Auftakt zum Classical Beat Festival

Lübeck - Travemünde: Mit einem Presseauftakt und einem ersten Überblick im Maritim Strandhotel Travemünde hat das „Classical Beat“-Festival sein Programm für 2026 vorgestellt. Unter dem Titel „Voyage France!“ richtet das Festival in diesem Jahr seinen Blick besonders nach Frankreich – musikalisch, kulturell und europäisch.

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Im Mittelpunkt des Pressegesprächs standen die Verbindung von Musik und europäischem Dialog, die Rolle Travemündes als Festivalort sowie erste Einblicke in die künstlerischen Höhepunkte des diesjährigen Festivaljahrgangs. „Ein besonderer Dank galt Herrn Thomas Liedl, Hotelchef des Maritim Strandhotels Travemünde, für die Gastfreundschaft: Das Festival findet in diesem Jahr im Maritim Strandhotel statt“, so die Veranstalter in einer Mitteilung.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von dem Akkordeonisten Yarden Lapid, der mit seinem Spiel bereits einen ersten klanglichen Eindruck des französisch geprägten Festivaljahres vermittelte. Im Anschluss wurde das Festivalprogramm vorgestellt – mit Liveschaltungen zu den Hauptkünstlern Leszek Możdżer, Luciano Supervielle und Pierre Bertrand, die erste persönliche Einblicke in ihre Programme und künstlerischen Perspektiven gaben.

Leszek Możdżer: Chopin, Jazz und der Augenblick
Mit Leszek Możdżer kommt eine der großen europäischen Klavierstimmen nach Travemünde. Der polnische Pianist, Komponist und Produzent zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des polnischen Jazz. Seine musikalische Ausbildung begann bereits im Kindesalter; später studierte er an der Musikakademie in Danzig und entwickelte eine ganz eigene Sprache zwischen klassischer Virtuosität und improvisatorischer Freiheit. In der Liveschalte sprach Możdżer über Musik als unmittelbaren Ausdruck des Moments. Sein Spiel entsteht nicht allein aus der Partitur, sondern aus innerer Bewegung, Gefühl und Konzentration. Gerade in der Begegnung mit der Musik Frédéric Chopins wird diese Haltung hörbar: Klassische Motive werden nicht reproduziert, sondern im Augenblick neu befragt, verwandelt und improvisatorisch weitergedacht. So verbindet Możdżer Chopin, polnische Melancholie, klassische Klangkultur und die Freiheit des Jazz zu einer sehr persönlichen musikalischen Sprache.

Einmalig nur an diesem Abend
Die Piano Night lädt dazu ein, sich ganz auf die Musik einzulassen. Zwischen ruhigen Passagen, melodischen Motiven und improvisatorischen Freiräumen entsteht eine Atmosphäre, die entspannt und aufmerksam macht. Wer Leszek Mozdzer live erlebt, begegnet einem der außergewöhnlichsten europäischen Pianisten unserer Zeit – und einem Konzert, das genauso nur an diesem Abend zu erleben ist. Luciano Supervielle: „Cessez-le-feu“ – Musik als Zeichen der Verständigung
Auch Luciano Supervielle wurde live zugeschaltet. Der französisch-uruguayische Pianist, Komponist, Produzent und DJ wurde international unter anderem als Mitglied des Neotango-Kollektivs Bajofondo bekannt. Seine Musik verbindet Einflüsse aus Tango, Elektronik, Hip-Hop, Klassik und urbanen Klangwelten des Río de la Plata.

Gefragt nach dem Titel seines Programms „Cessez-le-feu“ – auf Deutsch: Waffenstillstand – beschrieb Supervielle den Titel als poetisches und zugleich aktuelles Signal. Musik könne die Konflikte der Welt nicht auflösen, aber sie könne Verbindungen schaffen, Empathie ermöglichen und einen Raum öffnen, in dem Verständigung wieder denkbar werde. Supervielle, in Frankreich geboren und in Uruguay aufgewachsen, berichtete zudem von seinen musikalischen Prägungen zwischen Europa und Südamerika. Die südamerikanischen Einflüsse seien ihm besonders bewusst geworden, als er als junger Erwachsener nach Frankreich zurückkehrte. Gerade aus dieser Bewegung zwischen den Kontinenten entsteht seine unverwechselbare Klangsprache.

Beim „Classical Beat“-Festival 2026 trifft Supervielles Klangwelt in „CB Nightscapes – Cessez-le-feu“ auf das Jesse Mattern Orchestra. Seine Musik steht für eine besondere Verbindung von europäischer Romantik, lateinamerikanischer Melancholie und urbaner Energie. Auch in der Revue „Let’s Dance – Nächte am Montmartre“ wird Supervielle mit zwei musikalischen Beiträgen präsent sein: Wenn Chopins Prélude Nr. 4 auf Jobims Bossa-Nova-Klassiker „Insensatez / How Insensitive“ trifft, begegnen sich europäische Romantik und lateinamerikanische Melancholie, Klavierpoesie und urbane Energie.

Pierre Bertrand: „Let’s Dance – Nächte am Montmartre“
In einer weiteren Liveschalte stellte der französische Saxofonist, Komponist und Arrangeur Pierre Bertrand die neue Revue „Let’s Dance – Nächte am Montmartre“ vor. Bertrand ist eng mit den European Jazz Companions verbunden, einem europäischen Projekt, das junge Musikerinnen und Musiker zusammenbringt und künstlerische Begegnung, Weitergabe und gemeinsames Arbeiten in den Mittelpunkt stellt.

Mit der Revue entwickelt das „Classical Beat“-Festival 2026 eines seiner zentralen Bühnenformate. Im Mittelpunkt steht eine musikalische Reise über Frédéric Chopins Pariser Jahre bis in die Welt des französischen Jazz, des Chansons, des Swing und moderner Big-Band-Energie.

Eine besondere Rolle spielt dabei auch das Akkordeon. Mit Christophe Lampidecchia ist einer der profiliertesten französischen Akkordeonisten in das Festivalprogramm eingebunden. Das Akkordeon wird damit zu einer wichtigen Klangfarbe des französischen Festivaljahres – zwischen Musette, Chanson, Jazz und moderner europäischer Klangsprache.

Ausgangspunkt der Revue ist der Tanz. Bei Weber wird er zur musikalischen Szene: eine Einladung, eine Begegnung, ein Spiel zwischen Eleganz, Bewegung und Gefühl. Diese Idee greift die Revue auf und führt sie weiter – vom romantischen Konzertstück in die Salons von Paris, vom Montmartre in den Jazzklub, vom klassischen Motiv zur heutigen Bühnensprache. Pierre Bertrand steht dabei für die Verbindung von französischer Jazztradition, orchestraler Kraft und europäischer Offenheit. Seine Arrangements lassen historische Motive neu aufleuchten und geben zugleich jungen Musikerinnen und Musikern Raum für ihren eigenen Klang.

Ein Festival zwischen Konzert, Dialog und europäischer Perspektive
Mit „Voyage France!“ verbindet das Classical Beat Festival 2026 musikalische Programme, internationale Künstlerpersönlichkeiten und kulturpolitische Dialogformate. Der Bogen reicht von Chopin und Jazz über südamerikanisch-europäische Klangwelten bis hin zur französisch inspirierten Revue mit Akkordeon, Chanson, Tanz und Big-Band-Energie.

Travemünde wird damit erneut zu einem Ort, an dem Musik, Begegnung und europäischer Austausch zusammenkommen – im Rahmen der Travemünder Woche, im Dialog mit den Besuchern und mit einem Festivalprogramm, das kulturelle Grenzen überschreitet. Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau hob die Bedeutung der Travemünder Woche mit ihren zahlreichen Partnern und Veranstaltungen hervor und gab zugleich einen Ausblick auf den politischen Diskurs des diesjährigen Passat-Dialogs „Europa denken – Demokratie stärken“. Auch die Städtepartnerschaft zwischen Lübeck und La Rochelle soll dabei eine besondere Rolle spielen.

Ralf Abratis, Pressesprecher der Travemünder Woche, stellte den diesjährigen Segelsportwettbewerb und das begleitende Landprogramm vor. Damit wurde deutlich, wie eng das Classical Beat Festival auch 2026 in den Rahmen der Travemünder Woche eingebunden ist.

www.classicalbeat.de

Hans-Wilhelm Hagen, Marc Tietz (Classical Beat Festival), Thomas Liedl (Maritim Strandhotel), Jan Lindenau (Bürgermeister Hansestadt Lübeck), Ralf Abratis (Travemünder Woche). Fotos: Veranstalter

Hans-Wilhelm Hagen, Marc Tietz (Classical Beat Festival), Thomas Liedl (Maritim Strandhotel), Jan Lindenau (Bürgermeister Hansestadt Lübeck), Ralf Abratis (Travemünder Woche). Fotos: Veranstalter


Text-Nummer: 180471   Autor: Veranstalter/red.   vom 04.07.2026 um 14.04 Uhr

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