Lübeck bekommt eine Grüne-Welle-App
Lübeck: Ab Herbst steht in Lübeck mit „VIAAflow“ ein neuer digitaler Service zur Verfügung, der Verkehrsteilnehmern dabei hilft, bestehende Grüne-Welle-Schaltungen besser zu nutzen (wir berichteten). Zum Start werden 47 Ampelkreuzungen an das System angebunden. In der Fackenburger Allee wird es zusätzlich Anzeigetafeln für Radfahrer geben.Grüne Welle per App nutzen
Kernstück von „VIAAflow“ ist ein sogenannter Ampelphasenassistent. Über die bereits in mehreren deutschen Städten eingesetzte trafficpilot-App erhalten Autofahrer und Radfahrer in Echtzeit Hinweise zur optimalen Geschwindigkeit, um die nächste Ampel möglichst bei Grün zu erreichen. "Davon profitieren alle Verkehrsteilnehmer", betont die Stadtverwaltung. "Weniger Anhalte- und Anfahrvorgänge sorgen für einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss, während Radfahrer komfortabler und entspannter von Ampel zu Ampel unterwegs sein können."
Pilotprojekt für Radfahrer an der Fackenburger Allee
Ein besonderes Pilotprojekt entsteht entlang der Fackenburger Allee: Dort werden sechs digitale Anzeigeelemente installiert, die die Informationen der App direkt im Straßenraum sichtbar machen. So können auch Radfahrer ohne Smartphone die Hinweise nutzen. Die Anzeigen informieren darüber, ob eine etwas höhere oder niedrigere Geschwindigkeit sinnvoll ist, um die nächste Ampel ohne Halt zu passieren.
Aufbau der Infrastruktur beginnt
Die Vorbereitungen für die Installation laufen bereits. In dieser Woche werden die erforderlichen Masten aufgestellt und die technische Infrastruktur eingerichtet. Während der Arbeiten kann es entlang der Fackenburger Allee vereinzelt zu Beeinträchtigungen kommen.
"VIAAflow ist Teil des Projekts VIAA – Lübecks Verkehrsmanagementsystem wird intelligent, analytisch und agil", so die Stadtverwaltung. "Mit dem neuen Verkehrsmanagementsystem schafft die Hansestadt die Grundlage für eine moderne, digital vernetzte und intelligente Verkehrssteuerung."
Bereits heute werden wichtige Ampelanlagen schrittweise an einen zentralen Verkehrsrechner angeschlossen. Dieser ermöglicht es, Verkehrsdaten in Echtzeit auszuwerten und Ampelschaltungen flexibel an die aktuelle Verkehrslage anzupassen. So können Störungen schneller erkannt und Verkehrsströme gezielter gesteuert werden.
Weniger Staus, weniger Emissionen, mehr Mobilität
Ziel des Projekts ist es, Staus und Verzögerungen schneller zu erkennen, den Verkehrsfluss für alle Verkehrsteilnehmer zu verbessern und Emissionen durch unnötige Stopps zu reduzieren. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für eine datenbasierte Verkehrsplanung und eine effizientere Steuerung des städtischen Verkehrs.
Bis zum Ende des Förderzeitraums sollen die 80 wichtigsten Ampelanlagen im Stadtgebiet an das neue System angebunden sein. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von rund fünf Millionen Euro und wird zu 65 Prozent durch das Bundesministerium für Verkehr gefördert.

Die App gibt Autofahrern und Radfahrern Hinweise zur optimalen Geschwindigkeit, um die nächste Ampel möglichst bei Grün zu erreichen. Foto: Firma Gevas
Text-Nummer: 180159 Autor: Presseamt/red. vom 17.06.2026 um 17.01 Uhr
