IHK zu Lübeck bei Finnlines: Krisenvorsorge mit Weitblick

Lübeck - Travemünde: Auf Krisen und Notfälle gut vorbereitet zu sein, ist für Unternehmen heute eine der größten Herausforderungen im betrieblichen Alltag. Gleich drei Netzwerke der IHK haben sich diesem wichtigen Thema angenommen. Auf der Finnlines-Fähre Finnlady kamen in Travemünde der Tourismusausschuss, der Verkehrsausschuss und der Wirtschaftsbeirat Ostholstein der IHK zu Lübeck zusammen. Das Ziel: Infos einholen und sich austauschen, wie mehr Resilienz in den Unternehmen gelingen kann.

Einen Überblick zum Thema Krisenvorbereitung gab Heino Lafrenz vom Führungsstab Kreis Ostholstein. Notfälle können laut dem Experten zum Beispiel bei Hitzewellen, Stromausfällen, Sabotage und Cyberangriffen eintreten. Daher sei es wichtig, sich autark aufzustellen und Redundanzen im Betrieb zu schaffen. Doch was können Unternehmen konkret tun? „Ein wichtiger Schritt ist, das eigene Risiko zu analysieren. Was kann im Betrieb eine Störung auslösen und welche Maßnahmen können dann helfen?“, so der Experte. Eine gute Vorbereitung schaffe in der Krise einen Zeitvorteil, um sofort auf Ausfälle reagieren zu können.

Außerdem: „Nehmen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an die Hand und bieten Sie ihnen Schulungen und Fortbildungen an – etwa als Ersthelfer oder im Zivilschutz“, sagte Lafrenz zu den Unternehmern während der IHK-Gremiensitzung. Denn Expertise im eigenen Betrieb zu haben, sei ebenfalls eine gute Strategie, um sich im Ernstfall einen Vorteil zu verschaffen. Gleichzeitig können Unternehmen bei einer Notlage auch zur gesellschaftlichen Resilienz beitragen: „Während der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 haben Unternehmen Großartiges geleistet. Viele Transportbetriebe haben mit angepackt und Trümmer wegtransportiert“, sagte Heino Lafrenz, der damals vor Ort im Einsatz war.

Wie die Sicherheitslage der Unternehmen im Norden ist, ordnete Saskia Brandt, Referentin für Regionalpolitik und Volkswirtschaft bei der IHK Flensburg, ein. Die Expertin wies auf die exponierte Lage Schleswig-Holsteins hin. Denn im nördlichsten Bundesland gibt es mit vielen wichtigen Verkehrsachsen und zwei Meeren viel kritische Infrastruktur. Schon heute gebe es auf der Ostsee Beeinträchtigungen durch Jammer, die GPS-Signale stören. Weiter stellen die Drohgebärden von Kriegsschiffen auf der Ostsee ein Risiko für den Tourismus dar, da Menschen lieber in einer sicheren Umgebung ihren Urlaub verbringen möchten.

An die Unternehmen appellierte Brandt, Fähigkeiten aufzubauen, um Störungen frühzeitig erkennen zu können. Dabei gehe es auch um die Frage, was zu tun ist, wenn Mitarbeiter im Krisenfall länger ausfallen, weil sie zu einem Einsatz gerufen werden. Oder wie Betriebe reagieren können, wenn ihre Lieferkette ausfällt.

Um sich auf solche Risiken vorzubereiten, können sich Unternehmen den IHK-Krisenvorsorgeplan herunterladen. Der Plan hilft vor allem kleinen und mittleren Unternehmen dabei, Risiken im Unternehmen zu identifizieren, kritische Abläufe abzusichern, Verantwortlichkeiten zu regeln und Störungen schneller zu überstehen. Den Plan gibt es kostenlos als Download unter www.ihk.de/sh/krisenfit

Resilienz im Fokus: der Tourismusausschuss, der Verkehrsausschuss und der Wirtschaftsbeirat Ostholstein der IHK zu Lübeck zu Gast bei Finnlines. Foto: IHK zu Lübeck/Tietjen

Resilienz im Fokus: der Tourismusausschuss, der Verkehrsausschuss und der Wirtschaftsbeirat Ostholstein der IHK zu Lübeck zu Gast bei Finnlines. Foto: IHK zu Lübeck/Tietjen


Text-Nummer: 180276   Autor: IHK/red.   vom 23.06.2026 um 14.27 Uhr

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