Normales Sommerwetter in Lübeck

Lübeck: Archiv: Der sogenannte 'Siebenschläfer' am 27. Juni jedes Jahres ist immer ein schöner Anlass für eine etwas längerfristige Wetterbetrachtung. Harald Denckmann hat die Wettermodelle ausgewertet und kann Entwarnung geben: Das unangenehme Wetter wechselt auf das normale norddeutsche Sommerwetter.



Es heißt ja immer, dass das Wetter an diesem Tag den Rest des Sommers vorherbestimmt. Danach müsste es eigentlich mit der großen Hitze so weitergehen. Wir können aber beruhigen. Das wird mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht so eintreten. Die Meteorologen schauen nämlich mittlerweile nicht so sehr auf den punktuellen Tag, sondern eher auf die erste Juliwoche, wenn sie sich mit der Siebenschläferprognose befassen. Zusätzlich schauen wir uns auch noch einmal in zehn Kilometern Höhe über Europa um, wo der wetterbestimmende Jet-Stream seine Bahnen zieht. Da gab es jetzt länger einen recht stabilen Trog, der uns warmes und trockenes Wetter bescherte. Der beginnt sich aber langsam aufzulösen und sich leicht nach Süden zu verlagern.



Das führt am Boden zu der in der Karte beschriebenen Drucklage. Tiefdruckgebiete aus Richtung Island ziehen wieder in unsere Richtung und bringen sommertypische frische Meeresluft mit. Nach der außergewöhnlich starken Hitze geht es also bis zum kommenden Wochenende langsam wieder über in klassisch schleswig-holsteinisches Sommerwetter.

Alle Warnungen, die für Lübeck diesbezüglich ausgesprochen wurden, waren richtig und geboten. Panik nach dem Motto "Macht die Tür zu, der Treibhauseffekt kommt", ist allerdings zunächst einmal nicht angebracht, obwohl natürlich das mediterran anmutende Wetter bei uns unmittelbar mit dem Klimawandel zu tun hat. Auch die Meere werden wärmer, was zu stärkeren Gewittern bei uns führt.

Wer unbedingt weiter täglich die Temperaturen dieses Hitzewochenendes erleben möchte, sollte jetzt Urlaub im Mittelmeerraum machen. Dort bleibt es auf absehbare Zeit erst einmal ofenwarm und natürlich auch bedenklich für die Gesundheit, wenn man nicht alle Ratschläge zum Umgang mit starker Hitze befolgt. Viele Menschen aus diesen Regionen, die gern derartiger Dauerhitze entkommen wollen, kommen daher mittlerweile im Sommer zu uns, weil man an der Ostseeküste noch richtig durchatmen kann, was sich langsam bis Rom herumgesprochen hat.

Ohne ins Detail zu gehen, kann man sagen, dass sich die Temperaturen nach Abklingen der Hitzewelle bei uns in Lübeck etwa im Bereich zwischen 20°C und 25°C bewegen werden. Bei nördlichen Winden kann es auch schon einmal bis etwa 15 °C heruntergehen. Dann werden wieder alle fragen, wo denn eigentlich der Sommer bleibt. Unser Tipp: Man muss dann einfach ein paar Tage warten, dann ist er wieder da. Aus heutiger Sicht wird sich das bis Anfang September in etwa so hinschaukeln.
Bereits am Sonntagmorgen gab es Temperaturen von über 20 Grad. Grafik: Harald Denckmann, Fotos: Karl Erhard Vögele
Bereits am Sonntagmorgen gab es Temperaturen von über 20 Grad. Grafik: Harald Denckmann, Fotos: Karl Erhard Vögele

Text-Nummer: 180365    Autor: Harald Denckmann    vom 28.6.2026 11.00 Uhr

Kommentare zu diesem Text (3):

Kritisch

schrieb am 29.6.2026 10.34 Uhr:
Die Vorhersagen kündigen allerdings wieder bereits ab nächste Woche eine Hitzewelle an von mehreren Tagen / Nächten über 33 Grad an. Und hier in der Stadt muss man immer noch 3 Grad dazu rechnen. Erstaunlich das es gegen Verkehrstote so viel gemacht wird um das zu verhindern dabei gibt es tausende mehr Hitze- als Verkehrstote. Wohnen in der Thermoskanne in diesem Land. Hier zählt nur Energieeffizienz und nicht Wohlfühlen / Lifestyle von Arbeitskraft erhalten gar nicht erst zu reden. Aber da sich die Weltbevölkerung in den letzten Jahren verfünffacht hat von 1,22 Milliarden auf über 8 Milliarden ist die natürliche Auslese wohl willkommen.

Misanthrop

schrieb am 29.6.2026 12.53 Uhr:
@Kritisch schrieb am 29.06.2026 um 10.34 Uhr:

"Die Vorhersagen kündigen allerdings wieder bereits ab nächste Woche eine Hitzewelle an von mehreren Tagen / Nächten über 33 Grad an. Und hier in der Stadt muss man immer noch 3 Grad dazu rechnen."

Tja ... das ist der Klimawandel. (...)

"Erstaunlich das es gegen Verkehrstote so viel gemacht wird um das zu verhindern dabei gibt es tausende mehr Hitze- als Verkehrstote. Wohnen in der Thermoskanne in diesem Land. Hier zählt nur Energieeffizienz und nicht Wohlfühlen / Lifestyle von Arbeitskraft erhalten gar nicht erst zu reden."

Das ist linksgrünversiffte Propaganda. Keine der Parteien rechts der Grünen haben Interesse daran, die Menschen vor dem Klimawandel zu schützen. Da haut man lieber einen Tankrabatt für 16 Milliarden raus. Der hat wirklich ganz viel gebracht ...

"Aber da sich die Weltbevölkerung in den letzten Jahren verfünffacht hat von 1,22 Milliarden auf über 8 Milliarden ist die natürliche Auslese wohl willkommen."

Totaler Schwachsinn. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es ca. 1 Milliarde Menschen. 1927 waren es erst 2 Milliarden. Wenn du die letzten 100 Jahre meinst, kommt das ungefähr hin. 1974 hatten wir übrigens erst 4 Milliarden Menschen.

Ich bin auch für eine gewisse Selektion. (...) Es sind nicht die Kranken, Schwachen oder Arme das Problem. Es sind die dummen wohlstandsverwahrlosten Dummbratzen, die uns allen mit ihrer Dummheit das Leben schwer machen.

Kritisch-1

schrieb am 29.6.2026 13.18 Uhr:
Für mich bricht gerade eine Welt zusammen
Ein ganz normaler Sommer? Soll ich jetzt meine lastenrad verkaufen oder was?
Hier in der Stadt kann man locker 2,4 grad dazurechnen weil mein Haus steht alleine auf der Insel direkt in der Sonne das ist eine absolute Frechheit wenn man mal drüber nachdenkt
Es gibt viel mehr hitzetote als Verkehrstote dabei wäre es doch ganz einfach- geht nicht in den Verkehr und fertig
Aber das löst gerade nicht mein Problem, es sind jetzt gerade 22 grad plus 2,4 und dahinten kommt schon wieder die Sonne hinter einer Wolke raus
Das ist doch eine Frechheit das es viel mehr Wolken als Sonnen gibt.
So Freunde ich berichte später weiter vorausgesetzt ich überlebe diesen angeblichen normalen Sommer als Nächstes fällt noch Schnee im Winter