TH Lübeck entwickelt digitale Unterstützung für Studierende
Lübeck - St. Jürgen: Dem Verbund Virtuelle Fachhochschule (VFH) gehören zwölf Hochschulen an, die Online-Studiengänge anbieten und ihre digitale Lehre seit mehr als 20 Jahren gemeinsam entwickeln. An dem Förderantrag zur Ausschreibung „Die Welt ist mein Campus“ waren die TH Brandenburg als Leadpartner sowie die TH Lübeck, die Hochschule Emden/Leer und die Berliner Hochschule für Technik beteiligt.„Die Partner wollen die VFH gemeinsam in die Zukunft bringen“, sagt Sebastian Hobert, Professor für KI und Bildung an der TH Lübeck. Er leitet das Arbeitspaket zu den Unterstützungsangeboten für Studierende.
Das Verbundprojekt verfolgt die Modernisierung der VFH aus vier Perspektiven, die je einem Arbeitspaket entsprechen: In der Ausgangsperspektive werden interdisziplinäre Module entwickelt, die aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen aufgreifen und Studierenden zukunftsrelevante Kompetenzen – sogenannte Future Skills – vermitteln sollen. Zweitens untersucht die Hochschulperspektive, wie diese Module bestehende Strukturen im Studium verändern und neue Möglichkeiten schaffen, damit insbesondere berufstätige Studierende flexibler werden und zum Beispiel Teilabschlüsse für ihre weitere Karriere nutzen können.
In der Unternehmensperspektive geht es um eine stärkere Verzahnung mit der beruflichen Praxis. Ziel ist es, die Zusammenarbeit mit Unternehmen auszubauen und praxisnahe Fragestellungen stärker in die Lehre einzubinden. Darüber hinaus sollen Wege entwickelt werden, beruflich erworbene Kompetenzen leichter auf Studienleistungen anzurechnen. Die Studierendenperspektive schließlich fokussiert digitale Assistenz- und Monitoringsysteme, die für mehr Orientierung im Online-Studium sorgen sollen.
Viele Studierende der VFH absolvieren ihr Studium berufsbegleitend. Dadurch entstehen sehr unterschiedliche Studienverläufe und Anforderungen an die Studienorganisation. Genau hier setzt das von der TH Lübeck verantwortete Arbeitspaket aus der Studierendenperspektive an. Am Institut für Interaktive Systeme (ISy) sollen digitale Assistenz- und Monitoringsysteme entwickelt werden. Denkbar sind beispielsweise Hinweise zu passenden nächsten Modulen oder zu den individuellen Lernfortschritten. Das sind jedoch nur erste Überlegungen. „Welche Form die Unterstützung genau annehmen wird, soll gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden erarbeitet werden“, so Sebastian Hobert.
Im ersten Projektabschnitt werden zunächst die Konzepte entwickelt sowie Daten für die Analysen erhoben und aufbereitet. Anschließend sollen die Assistenz- und Monitoring-Systeme in den VFH-Studiengängen erprobt und evaluiert werden. Bewährte Lösungen sollen langfristig in die Lehre einfließen.
Das Arbeitspaket knüpft inhaltlich an die Forschungsarbeiten des ISy an. Das Vorhaben wurde von Professorin Monique Janneck, wissenschaftliche Direktorin des ISy, eingeworben und baut auf den Erfahrungen des Projekts DiSEA (Digitale Studiengänge: Analyse von Erfolgs- und Abbruchfaktoren) auf. In diesem Vorprojekt wurden Daten des VFH-Verbunds ausgewertet, um Ursachen für Studienerfolg und Studienabbrüche zu untersuchen.
Neben der Leitung des Arbeitspakets aus der Studierendenperspektive beteiligt sich die TH Lübeck unter Professor Jochen Abke, Vizepräsident für Studium und Digitalisierung, auch am Arbeitspaket aus der Unternehmensperspektive. Dort liegt der Fokus auf der Anwendung der entwickelten Konzepte, um die Vernetzung mit Lübecker Unternehmen weiter auszubauen.
Die TH Lübeck bietet innerhalb des VFH-Verbunds derzeit fünf Online-Studiengänge an:
• Wirtschaftsingenieurwesen (Bachelor of Engineering)
• IT-Sicherheit (Bachelor of Science)
• Regenerative Energien (Bachelor of Engineering)
• Medieninformatik (Bachelor of Science)
• Medieninformatik (Master of Science)

Die Technische Hochschule Lübeck arbeitet an Verbesserungen für Fernstudenten. Foto: TH Lübeck
Text-Nummer: 180330 Autor: TH Lübeck vom 28.06.2026 um 12.53 Uhr
