Grüne unterstützen Bürgerbegehren zum Mühlentorteller

Lübeck: Auch die Grünen Lübeck unterstützen das Bürgerbegehren „Ja zum Mühlentorteller“ ausdrücklich und mit voller Überzeugung: "Ein moderner und sicherer Kreisverkehr ist die nachhaltigere, wirtschaftlichere und städtebaulich bessere Lösung für diesen Verkehrsknotenpunkt und die Menschen in Lübeck."

Dazu die beiden Fraktionsvorsitzenden, Mandy Siegenbrink und Dr. Axel Flasbarth:

(")Wir haben uns als Grüne Fraktion in den letzten Monaten durchgehend und mit großem Engagement für einen sicheren Kreisverkehr auf dem Mühlentorplatz eingesetzt. Der sehr eindeutige Beschluss des Bauausschusses (Gegenstimmen gab es nur von einem Teil der SPD-Fraktion) beruhte auf unserem Antrag. Daher ist für uns sehr klar, dass wir auch das Bürgerbegehren für einen Kreisverkehr dort mit großer Entschlossenheit unterstützen.

Die Entscheidung über die Gestaltung dieses zentralen Stadteingangs muss sich in unseren Augen selbstverständlich an den bestehenden politischen Beschlüssen und geltenden Zielen der Lübecker Bürgerschaft (Klimaschutz und Verkehrswende) sowie an den Zielen einer nachhaltigen, sicheren und lebenswerten Stadtentwicklung orientieren. Eine Kreuzung auf dem Mühlentorplatz stünde alledem aber diametral entgegen.

Viele Städte setzen zunehmend auf Kreisverkehre als Bestandteil einer nachhaltigen und sicheren Verkehrsplanung. So wurden in Städten wie Freiburg, Karlsruhe und Münster zahlreiche Kreisverkehre gebaut oder bestehende Kreuzungen entsprechend umgestaltet. Dort werden sie als Baustein einer Verkehrspolitik verstanden, die Sicherheit, Aufenthaltsqualität, Leistungsfähigkeit und die Förderung umweltfreundlicher Mobilität miteinander verbindet. Als Stadt müssen wir ein Zeichen setzen, dass wir es ernst meinen mit der Mobilitätswende.

Regelkonforme Kreisverkehre gelten nachweislich als sichere Verkehrsform. Sie reduzieren die Zahl schwerer Unfälle, weil die Geschwindigkeiten niedriger sind, gefährliche Konflikte beim Linksabbiegen entfallen und der Verkehr in einer einheitlichen Fahrtrichtung geführt wird. Die bisherige Ausführung am Mühlentorteller war ausdrücklich als Übergangslösung gedacht und schöpft die Möglichkeiten für einen modernen, sicheren Kreisverkehr keineswegs aus. Der richtige Weg wäre daher die Weiterentwicklung und Verbesserung des aktuellen Provisoriums zu einem leistungsfähigen und sicheren Kreisverkehr. Ein Weg, der sich auch in unseren Nachbarländern den Niederlanden, Dänemark und Frankreich tausendfach bewährt hat.

Derzeit entsteht an der Ratzeburger Allee mit dem Radschnellweg das neue infrastrukturelle Aushängeschild Lübecks. Die ersten 640 Meter sind bereits fertiggestellt, werden hervorragend angenommen und bieten einen Vorgeschmack auf die zukünftige umweltfreundliche Nutzung dieser Pendlerstrecke. Der Schnellweg mündet im Mühlentorteller, welcher im Idealfall eine sichere und schnelle Querung Richtung Altstadt ermöglichen sollte. Den mit hohen Investitionen gebauten Radschnellweg hier nun mit einer erneut millionenteuren Ampelkreuzung wieder ausbremsen, wäre widersinnig.

Entscheidend ist für uns auch die städtebauliche Qualität an diesem wichtigen Eingangstor zur Altstadt. Wir haben uns sehr über die vielen Stellungnahmen der Zivilgesellschaft gefreut und schließen uns den Forderungen des Welterbe- und Gestaltungsbeirates, des ArchitekturForums, des BDA und der BIRL an. Auch aus unserer Sicht hätte eine Kreuzung mit ihrer eher monströsen Anmutung indiskutable Auswirkungen auf das Stadtbild.(")

Jasper Balke, direkt gewählter Landtagsabgeordneter für Lübeck-Süd:

(")Der Mühlentorteller liegt im Herzen meines Wahlkreises und ist einer der prägendsten Zugänge zur Lübecker Altstadt. Wie viele andere Lübecker passiere ich ihn beinahe täglich mit dem Fahrrad. Gerade mit dem neuen Radschnellweg, den Verbindungen zur Universität und den Wegen auf die Altstadtinsel brauchen wir hier keine überdimensionierte und teure Ampelkreuzung, sondern einen modernen Kreisverkehr, der alle Verkehrsteilnehmenden sicher und zügig miteinander verbindet.

Der Mühlentorteller ist aber mehr als ein Verkehrsknotenpunkt. Er ist Teil des historischen Stadtbildes und das Eingangstor zu unserem UNESCO-Welterbe. Eine Kreuzung würde mehr Fläche versiegeln, Bäume und Grünflächen kosten, eine längere Baustelle verursachen und dennoch teurer werden. Es ist kaum vermittelbar, warum eine städtebaulich schlechtere und verkehrspolitisch rückwärtsgewandte Lösung durchgesetzt werden soll, obwohl eine nachhaltigere Alternative auf dem Tisch liegt.

Dass sich nun so viele Lübeckerinnen mit einem Bürgerbegehren einmischen, zeigt, wie wichtig ihnen dieser Ort und die Entwicklung ihrer Stadt sind. Bürgerbegehren sind gelebte Demokratie: Sie geben den Menschen die Möglichkeit, politische Entscheidungen zu korrigieren und bessere Lösungen einzufordern. Mein großer Dank gilt der Initiative ‚Ja zum Mühlentorteller‘ und allen Ehrenamtlichen, die Unterschriften sammeln. Ich unterstütze das Bürgerbegehren aus voller Überzeugung und rufe alle Lübecker auf: Unterschreibt, helft beim Sammeln und setzt gemeinsam ein starkes Zeichen für einen sicheren, begrünten und lebenswerten Mühlentorplatz.(")

Die Kreisvorsitzenden der Lübecker Grünen, Marilla Meier und Kalle Demmert, ergänzen:

(")Das Bürgerbegehren ‚Ja zum Mühlentorteller' bietet den Lübecker*innen die Möglichkeit, selbst über die Zukunft dieses wichtigen Ortes mitzuentscheiden – und wir ermutigen alle, diese Chance zu nutzen.

Für den Erhalt des Kreisverkehrs sprechen nicht zuletzt gewichtige ökologische Gründe: Die Kreuzungsvariante würde zusätzliche Flächenversiegelung bedeuten. Ampelanlagen verursachen dauerhaft Energieverbrauch und zusätzliche Emissionen durch häufiges Anfahren und Bremsen. Ein Kreisverkehr ist daher nicht nur flächenschonender, sondern auch klima- und ressourcenfreundlicher. Gleichzeitig sind die Kosten geringer und die Bauzeit deutlich kürzer.

Bereits in den ersten Tagen konnte die Initiative über 1000 Unterschriften sammeln. Natürlich reicht das noch lange nicht, es zeigt aber, wie groß das Interesse rund um diesen identitätsstiftenden Ort ist.

Wir rufen alle Lübecker dazu auf, das Bürgerbegehren zu unterstützen und zu unterschreiben. Wer darüber hinaus aktiv mithelfen möchte, Unterschriften zu sammeln, kann sich unter info@gruene-luebeck.de oder direkt melden oder sich über www.ja-zum-muehlentorteller.de informieren. Jede helfende Hand zählt!(")

Auch die Grünen unterstützen das Bürgerbegehren gegen die Entscheidung, eine Ampelkreuzung zu bauen.

Auch die Grünen unterstützen das Bürgerbegehren gegen die Entscheidung, eine Ampelkreuzung zu bauen.


Text-Nummer: 180307   Autor: Grüne   vom 24.06.2026 um 15.24 Uhr

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