Bei Rettungs-Einsatz: Badegäste greifen Helfer an

Lübeck - Travemünde: Aus gutem Grund war ein Großaufgebot mit Einsatzkräften von Seenotrettern, DLRG, Feuerwehr und zahlreichen weiteren Helfern bis hin zum Rettungshubschrauber am Samstag, 27. Juni 2026, an den Travemünder Kurstrand geeilt: Zwei Kinder waren als vermisst gemeldet worden. Die Einsatzkräfte hatten dabei Mühe, die Badegäste aus dem Wasser zu bekommen, was die Suche erschwerte. Ein Helfer wurde sogar mit Flaschen beworfen.

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Der Strand war während des Einsatzes nach 20:00 Uhr noch hervorragend besucht, denn es war das Wochenende der Hitzerekorde mit um die 40 Grad. Die Rettungskräfte standen unter Zeitdruck, denn sie waren erst eine Viertelstunde nach dem Verschwinden der Kinder alarmiert worden (Wir berichteten). Die Situation war aufgrund der immer noch vielen Menschen am Strand und im Wasser unübersichtlich. Am Wassersaum hörte man, wie Rettungsschwimmer der DLRG die Badenden aufforderten, das Wasser zu verlassen. Längst nicht alle leisteten Folge. Einige sprangen direkt vor dem DLRG-Boot von der Brücke.

Ein Helfer, es soll sich einer Mitteilung der CDU zufolge um einen Mitarbeiter des Travemünder Kurbetriebs handeln, half, das Wasser und die Badestege zu räumen. Dabei wurde er aus einer größeren Gruppe heraus mit Flaschen beworfen. Den tätlichen Angriff meldete die Bootsbesatzung der Freiwilligen Feuerwehr Travemünde über Funk an den Einsatzleiter, sodass alle Beteiligten davon Kenntnis bekommen haben müssten. Es sollte auch die Polizei hingeschickt werden. Die Freiwillige Feuerwehr hatte zu diesem Zeitpunkt den vorderen Badebereich abgesucht. Der Flaschenwurf fand so auch Eingang in das Einsatzprotokoll der Travemünder Wehr.

Öffentlich wurde der Vorfall durch Jochen Mauritz (CDU), der ihn im Rahmen einer Pressemitteilung zum Thema Sicherheit aufgriff (wir berichteten): „So wurden Mitarbeiter der Kurbetriebe von Jugendlichen mit Flaschen beworfen. Dabei handelte es sich nach Aussagen von Gästen um eine größere Gruppe junger Menschen, die bereits zuvor durch ihr Verhalten am Strand und im Wasser aufgefallen waren“, steht in seinem Bericht. Mauritz kritisiert das Verhalten scharf: „Solche Vorfälle sind völlig inakzeptabel und zeigen mangelnden Respekt gegenüber den Menschen, die sich ehrenamtlich und beruflich für die Sicherheit anderer einsetzen“, so der sicherheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion.

Der Einsatz endete für die Kinder gut: Sie wurden an Land angetroffen und konnten wohlbehalten ihren Eltern übergeben werden. Der Flaschenwurf dagegen wird sicher noch Eingang finden in ein anstehendes Gespräch zwischen Politik, Verwaltung, Ordnungsdienst, Polizei und Kurbetrieb. Dabei kann dann gleich noch ein kleines Rätsel geklärt werden, denn, wie das Presseamt der Stadt auf Nachfrage von HL-live.de mitteilt: "Den Mitarbeitern des Kurbetriebs, insbesondere den Kollegen des dortigen Außendienstes, ist der Vorgang nicht bekannt".

Badegäste, die, ob mit oder ohne Aufforderung, das Wasser und den Steg nicht räumten, erschwerten die Suche nach den vermissten Kindern. Fotos: Helge Normann

Badegäste, die, ob mit oder ohne Aufforderung, das Wasser und den Steg nicht räumten, erschwerten die Suche nach den vermissten Kindern. Fotos: Helge Normann


Text-Nummer: 180529   Autor: Helge Normann   vom 07.07.2026 um 16.15 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Travemünder

schrieb am 07.07.2026 um 16.59 Uhr:
Wahnsinn, an solchen heißen Wochenenden ist der komplette Bereich von Promenade, Sand- u. Grünstrand außer Kontrolle, hier Übernachten und feiern größere Gruppen lautstark bis in die Morgenstunden. Dafür müssen Erholungssuchende Urlauber und Feriengäste auch noch Kurtaxe bezahlen.(!)

Erfahrener Helfer

schrieb am 07.07.2026 um 17.07 Uhr:
Es sind immer wieder diese auffälligen Gruppen von Leuten, die allgemein über eigenen Hirnverlust klagen können.
Das erklärt natürlich ihr Handeln, jedoch sollte dies trotzdem sofort bestraft werden, wg. Gefährdung von Lebensrettern!
(...)

Gruß, ein Helfer mit übler diesbezüglicher Erfahrung.

Trident

schrieb am 07.07.2026 um 17.40 Uhr:
Dieses „Publikum“ verdanken wir der unersättlichen Gier des Kurbetriebes und der LTM nach immer mehr Tourismus!

Fritze Bolle

schrieb am 07.07.2026 um 18.05 Uhr:
Solche Leute, ich vermute da eher eine junge Gruppe, verlangen für sich gerne, dass man ihnen Respekt entgegenbringt.
Wofür?
Weil Ordnungskräfte ihnen etwas ganz Einfaches abverlangen, lehnen sie sich auf.
Alles, was nach Staat riecht, muss weg. Eine gute menschliche Gesellschaft scheint ihnen am A... vorbeizugehen.
Wenn sie noch sehr jung sind, wollen sie das Wahlrecht bei Bundestagswahlen ab 16 Jahren. Sie sind teilweise mit 25 noch nicht reif.

nolli

schrieb am 07.07.2026 um 18.20 Uhr:
Wir haben einen Jahreskorb in Travemünde und staunen was hier am Strand inzwischen los ist. Grillen und Shisha ist wohl schon normal. Die Bässe von den Musikanlagen sind auch nicht zu überhören. Kontrolle Fehlanzeige. Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf

STARLIGHT

schrieb am 07.07.2026 um 19.24 Uhr:
In der Tat rätselhaft! Da meldet die Bootsbesatzung der Freiwilligen Feuerwehr Travemünde ein „Flaschenbombardement“ auf eine Person, und diese ist nicht zu ermitteln. Herr Mauritz ist doch selbst Mitglied der FF Travemünde. Er könnte doch seine Kameraden gründlich befragen. Wen (das“Opfer“)haben die gesehen? Was haben sie gesehen? Wurde vielleicht doch etwas „kognitiv verzerrt“? Von einem Politiker und sicherheitspolitischen Sprecher erwartet man, dass er sorgfältig recherchiert, bevor er lautstark „ein Fass aufmacht“!

Böttcher

schrieb am 07.07.2026 um 19.46 Uhr:
Sehr gut: Die Kinder wurden wohlbehalten gefunden.

(...)

Sehr missfallend: ".... es war das Wochenende der Hitzerekorde mit um die 40 Grad". Ja, in manchen Regionen, nicht aber in Travemünde. Dortige Höchsttemperatur an besagtem Tag lt. DWD 34,5 °C (Lübeck Innenstadt 37,8°C), gegen 20:00 h in Travemünde etwa 23 bis 25 °C. Als wären diese Temperaturen nicht schon warm genug, wird mit der Angabe "..um die 40 Grad" auch noch maßlos übertrieben. Wohin solche Übertreibungen führen, ist in einem Kommentar in dem HL-live-Artikel "Vermisste Kinder wohlbehalten aufgefunden" (Text-Nummer: 180363 Autor: VG vom 27.06.2026 um 21.48 Uhr) nachzulesen. Da werden aus den "...um die 40 Grad" schon "40 Grad im Schatten (!!!)" - völlig hysterisch - interpretiert.

Dr. P. Voeltz

schrieb am 07.07.2026 um 19.51 Uhr:
Zu meiner Zeit (1960iger Sommer) als Rettungsschwimmer der DLRG (Lehrabzeichen) in Timmendorf, Niendorf und Grömitz gehörten vermisste Kinder zum Tagesgeschäft. Wir haben vom Wachturm und durch Fussstreifen mit Megafonausrufen nach den Vemissten gesucht. Ich kann mich an keinen Fall erinnern, bei dem sich die Kinder nicht irgendwo am Strand -also nicht im Wasser!- wieder anfanden. Will sagen: die derzeitig praktizierte „Ausrückordnung“ ist völlig übertrieben! Es wundert mich daher nicht, dass unser Rettungswesen überteuert ist.
pv🩺 (ehemals Beauftragter für die Leitende Notarztgruppe der Freien und Hansestadt Hamburg).

Wittmann

schrieb am 07.07.2026 um 20.16 Uhr:
"Den Mitarbeitern des Kurbetriebs, insbesondere den Kollegen des dortigen Außendienstes, ist der Vorgang nicht bekannt".

Warum wundert mich das nicht? Weil ich in diesem Jahr als fast täglicher Travemündebesucher nur ein einziges mal 2 Security-Mitarbeiter die anscheinend namenlose Straße hinter dem Jachtclubgelände habe entlangschlendern sehen. Nicht 1 x war die Security am Strand zu sehen. In 2025 wurden nach Beschwerden über Belästigungen und Beobachtungen von Diebstahlversuchen noch täglich mehrere Kontrollgänge durchgeführt.
"Vorgang nicht bekannt", weil mutmaßlich nicht vor Ort, sondern wo auch immer ...

R. Stilzchen

schrieb am 07.07.2026 um 22.48 Uhr:
Nach Lektüre von Artikel und Kommentaren ist die Vermutung berechtigt, dass in mehrerer Weise heftig übertrieben wurde : die Einsatztaktik des Rettungsdienstes, die politische nicht nachprüfbare Reaktion von CDU-Funktionären auf einen angeblichen Übergriff aber leider auch auf die voreilige Berichterstattung.

Live vor ort

(eMail: michael-arndt@live.de) schrieb am 08.07.2026 um 00.52 Uhr:
So also klären wir das mal auf.
1. Zum Glück wurden die Kinder gefunden.
2. Warum wurde die Rettungskette erst 15min nach Feststellung der Vermissten Alarmiert.
So wer seine Kinder(Alter 4-6 ) erst nach 15min Vermisst handelt an So einen Ort Grob Fahrlässig!!
Wer dann noch die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit Behindert bzw Angreift, dem Wünsche ich einen schönen ...
Die Kinder wurden am Hundestrand kurz vor Brodtenerufer an Land gefunden durch dem Hubschrauber.
(...)

Ramers

schrieb am 08.07.2026 um 07.35 Uhr:
@nolli

"Die Bässe von den Musikanlagen sind auch nicht zu überhören. Kontrolle Fehlanzeige."

Ihre Erfahrung stimmt mit meiner überein. Aus gutem Grund ist Musik am Strand verboten - s. Strandsatzung der HL. Wenn ein jeder seine eigene Musik LAUT abspielen würde, hätten wir eine Geräuschkulisse, die einem Kirmesplatz gleich käme. Für Erholung suchende Strandbesucher unerträglich. Nicht nur keine Kontrolle. Eine Anzeigenerstattung meinerseits wg. Musik in Discolautstärke blieb ohne Konsequenz - sprich: Niemand kam, dies zu unterbinden.

Paulchen

schrieb am 08.07.2026 um 12.42 Uhr:
Die Flaschenwerfer sollten sich mal dringend von einen Arzt untersuchen lassen oder (...)

Maria

schrieb am 08.07.2026 um 15.32 Uhr:
Meine Meinung :

Die Menschen haben wenig bis gar kein Grips mehr im Kopf . Und das wird noch schlimmer.

Unerträglich Dumm wo hin man sieht.

R. Stilzchen

schrieb am 08.07.2026 um 20.51 Uhr:
@Live vor Ort: Am Brodtener Steilufer / Hundestrand/ FKK-Strand ist ein Wachturm der DLRG. Warum wurden angeblich(?) die Kinder dort erst aus dem Rettungshubschrauber entdeckt? Siehe auch Kommentar oben von
Dr. P. Voeltz.

Lübecker

schrieb am 09.07.2026 um 07.49 Uhr:
Ich hatte ebenfalls einen Kommentar ähnlichen Inhaltes wie meine Vorredner, HL-live hat diesen mal wieder, wie so oft ignoriert, waren eben keinen Kuschelzeilen, die von HL-live verlangt werden.....

Bürger aus HL

schrieb am 09.07.2026 um 12.11 Uhr:
Ich versuche mir immer vorzustellen, ob solche Szenarien in anderen Ländern so möglich sind und komme oft zu dem Schluss, dass man hier scheinbar zu viel Freiheit hat. Das ist ja auch richtig und gut, dennoch würde ich mir manchmal etwas mehr Strenge und Durchsetzung durch Verwaltung, Polizei oder Security wünschen, damit die Menschen, die Ihr Leben friedlich genießen wollen nicht von solch Menschen, denen alles egal ist und die sich mit Selbstbehauptung brüskieren, belästigt werden.

Ehemaliger DLRG-Retter/Ostsee

schrieb am 13.07.2026 um 19.35 Uhr:
@Dr. P. Voeltz:

Auch ich war schon zu ihrer Zeit als DLRG-Rettungsschwimmer (+ viele Scheine!) an der Ostsee tätig! WIR waren eine echt gute Truppe!
Im Gegensatz zu ihren eigenen Worten haben wir aber damals die Suche nach KINDERN immer sehr schnell sehr ernst genommen und durchgeführt!
Wenn ihnen heute eine ausgedehnte Suche nach verschwundenen KINDERN am Ostseeufer zu übertrieben erscheint, so ist das ihre bedauernswerte Einzelmeinung.
Ich als Vater und Opa lobe die schnelle und aufwändige Suchaktion jedenfalls ausdrücklich und dankend!
Weil:
Mir sind KINDER und auch ältere Menschen nämlich sehr wichtig!
Andere sind ganz offensichtlich nur an sich interessiert (habe ich einem ihrer früheren Kommentare entnommen) und haben sichtlich viel vergessen (trotz ehemals leitender Funktion? äußerst schade!)?