5. Schnibbelparty mit Sarah Wiener
Lübeck - Innenstadt: Um Lübecker Schülerinnen und Schüler für eine nachhaltige Ernährung und die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung zu sensibilisieren, veranstalteten Landwege e. V. und die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck gemeinsam mit Slow Food und Slow Food Youth im Schuppen 6 ihre 5. Schnibbelparty. Unterstützung gab es von Sarah Wiener.Prominente Unterstützung erhielt die Veranstaltung durch die bekannte Köchin, Autorin, ehemalige EU-Abgeordnete und Bio-Landwirtin Sarah Wiener, die sich auch als Vorstandsvorsitzende der Sarah Wiener Stiftung für die Ernährungsbildung von Kindern einsetzt.
Die Schnibbelparty ist Teil des Projektes „Frisch auf den Teller“ von Landwege e. V. und der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck und verbindet Nachhaltigkeit, Lebensmittelrettung und gemeinsames Kochen auf praktische und kreative Weise. Darüber hinaus liefert sie einen Beitrag zur Umsetzung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), stärkt die Gesundheitskompetenz der Schülerinnen und Schüler und fördert die Auseinandersetzung mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln. Gleichzeitig unterstützt die Aktion das UN-Nachhaltigkeitsziel 12.3, das eine Halbierung der Lebensmittelverschwendung bis 2030 vorsieht.
Projektleiterin Ilka Wäsche, Landwege e. V., erklärt: „Gemeinschaftlich und kreativ aus dem zu kochen, was die Welt aktuell für uns übrig hat – das macht die Schnibbelparty aus. Wir wollen erreichen, dass die Spur vom ‚Tatort Tupperdose‘ nicht länger in die Biotonne führt und die ‚Kühlschrank-Krimis‘, die sich in Lübecker Küchen abspielen, noch öfter lecker ausgehen. Gleichzeitig ermutigen wir Menschen dazu, sich für bessere politische Rahmenbedingungen einzusetzen. Mit der Schnibbelparty verlassen wir den Ringstedtenhof – den Erlebnisraum unserer täglichen Bildungsarbeit – und gehen mitten in die Lübecker Öffentlichkeit, um noch mehr Menschen für den Wert ökologisch produzierter Lebensmittel zu sensibilisieren.“
Die 5. Schnibbelparty startete um 11 Uhr mit der Begrüßung durch Zorah Zobel, Bildungsreferentin Landwirtschaft Global des Vereins Landwege e.V., und Martina Wagner, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck. Martina Wagner betonte dabei: „Lebensmittel sind zu wertvoll, um verschwendet zu werden. In jeder Möhre, jedem Apfel und jedem Brot steckt mehr, als man auf Anhieb sieht: Zeit, Arbeit, Ressourcen und ganz viel Natur. Veranstaltungen wie die Schnibbelparty zeigen ganz praktisch, dass auch vermeintlich ‚nicht perfekte‘ Lebensmittel kostbar sind – und man sie mit Kreativität und Respekt zu nahrhaften Gerichten verarbeiten kann. Wenn wir jungen Menschen die Freude an der eigenen Zubereitung von Lebensmitteln vermitteln können, ist für die Umwelt und die Gesundheit der nächsten Generation schon viel gewonnen.“
Im Anschluss an die Begrüßung hielt Sarah Wiener einen inspirierenden Impulsvortrag über den Wert des Selberkochens und die Bedeutung der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. Sie machte deutlich: „Unüberlegter Lebensmittelkonsum, von dem ein Viertel im Müll landet, war gestern. Gerade junge Leute wissen heute schon früh, was sie aus Brokkolistrünken, alten Brotscheiben und Käseresten Schmackhaftes zaubern können. So wird die Verantwortung für den eigenen Körper, aber auch für die Umwelt zu einem sinnvollen Genuss, der dazu noch Spaß macht.“
Um 11.30 Uhr fiel der Startschuss für das gemeinsame Schnibbeln zu Live-Musik. Unter den ca. 190 Teilnehmenden befanden sich Schülerinnen und Schülern der weiterführenden Schulen in Lübeck – darunter die Dorothea-Schlözer-Schule, die Julius-Leber-Schule, die Friedrich-List-Schule, die Schule am Tremser Teich, die Ernestinenschule und das Trave-Gymnasium – sowie Gäste der Projektpartner. Gemeinsam kreierten sie Tomatensalate und ein Ratatouille aus Tomaten mit Hagelschlag, eine sommerliche Sterns(chn)uppe, Salatvariationen, da durch die hochsommerlichen Temperaturen Salat und Kohl aktuell sehr schnell reifen, Kartoffel-Pastinakenstampf und schwedische Rote Beete aus den letzten Lagerbeständen und gedünsteten Mangold mit frischem Knoblauch aus überschüssigem Mangold vom Acker des Jugend-Naturschutz-Hofes Ringstedtenhof.
Nach der Schnibbelaktion konnten die Teilnehmenden beim sogenannten „Restlos-Glücklich-Quiz“ mit ihrem Wissen punkten und zugleich spielerisch einiges dazulernen. Gegen 13 Uhr folgte das gemeinschaftliche Essen der verarbeiteten Lebensmittel beim „Restlos-Buffet“. Abschließend wurde noch gemeinsam getanzt.
Was die Teilnehmenden mitnahmen? Bestenfalls mehr Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln und viele neue Anregungen für die eigene Küche.
Sarah Wiener gab praktische Tipps. Fotos: John Garve
Text-Nummer: 180385 Autor: Gem. Spk-Stiftung vom 29.06.2026 um 14.16 Uhr
