Blindflug durch Lübeck: 41 Handy-Verstöße in 90 Minuten
Lübeck: 41 sichtbare Handyverstöße innerhalb von nur 90 Minuten Beobachtungszeit: Dieses Ergebnis brachte der Handy-Verkehrs-Check des ACE Auto Club Europa an drei stark befahrenen Kreuzungen in Lübeck. Insgesamt wurden 618 Fahrzeuge erfasst. Damit griff etwa jeder 15. Autofahrende während der Fahrt oder an einer Ampel zum Smartphone.Der ehrenamtliche Vorsitzende des ACE-Kreises Lübeck–Ostholstein–Lauenburg, Rüdiger Kleinert, sowie der Regionalbeauftragte Club und Ehrenamt Region Nord, Rüdiger Rohlf, beobachteten den Verkehr an den Kreuzungen Berliner Straße/Berliner Platz, Berliner Straße/Kronsforder Allee und Padelügger Weg/Lohgerberstraße. Von den insgesamt 618 erfassten Fahrzeugen wurden 41 sichtbare Smartphone-Verstöße dokumentiert. Dies entspricht einer Verstoßquote von rund 6,6 Prozent. Erfasst wurden unter anderem das Halten des Smartphones in der Hand, das Tippen auf dem Display, das Telefonieren mit dem Gerät am Ohr sowie die Sprachkommunikation über das Smartphone.
Rüdiger Kleinert erklärt: „41 Verstöße in nur 90 Minuten zeigen, dass die Smartphone-Nutzung am Steuer leider noch immer alltäglich ist. Schon wenige Sekunden Ablenkung können gefährlich sein.“ Rüdiger Rohlf ergänzt: „Unser Ziel ist es, auf die Risiken aufmerksam zu machen und für mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr zu sensibilisieren.“
Mit der Clubinitiative 2026 „Kopf hoch!“ macht der ACE bundesweit auf die Gefahren der Ablenkung am Steuer aufmerksam. Auch der ACE-Kreis Lübeck–Ostholstein–Lauenburg beteiligte sich an der Aktion und überprüfte die Smartphone-Nutzung im Stadtverkehr.
Das Smartphone ist für viele Menschen ständiger Begleiter – auch hinter dem Steuer. Ein kurzer Blick auf eine Nachricht, ein schneller Wechsel der Musik oder ein kurzer Check sozialer Medien reichen aus, um die Aufmerksamkeit vom Verkehrsgeschehen abzulenken. Wer bei Tempo 50 innerorts zwei Sekunden lang nicht auf die Straße schaut, legt rund 28 Meter im sogenannten Blindflug zurück. Selbst bei Tempo 30 sind es noch knapp 17 Meter. Gerade in Städten mit vielen Zufußgehenden und Radfahrenden können solche Momente schwerwiegende Folgen haben.
Auch die Unfallstatistik zeigt die Bedeutung des Problems: Laut Auswertung der Unfallstatistik 2024 des Statistischen Bundesamtes wurde bei 8722 Unfällen mit Personenschaden Ablenkung als Unfallursache festgestellt. In 1039 Fällen führte die Nutzung elektronischer Geräte nachweislich zum Unfall. Insgesamt kamen dabei 25 Menschen ums Leben.

Schon bei Tempo 50 bedeuten zwei Sekunden Ablenkung rund 28 Meter Blindflug. Foto: ACE
Text-Nummer: 180297 Autor: ACE/red. vom 24.06.2026 um 15.57 Uhr
