erst Anfang Juni wurde ein Radfahrer an der Kreuzung Padelügger Weg/Lohgerberstraße von einem Kraftfahrzeug beim Abbiegen erfasst und tödlich verletzt. Im Allgemeinen sind regelkonforme Kreisverkehre sicherer, da Fahrzeuge im Einbahnverkehr langsamer fahren. Dies kann durch bauliche Maßnahmen auch für den Radverkehr verbessert werden.

Umfassende Abwägung statt einseitiger Entscheidung
Fakt ist, dass eine umfassende Abwägung nicht stattfinden kann, wenn nicht alle Belange in die Entscheidung einbezogen werden. Der Bauausschuss hat der Bürgerschaft empfohlen, vertiefende Betrachtungen zu beiden Varianten erarbeiten zu lassen. Über diese fachliche Empfehlung hat sich die Bürgerschaft hinweggesetzt. Es gab vor der Entscheidung keine vertiefenden Betrachtungen.

Mobilität von morgen mitdenken
Fakt ist, dass die Kreuzung die Leistungsfähigkeit für den Kfz-Verkehr verbessern soll. Es wird weiterhin von 25.000 Autos am Tag ausgegangen, davon 9.000 Autos als Durchgangsverkehr über die Wallstraße. Damit wird die Verkehrswende zugunsten von ÖPNV und Fahrradverkehr ausgebremst.

Langfristige Lösung statt kurzfristiger Kostenvorteile
Fakt ist, dass bei einem Neubau einer Kreuzung völlig neue Verkehrsanlagen geschaffen werden. Dies bedeutet umfangreichere Planungen, höhere Baukosten und eine längere Bauzeit. An Ampelkreuzungen steigen der CO₂-Ausstoß und die Lärmemissionen. Ampelanlagen verbrauchen ununterbrochen Strom und müssen regelmäßig gewartet, gereinigt und repariert werden. Ampeln haben eine Lebensdauer von circa 15 Jahren und müssen dann erneuert werden. Rechnet man diese Kosten zusammen, entsteht eine jährliche Belastung des städtischen Haushalts von rund 25.000 Euro, nur für diese Lichtsignalanlage.

Planungssicherheit für die Gesamtmaßnahme
Fakt ist, dass die Planungsleistung noch nicht begonnen wurde. Die Planungsleistungen werden erst noch ausgeschrieben. Jetzt von einer grundlegend erneuten Überplanung zu sprechen, die zusätzliche Planungszeit und weitere Kosten verursachen würde, ist irreführend.

Stadtbild bleibt wichtiger Bestandteil der Planung
Fakt ist, dass für den optimalen Neubau einer Kreuzung bis zu 16 Bäume gefällt und erhebliche Grünflächen versiegelt werden müssen. Bei den Planungsüberlegungen zum Neubau einer Kreuzung wurden der Welterbe- und Gestaltungsbeirat und die städtische Denkmalpflege nicht einbezogen.

Verkehrssicherheit bleibt ausschlaggebend
Fakt ist, dass durch den Verzicht auf eine vertiefende, interdisziplinäre Betrachtung der Planungsvarianten die Potenziale zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für den Fahrradverkehr noch gar nicht im Detail untersucht worden sind.“

Mit einem Bürgerbegehren will die Initiative den Erhalt des Mühlentor-Kreisverkehrsplatzes durchsetzen. Foto: STE/Archiv

Mit einem Bürgerbegehren will die Initiative den Erhalt des Mühlentor-Kreisverkehrsplatzes durchsetzen. Foto: STE/Archiv


Text-Nummer: 180131   Autor: Initiative/red.   vom 16.06.2026 um 15.07 Uhr

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