Lübeck bekommt keine Graffiti-Hotline
Lübeck: Am 23. Mai 2023 hat die Bürgerschaft ein Maßnahmenpaket gegen Graffitis und andere Verschmutzungen in Lübeck beschlossen. Nach drei Jahren liegt jetzt der Bericht der Verwaltung dazu vor. Das Ergebnis: Die Forderungen der Politik sind nicht umsetzbar oder zu teuer.Die Politik hat neun Forderungen an die Verwaltung gestellt. So sollte telefonisch und digital eine leichte Möglichkeit zur Meldung von solchen Verschmutzungen eingerichtet werden. Mit dem Mängelmelder und der telefonischen Erreichbarkeit sieht die Verwaltung diesen Punkt als erledigt an.
Die Forderung nach einem Runden Tisch sieht die Verwaltung als nicht zielführend an. Die Aufforderung zur Prävention sei ebenfalls in der Jugendarbeit bereits umgesetzt. "Eine Ausweitung auf Schulen wäre gesondert über den zuständigen Bereich zu beauftragen", schreibt die Verwaltung.
Den Wunsch nach einer Koordinierungsstelle lehnt die Stadtverwaltung nach sachlicher Prüfung ab. Den Plan, Hausbesitzer zum Entfernen von Graffiti zu zwingen, kann die Stadt nicht umsetzen. Sowohl der Ordnungsdienst als auch die Bauverwaltung haben dafür keine gesetzliche Grundlage gefunden. Ausgenommen sind nur Kulturdenkmale.
Die Politik wollte einen Fördertopf für private Hausbesitzer von 50.000 Euro jährlich zur Verfügung stellen, wenn das Konzept gegen Schmierereien umgesetzt werde. Da das nicht geschehen ist, gibt es auch keinen Fördertopf.
Ein weiterer Wunsch war, dass Aufkleber und Schmierereien bei städtischen Immobilien innerhalb von fünf Tagen beseitigt werden. Dazu fehlen die Kapazitäten. Kümmerten sich früher fünf Mitarbeiter um die Beseitigung von Aufklebern an Ampeln und Stadtmobiliar, sind es jetzt nur noch drei. Lediglich der Kurbetrieb Travemünde kann diese Frist in der Regel einhalten.
Die letzte Forderung nach legalen Sprayflächen wurde auch schon vor dem Antrag umgesetzt. Bei Standortvorschlägen prüft die Stadt und gibt den Bereich entsprechend frei.
Die komplette Antwort der Stadtverwaltung ist unter www.luebeck.de veröffentlicht.

Der Plan für mehr Sauberkeit in Lübeck ist gescheitert. Foto: Archiv
Text-Nummer: 180142 Autor: VG vom 16.06.2026 um 18.15 Uhr
